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Neuenrade. (K.S.) „Das ist eine Katastrophe für die Hönnequell-Schule“, sagte der Bürgermeister der Stadt Neuenrade, Antonius Wiesemann, im Gespräch mit unserer Zeitung mit Blick auf das Hinrichtungsvideo, das auf einer privaten Klassen-App die Runde macht.

Eigentlich ist diese App für die Hausaufgaben gedacht. Nach ersten Erkenntnissen, die Ermittlungen der Polizei laufen noch, soll das Video von einer Schülerin aus der 6. Klasse der Neuenrader Hönnequell-Schule per Whats-App auf die Reise geschickt worden sein. „Es wird schwierig sein herauszufinden, wer letztendlich die gewaltverherrlichenden Bilder verschickt hat“, sagt Dietmar Boronowski, Leiter der Polizei-Pressestelle der Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis. „Derzeit führen wir die strafrechtlichen Ermittlungen, um den Urheber für das abscheuliche Video zu finden.“

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Einige Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern sind geradezu entsetzt, nachdem das brutale Hinrichtungs-Video die Runde macht. Denn in dem rund 60 Sekunden langen Film ist zu sehen, wie zwei Maskierte ein Mädchen ermorden. Nach Prüfung durch eine Mutter scheint die Echtheit außer Zweifel.

Als die Schulleitung am Mittwoch von dem Video erfuhr, wurde durch sie und eine Mutter Strafanzeige gegen Unbekannt bei der Polizei in Iserlohn erstattet. Hier sind Beamte auf Internetkriminalität spezialisiert.

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Schulleiterin Eva Päckert hatte sich ihren Amtsantritt, der erst in dieser Woche erfolgte, sicher anders vorgestellt. Als sie am Mittwoch von unserer Zeitung auf das Hinrichtungsvideo angesprochen wurde, lehnte sie eine Stellungnahme ab. Inzwischen änderte sie jedoch ihre Meinung und erklärte, dass sie der Sache nachgehen und mit den Schülerinnen und Schülern der betroffenen Klasse 6 Aufarbeitung betreiben werde.

Wer das Horrorvideo in die inzwischen gelöschte WhatsApp-Gruppe eingestellt hat, soll bekannt sein. Im Gespräch mit unserer Zeitung äußerte ein Schüler, dieses Video sei längst nicht nur in der Jahrgangsstufe 6, sondern inzwischen an der gesamten Hönnequell-Schule im Umlauf.

Nicht zuletzt aus diesem Grunde werden sich die Kinder und Eltern auch mit dem Vertrauenslehrer der Hönnequell-Schule treffen, um das Thema Hinrichtungsvideo aufzuarbeiten. Dabei wird es auch darum gehen, Mobbing zu verhindern. Denn es soll angeblich Schülerinnen und Schüler geben, die das Video cool finden und es nicht gut finden, dass Anzeige erstattet worden ist wegen der Verbreitung durch die private Klassen-App.

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