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Von Richard Elmerhaus

Beckum. Ein Lkw-Fahrer fährt ihm die Mauer kaputt, reißt das Vorfahrtsschild Dorfstraße/B 229 aus der Verankerung und macht sich dann aus dem Staube. Der Beckumer Gastronom Martin König sitzt seitdem nicht nur auf dem Schaden, er ist auch stink sauer. Einmal über den flüchtigen Lkw-Fahrer, dessen Firma bis heute keine Schadensregulierung vorgenommen hat, aber auch darüber, wie sich das Ganze seit der vermeintlichen Fahrerflucht entwickelt hat.

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Was war passiert? Ende Januar befährt ein Lkw die Dorfstraße in Richtung Arnsberger Straße. Als er merkt, er kommt mit seinem großen Gefährt nicht direkt auf die Bundesstraße 229, setzt er zurück, rammt die Mauer und das Verkehrsschild.

Damit beginnt für Martin König ein Riesenärger, obwohl zwei Zeugen, darunter sein Sohn Thomas, sich das Autokennzeichen des flüchtigen Fahrers notieren konnten, der sich in Richtung Balve davon machte.

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„Du bist im Recht – und trotzdem musst du dir dein Recht erkämpfen“

„Wir haben sofort Anzeige bei der Polizei erstattet. Aber passiert ist nichts. Du bist im Recht – und trotzdem muss du dir dein Recht erkämpfen, indem du einen Rechtsanwalt einschaltest“, klagt Martin König. Der Gastronom hatte gehofft, Polizei und Stadt Balve bemühen sich umgehend darum, zumindest das Verkehrsschild wieder aufzustellen.

„Es ist nichts passiert, obwohl die Situation ohne Beschilderung sehr gefährlich ist. Denn Auswärtige können meinen, dass sie innerhalb geschlossener Ortschaft Vorfahrt haben, weil sie von rechts kommend in die Bundesstraße 229 einbiegen“, sagt Martin König, der ungehalten über die fehlende Reaktion von Polizei und Stadt Balve ist.

Polizei wäscht ihre Hände in Unschuld

Die Ordnungshüter, von der HönneZeitung auf das fehlende Vorfahrtsschild angesprochen, wäscht ihre Hände in Unschuld. „Die Stadt Balve hat per Post eine Unfallmitteilung von uns erhalten. Damit war für uns die Sache erledigt“, erklärte Marcel Dilling, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis. Da die Stadt Balve steif und fest behauptete, sie habe keine Mitteilung von der Polizei erhalten, schickte die Behörde nochmals ein Schreiben und zusätzlich eine E-Mail heraus, um die Provinzposse zu beenden.

Plötzlich reagiert die Stadt Balve

Diese Unfallmitteilung scheint die Stadtverwaltung erreicht zu haben. Denn seit einigen Tagen steht das Verkehrsschild wieder, wenn auch nicht auf der reparierten Mauer, sondern auf einem ausrangierten Autoreifen.

Das Mauerwerk wartet immer noch auf Fertigstellung, nachdem die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wegen Verkehrsunfallflucht eingestellt worden sind. Laut der Anklagebehörde habe der Lkw-Fahrer nicht merken müssen, dass er Mauer und Schild umgefahren hat. „Wir versuchen jetzt, den Arbeitgeber des Truckers in die Pflicht zu nehmen, und zwar mit Hilfe eines Rechtsanwaltes. Bisher hat er nämlich keine Anstalten unternommen, den Schaden an unserer Mauer zu regulieren“, erklärte Martin König unlängst im Gespräch mit der HZ.

Das Verkehrsschild ist inzwischen von der Stadt Balve wieder aufgestellt worden, wenn auch auf einem alten Autoreifen.

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