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Langenholthausen/Lüdenscheid. Bundesjustizministerin Katarina Barley erklärt immer wieder: „Verbraucher dürfen nicht die Dummen sein, wenn sich Unternehmen nicht rechtstreu verhalten.“ Und was macht der Landrat des Märkischen Kreises, Thomas Gemke, er droht einem Autobesitzer damit, dessen Fahrzeug stillzulegen, wenn er der Rückrufaktion des Kraftfahrtbundesamtes nicht Folge leistet. Darüber ist Johannes Ruschepaul aus Langenholthausen so wütend, dass er diesen Offenen Brief an den Landrat richtet:

„Sehr geehrter Herr Landrat Gemke!

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Sie haben in Ihrer Eigenschaft als Landrat Ihre Mitarbeiter angewiesen, Bürger, die noch nicht der Rückrufaktion für Fahrzeuge nachgekommen sind, schriftlich aufzufordern, zu handeln. Dies ist sicher nur eine Ihrer vielen Obliegenheiten, allerdings in meinen Augen nicht eine der dringendsten.

Zum Thema Rückrufaktion habe ich folgende Einstellung: In meinen Augen lassen sich alle Personen, die diese willkürliche Rückrufaktion – ausgelöst durch das versagende Kraftfahrtbundesamt und die Politik in Kooperation mit der betrügerischen Automobilindustrie – zu Handlangern von Betrügern machen. 
In dieser Causa hätte ich mir von Ihnen gewünscht, dass Sie ähnlich Rückgrat zeigen wie seinerzeit mit dem Brandbrief zur Flüchtlingssituation. Gegen den Strom schwimmen und Position beziehen gegen die mafiöse Automobilindustrie und die verfehlte Politik.

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Aber nein, Sie lassen lieber den Bürger im Regen stehen und drohen diesem mit der Stilllegung seines Fahrzeugs – sofern er nicht der Aufforderung zur Teilnahme an der Rückrufaktion zwecks Update der Pkw-Software teilnimmt – wohlwissend, dass mit dem Software-Update das Problem nicht gelöst wird.

In diesem Fall wäre weniger Aktionismus nicht verkehrt gewesen. Schließlich gibt es jeden Tag neue Vorschläge von hochrangigen Politikern zur Lösung des Problems. Zuletzt sogar von unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie den Herren Scheuer und Dobrindt – ein aktueller Verkehrsminister und ein Ex-Verkehrsmister. Alles nachzulesen in der aktuellen Presse oder im Internet, sowohl im langsamen wie im schnellen.

Wie dem auch sei. Ich werde jedenfalls mit meinem Pkw nicht an dieser Rückrufaktion teilnehmen. Ich warte schon gespannt mit meinem Rechtsbeistand auf den Tag, an dem mein Fahrzeug, übrigens ein AUDI A4 Diesel, stillgelegt werden soll“.

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