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Von Richard Elmerhaus

Balve/Menden. Der ehemalige Balver Klaus Störmer, der jetzt in Soest lebt, war 40 Jahre als Dozent für die Wassersportausbildung an der Volkshochschule Menden, Hemer, Balve aktiv. Seit 1978 leitet er in jedem Semester die Kurse für den Erwerb des Sportbootführerscheins See. Da er am heutigen 7. April seine Tätigkeit für die VHS einstellt, werfen wir mit ihm einen Blick in den Rückspiegel.

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HÖNNE-ZEITUNG: Herr Störmer, wie kommt ein Lehrer dazu, Kurse für den Erwerb des Sportbootführerscheines zu geben? So etwas lernt man ja nicht an der Hochschule für Pädagogik?

Klaus Störmer: Während meiner Bundeswehrzeit war ich Ausbilder und Fahrlehrer für die Soldaten, die die Boote und Fähren auf den Seeschifffahrtsstraßen steuern mussten. Das war eine gute Voraussetzung für die Dozententätigkeit an der VHS in Nebentätigkeit.

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Sie werden zwar im August 80 Jahre alt, vermissen Sie dennoch nicht die Kurse zum Erwerb des Sportbootführerscheines See?

„Nein. Einmal muss Schluss sein, auch wenn es weiterhin Freude macht, jungen Leuten den Wassersport näher zu bringen.

Ist endgültig Feierabend?

Nein. Ich werde Einzelpersonen und kleinen Gruppen weiterhin helfen, die Prüfung erfolgreich abzulegen.

Wie viele Kursteilnehmer haben mit Ihrer Hilfe die Prüfung abgelegt?

Wenn ich pro Jahr 30 Personen zugrunde legen, kommen in 40 Jahren 1200 Wassersportler zusammen.

Die Prüfung ist sehr anspruchsvoll. Wie hoch war bei Ihnen die Durchfallquote?

Im Durchschnitt 6 bis 8 Prozent. Der Bundesdurchschnitt liegt bei mehr als 15 Prozent.

Wir sind hier im Binnenland. Wo erlernen die Teilnehmer denn die Praxis?

Die praktische Ausbildung ist in Rünthe am Hamm-Datteln-Kanal. Nach erfolgreicher Prüfung wird den Teilnehmern aber empfohlen, Praxiserfahrungen im Seebereich zu machen.

Wer so vielen Menschen die Theorie vermittelt hat, ist doch bestimmt auch Wassersportler?

Ja, das stimmt. Segeln auf Nord- und Ostsee, Mittelmeer und Binnengewässern. Jetzt im Alter nur noch mit eigenem Motorboot auf Flüssen, Kanälen und im Küstenbereich der Ostsee.

Wo kann man Sie nach Beendigung ihrer VHS-Tätigkeit noch einmal in wassersportlicher Umgebung treffen?

Ich bin am Samstag, 14. April, in der Segelschule Höcker in Möhnesee-Körbecke, Südufer 45, und zwar ab 16 Uhr. Hier besteht die Gelegenheit zu zahlreichen Gesprächen.

Seit 40 Jahren unterrichtet Klaus Störmer sein liebstes Nebenfach

Eigentlich hätte Klaus Störmer nach seinem Abschied aus der Schule die Beine hochlegen und seinen Ruhestand genießen können. Der pensionierte Hauptschullehrer schien von dieser Idee nicht allzu viel zu halten und feiert deshalb ein besonderes Jubiläum: Seit 40 Jahren unterrichtet er sein liebstes Nebenfach, den „Sportbootführerschein See“ in der Volkshochschule Menden-Hemer-Balve.

Klaus Störmers erster VHS-Kurs „Amtlicher Sportbootführerschein Küste“ fand 1978 in Balve statt, zahlreiche Kurse in Menden, Hemer und jetzt in Lendringsen folgten. Sein laufender Kursus, der heute endet, zählt achtzehn Teilnehmer.

Die Liebe zum Bootsfahren erwachte bei ihm als junger Mann in Hamburg. Hier erwarb er verschiedene Fahrlehrerscheine für die Ausbildung zum Erwerb von Bootführerscheinen. Den Unterschied zwischen dem Unterricht an einer Schule und in der Erwachsenenbildung beschreibt Klaus Störmer so: „Das Unterrichten bei der VHS ist viel einfacher. Hier sitzen motivierte 15- und über 60-Jährige auf einer Schulbank. Zum Teil wird in den Kursen so intensiv und still gearbeitet, dass man eine Stecknadel fallen hören kann. Und das schönste Geschenk sind die bestandenen Prüfungen und die Freude der Prüflinge darüber.“

Nebenbei leitet Klaus Störmer noch Pilzexkursionen bei der Volkshochschule, die er zukünftig verstärkt angehen wird.

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