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Die 167 Mitglieder der Schützenbruderschaft St. Sebastian Balve erlebten eine Generalversammlung, in der eine positive Bilanz mit einem Gewinn von 34.000 Euro  im Jahr 2017 gezogen wurde.

Die Zukunft der Bruderschaft wurde allerdings bei einigen Themen sehr kontrovers diskutiert. Eine Ursache dafür war die Beitragserhöhung von 15 auf 24 Euro und der Antrag der 2. Kompanie. Sie wollte die 400 beitragsfreien Mitglieder per Abstimmung dazu zwingen, ab sofort wieder Beiträge zu entrichten, und zwar in Höhe von 12 Euro. Der Antrag wurde jedoch mit großer Mehrheit von der Generalversammlung negativ beschieden.

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Doppelte Geschäftsführung

Erstmals in seiner mehr als 300-jährigen Geschichte wählte die Schützenbruderschaft St. Sebastian Balve mit Thomas Scholz und Wolfgang Riecke zwei gleichberechtigte Geschäftsführer. Um das Duo, das im vergangenen Jahr kommissarisch tätig war, in der  mäßig besuchten Generalversammlung wählen zu können, mussten die Schützenbrüder die Vereinssatzung ändern.

Da bis zum Rücktritt von Martin Terbrüggen (2016) stets ein Geschäftsführer seine Aufgaben im Vorstand erledigte, erläuterte Thomas Scholz der Generalversammlung, warum er und Riecke für den Doppelpack sind. „Uns beiden hat die Zusammenarbeit in den vergangenen 11 Monaten viel Spaß bereitet. Wir haben aber auch erkannt, dass die Anforderungen an die Geschäftsführung stetig steigen, nicht zuletzt durch die zahlreichen Genehmigungsverfahren und Sicherungsmaßnahmen. Obwohl heute sehr viel über Mails abgewickelt wird, haben wir dennoch 500 Briefe versenden müssen. Da unsere Arbeit erst nach Dienstschluss in Attendorn und Köln beginnt, sind zwei gleichberechtigte Geschäftsführer die ideale Lösung für den Vorstand der Schützenbruderschaft St. Sebastian Balve“, argumentierte Scholz, der anschließend ebenso wie sein Pendant Riecke mit überwältigender Mehrheit gewählt wurde.

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Zuvor musste Riecke bereits sein diplomatisches Geschick am Rednerpult unter Beweis stellen. Denn die vom Vorstand angekündigte Erhöhung des Jahresbeitrags von 15 auf 24 Euro erhitzte einige Gemüter. Zumal die 2. Kompanie diesen Antrag an den Vorstand gerichtet hatte: Die Generalversammlung möge beschließen, dass die beitragsfreien Mitglieder zukünftig 50 Prozent und somit 12 Euro an die Schützenbruderschaft entrichten.

Warum der Vorstand diesen Antrag überhaupt angenommen hat, bleibt sein Geheimnis. Denn die Bruderschaft verfügt über eine Satzung, aus der eindeutig hervorgeht, dass die Rentner keine Beiträge zu entrichten haben. Wenn also die 2. Kompanie der Meinung ist, jene Mitglieder, die beispielsweise länger als 40 Jahre treu und brav ihre Beiträge gezahlt haben, wieder zur Kasse bitten zu müssen, dann hätte sie einen Antrag auf Satzungsänderung stellen müssen, um die Beitragszahlung innerhalb der Schützenbruderschaft Balve zu korrigieren.

Aber dazu wird es nicht kommen. Die Generalversammlung stimmte nach einer langen und kontroversen Debatte für die Erhöhung des Jahresbeitrags auf 24 Euro, schmetterte aber den Antrag der 2. Kompanie ab. Somit bleiben die „Altvorderen“ der Schützenbruderschaft Balve beitragsfrei. Das muss sie aber nicht daran hindern, die Schützenbruderschaft hin und wieder mit einer Spende zu erfreuen, wenn Brudermeister Christoph Rapp und Co. sie zum Seniorentag ins Pfarrheim von St. Blasius Balve einladen. So wird es auch heuer wieder sein, und zwar im März. An diesem Tag wird es auch Ehrungen geben wie am Samstagabend.

Zu den Geehrten zählte während der Generalversammlung Oberst Andreas Fritz. Er erhielt unter dem Beifall der Schützenbrüder von Adjutant Lutz Errulat den Bruderschaftsorden (Verdienst-Kreuz) für seine 20-jährige Tätigkeit im Vorstand.

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