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Von Richard Elmerhaus

Mellen. Um die erforderliche Fläche für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses zu schaffen, müssen 17 Bäume und einige Sträucher aus dem Naturpark Homert in Mellen entfernt werden. Nachdem die ersten 11 Bäume gefällt wurden in dieser Woche, versammelte Ortsvorsteher Marco Voge heute all jene Meller um sich, die das Holz ersteigern wollten. Pünktlich um 12 Uhr eröffnete er das Prozedere und bereits nach 20 Minuten konnte er von den neuen Baumeigentümern 340 Euro entgegennehmen.

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Während Georg Schulze Tertilt (BILD) mit 250 Euro für sechs Eichen zum Erfolg der Versteigerung beitrug, steuerte Michael Hoffmann für vier Eichen 60 Euro bei. Thomas Fiedler sicherte sich die letzten beiden Eichen für 30 Euro.

Mellens Ortsvorsteher Voge sprachlos zu machen, das heißt schon was. Denn zumeist weiß der Ehrenbeamte der Stadt Balve sein Wort zu machen, selbst dann, wenn sehr kontrovers diskutiert wird. Am heutigen Morgen jedoch verschlug es Voge die Sprache. Ursache war Georg Schulze Tertilt. Der Grund: Der Auktionator hatte gerade einmal 15 Euro für den ersten Baum aufgerufen, da grätschte Schulze Tertilt verbal dazwischen. „Ich biete für die 11 Bäume 250 Euro. Wir müssen doch was für unsere Dorfkasse tun.“

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Sichtlich überrascht herrschte bei den Umstehenden erst einmal Schweigen, aber nicht im Wald, sondern im Naturpark Homert. Denn genau hier waren die Ahorn- und Kastanienbäume sowie Linden von den Mitarbeitern des städtischen Bauhofs in dieser Woche zu Fall gebracht worden. Galt es doch, Platz für das neu zu errichtende Feuerwehrgerätehaus der Löschgruppe Mellen zu schaffen. Für insgesamt 700.000 Euro soll es so schnell wie eben möglich gebaut und noch in diesem Jahr bezugsfertig sein.

Nachdem etliche Meller vor Wochen noch mit geballter Faust in der Tasche dem Vorhaben der Stadt Balve ihren Segen gaben, scheint jetzt die Einsicht zu obsiegen. Auch in der Dorfversammlung am Dienstagabend hieß es: „Der Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses an dieser Stelle ist richtig.“

Gleichzeitig erwarten die Bewohner aber von der Stadt Balve, dass sie rund um den Ententeich mit einer Infrastruktur, die ihrem Namen alle Ehre macht, den Parkcharakter erhält. „Das ist unser Wunsch“, sagt Ortsvorsteher Voge und erhält Zustimmung von allen Seiten. Gleichzeitig schreibt Feuerwehr-Löschgruppen-Führer Eugen Schulte der Dorfgemeinschaft ins Gebetbuch. „Es ist nicht unsere Aufgabe, die neue Grünanlage mit Geldern aus unserer Dorfkasse zu finanzieren, sondern allein Sache der Stadt Balve.“

So ähnlich sieht es auch Ortsvorsteher Voge: „Der Erlös unserer Versteigerung in Höhe von 340 Euro fließt komplett in die Dorfkasse. Ob wir irgendwann einen Geldbetrag entnehmen, um damit zur Verschönerung des Dorfes beizutragen, das werden wir zu einem späteren Zeitpunkt in einer Dorfversammlung besprechen.“

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