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Von Richard Elmerhaus

Garbeck. In Garbeck wird der Schützenkönig demnächst wieder des Sonntags von zu Hause abgeholt, wenn es gewollt ist. Der Vorstand, der es lieber gesehen hätte, wenn die Majestäten wie in diesem Jahr auch zukünftig an der Kirche abgeholt würde, erlebte bei der Abstimmung ein Desaster. Mit 63:43 Stimmen sprachen sich die Schützenbrüder gegen die Pläne ihres Vorstandes aus.

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Zuvor hatten sich die Traditionalisten und Reformer der Schützenbruderschaft Heilige Drei Könige mehr als zwei Stunden lang ihre Argumente verbal um die Ohren gehauen. In einer nicht nur aufgeheizten Atmosphäre. Vielmehr glich die Schützenhalle gegen 22 Uhr nach Meinung des 1. Vorsitzenden Hubertus Schulte einem „Affenkäfig“, in dem die Akteure auf beiden Seiten außer Rand und Band waren. Ob es nur das brisante Thema, „wo wird das Königspaar des Sonntags abgeholt – zu Hause oder an der Kirche?, oder auch der Alkohol war, der für Emotionen pur am Samstagabend in Garbeck sorgte, wer weiß es?

Egal, wie auch immer der eine oder andere Schützenbruder die Chaos-Versammlung der Schützenbruderschaft Heilige Drei Könige für sich bewertet. Fest steht jedenfalls: Schlimmer geht’s nimmer.
Vor allem nicht für den Vorstand, der hoffnungslos überfordert schien, als es um die Beantwortung der Frage ging: Wird der Schützenkönig des Sonntags und Montags nicht mehr von zu Hause, sondern vom Kirchplatz abgeholt? Die Antwort auf diese Frage, die letztendlich den Vorstand in ein Desaster schlittern ließ, war so nicht erwartet worden.

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Schließlich waren Oberst Manfred Schwermann und Brudermeister Hubertus Schulte aus Sicht des neutralen Beobachters auf Erfolgskurs. Denn am Schützenfestsonntag 2018 waren so viele Menschen an den Straßen in Garbeck wie lange nicht mehr.

Der Grund: Das Königspaar, das an der Kirche abgeholt wurde, war wenig später wieder in der Dorfmitte präsent. Anders als 2017, als der Festzug für fast zwei Sunden abgetaucht war und dadurch für verärgerte Zaungäste gesorgt hatte.

Als Favorit und mit guten Argumenten ausgestattet, gingen Schwermann und Schulte in das Votum. Allerdings redeten sich die beiden Vorstandsmitglieder vor der Stimmabgabe um Kopf und Kragen. Als sie dann auch noch den Antrag der Gegenseite, der vorrangig von Helmut Schwermann mit den Argumenten der Traditionalisten untermauert wurde, völlig falsch einschätzten, kam es, wie es kommen musste.
Mit einem deutlichen Votum von 99-Ja-Stimmen, lediglich einer Gegenstimme und 2 Enthaltungen sorgte die Mehrheit dafür, dass das Königspaar des Sonntags allein entscheiden kann, ob es zu Hause, an der Kirche oder gar am Feuerwehrgerätehaus abgeholt werden möchte.

Während des Schützenfestes 2019 ändert sich allerdings nichts, weil sich die Regenten „Geier“ und Moni Geuyen vom Kirchplatz aus in den Festzug am Sonntag einreihen möchten. Auch der neue König wird am Montag vor dem Gotteshaus abgeholt. Denn die Versammlung hat heute Abend auch entschieden: Montags wird das neue Königspaar ohne Wenn und Aber vom Kirchplatz abgeholt.

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