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Balve. (R.E.) Die lang anhaltende Dürre hat die Glärbach-Quelle in die Knie gezwungen. Als Bürgermeister Hubertus Mühling heute Abend als Leiter der Stadtwerke Balve dem städtischen Betriebsausschuss die Schüttmengen der Quellen in konkreten Zahlen vorlegte, wurde allen Anwesenden deutlich vor Augen geführt: Ohne das Fremdwasser aus Menden würden die Balve „verdursten“. Denn die Glärbach-Quelle, im Vorjahr noch mit 1700 qm eine zuverlässige Trinkwasser-Lieferantin, sprudelt kaum noch. „Heute hat sie nur noch 420 qm Wasser geliefert, das ist neuer Minusrekord“, informierte Hans-Jürgen Karthaus von der Betriebsleitung der Stadtwerke Balve den Fachausschuss, der unter Leitung von Jörg Roland (CDU) im Rathaus tagte.

Als der in diesem Jahr verstorbenen Bürgermeister der Stadt Balve, Paul Lübke, vor gefühlten 40 Jahren einen Wasserlieferungsvertrag mit der Stadt Menden abschloss, da wurde er von vielen Seiten massiv gescholten. Die Ahnungslosen waren der Meinung, mit dem Wasserlieferungsvertrag werfe das Stadtoberhaupt den Mendenern „das gute Balver Geld in den Rachen“.

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Heute müssen all jene, die Paul Lübke auch später noch drängten, den Vertrag aufzukündigen Abbitte leisten. Denn damals wie heute fehlt es den Balvern an Trinkwassern, weil die Quellen für eine Eigenversorgung einfach nicht genügend Trinkwasser liefern. Als Paul Lübke an der Spitze des Stadtrates stand, war das Trinkwasser so knapp, dass eine Schlauchleitung von Balve über den Garbecker Kirchweg nach Garbeck gelegt werden musste. Überdies wurden die höher gelegenen Häuser mit Hilfe von Feuerwehr-Fahrzeugen mit Trinkwasser versorgt.

Auch wenn der heutige Bürgermeister Hubertus Mühling diese katastrophale Trinkwassersituation wahrscheinlich nur aus den Erzählungen seines Vaters Hubert kennt, so war er doch immer ein Verfechter für den Wasserlieferungsvertrag mit Menden, wenn auch zu verbesserten Konditionen.

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Als heute im Rathaus die nackten Zahlen, sprich Schüttmengen der Balver Quellen, auf dem Tisch lagen, sagte Hubertus Mühling: „Jetzt sehen wir, wie gut und wichtig die Einspeisung des Mendener Wassers in unserer Rohrnetz ist“. Gleichzeitig räumte das Stadtoberhaupt mit der Mär auf, dass Wasser aus Menden sei nicht so gut wie das Balver.

„Wir Balver waren doch in Menden und haben uns das Wasserwerk in den Ruhrwiesen ansehen dürfen. Dabei ist deutlich geworden, dass die Stadt Menden über eines der modernsten Wasserwerke in Europa verfügt. „Das Mendener Wasser ist nicht einen Deut schlechter als unser Balver Wasser“, lobte der erste Bürger der Hönnestadt den zuverlässigen Lieferanten aus dem unteren Hönnetal.

Dank der üppigen Liefermengen aus Menden kann sich die Stadt Balve sogar erlauben, die ebenfalls unter Wassermangel leidenden Nachbarn aus Neuenrade mit 355 statt 90 qm Trinkwasser zu beliefern. Das Neuenrader Wasser kommt aus den Ruhrwiesen über Eisborn nach Höveringhausen und fließt dann in die Haushalte unserer Nachbarn.

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