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Balve. (H.R.) Vor lauter Lebensfreude am Ziel zu sein und dass alle es geschafft hatten, tanzten und sangen die 25 Pilgerinnen und Pilger der Balver Kolpinggruppe am späten Abend auf der Praza do Obradoiro vor der angestrahlten Kathedrale. Alle Strapazen der 4-tägigen Wanderung auf dem Jakobsweg von Rondola bis Santiago de Compostela waren vergessen. Ja, der fast 100 km lange Weg war teilweise beschwerlich gewesen, und die sengende Sonne hatte dazu beigetragen, dass es ein echter Pilgerweg geworden war.

Doch die feierliche Pilgermesse am Morgen des Sonntags, in der der berühmte Botafumeiro, der fast 55 Kilo schwere Weihrauchkessel, der an einem mehr als 60 Meter langem Seil hängt und spektakulär durch das Kirchenschiff geschwungen und auf seinem Flug von der glockenhelle Stimme einer Nonne begleitet wurde, entschädigte für alles. Auch das Schlendern danach durch die alten Gassen, Ruhepausen in Cafés und Bars, eine Rundfahrt mit einer kleinen Bimmelbahn, der Einkauf von Reiseandenken, ein typisches Abendessen (zum Beispiel Paella oder Jakobsmuscheln) trugen dazu bei.

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Ende September war die Balver Kolpinggruppe unterwegs. Der Flug ging von Düsseldorf nach Vigo. Ein Bus brachte die Gruppe zum Ausgangshotel. Die erste Etappe führte von Rondola nach Pontevedra. Von dort ging es weiter nach Caldas de Reis, dann nach Padron. Und nach der letzten Etappe war das Ziel erreicht.

Der abwechslungsreiche Weg, auch mal mit steilen An- und Abstiegen, führte über schöne Straßen, durch verträumte Ortschaften, vorbei an Kirchen und Friedhöfen, über uralte Steinbrücken, durch dunkle Wälder und an Flussläufen entlang, aber auch mitten durch Weingärten, wo noch nicht geerntete Reben zum Naschen verlockten. Freundliche Weinbauern schenkten dann auch gerne einige Trauben her. Unterwegs und bei den Pausen, herrschte eine heitere Stimmung. Nach dem Mittagsgebet wurden die Lunchpakete ausgepackt, die reichlich gefüllt waren, so dass einige sogar vorbei wandernden Pilgern etwas abgaben. Verlaufen konnte sich keiner. Der Pilger-Wegweiser (gelbe Muschel auf blauem Grund) wies den Weg zum Ziel: Santiago, das Grab des Apostels Jakobus.

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Abends, im Hotel, die Koffer waren schon von einer Begleiterin dorthin gebracht worden, ging es zunächst unter die Dusche. Als die Lebensgeister wieder geweckt waren, fanden sich alle in geselliger Runde ein. Freundliche Kellner servierten jeweils das Abendmenü. Nach einem Glas Wein oder Bier fielen die Jakobs-Wanderer dann todmüde ins Bett.

Auf dieser Pilgerreise erlebten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kolpingsfamilie Balve den Weg auch ganz individuell. Jeder ging auch mal für sich, war mit seinen Gedanken, Problemen und Erfahrungen allein, erfuhr aber auch, was Begegnung bedeutet. Sie geschah meist ganz zwanglos beim Unterwegssein. Man traf andere Pilger, wünschte Buon Camino und kam ins Gespräch. Auffallend war, dass sehr viele junge Leute unterwegs waren. Da keimte die Hoffnung auf, dass all die gemeinsamen Gebete, am Morgen, am Mittag und am Abend während der Wanderung, Früchte tragen werden für eine bessere Welt, ohne Elend, Hunger und Krieg.

So wird sich diese Pilgerwanderung, die 4. der Kolpingsfamilie Balve, bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einprägen. Das zeigten die Gespräche auf der Rückreise. Ein großes Dankeschön galt den Organisatorinnen und Organisatoren, die diese Reise möglich gemacht hatten.

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