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Balve. Das Alte muss dem Neuen weichen. So die Aussage von Archivar Rudolf Rath, der für Sie, liebe Leser, die 60-jährige Geschichte des Pfarrheims von St. Blasius Balve zusammen gefasst hat. Hier der 2. Teil:

„Die Substanz dieses Hauses, nach der Pfarrkirche das Zentrum des Gemeindelebens, hatte inzwischen arg gelitten: Dringende Sanierungs- und Umbauarbeiten, nämlich die Beseitigung bau- und heiztechnischer und sanitärer Mängel einschließlich Anpassung an künftige Bedarfe ließen erhebliche Kosten befürchten. Keine übergroße Überraschung 2015, als man vonseiten der Diözesanbaubehörde in Paderborn der Kirchengemeinde St. Blasius deshalb statt einer kostenaufwändigen Sanierung zur Neubauplanung riet. Und so ist es nun, nach langjähriger erfolgreicher Nutzungsgeschichte und zuletzt etwas mühseliger Planungsentwicklung Zeit, uns von diesem Teil der Gemeinde zu verabschieden, wohl gerade noch rechtzeitig vor dem Termin, an dem wir den 60-jährigen Geburtstag unseres Jugendheims bzw. Pfarrheims in Kürze hätten feiern können. Was aber bleibt uns nun, nach dem Abriss des Gebäudes?

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Wohl keine Brache, keine Baulücke, denn nach den Plänen der Katholischen Kirchengemeinde entsteht schon bald ein Neubau an dieser Stelle. Uns aber bleiben viele Erinnerungen, auch an Persönlichkeiten, die in den sechs Jahrzehnten hier planend und gestaltend gewirkt haben. Wir erinnern uns an die Verantwortlichen in den Kirchenvorständen und Pfarrgemeinderäten, an die Leitungen in den Gruppen, Vereinen und Verbänden. Wir blicken auch zurück auf das Wirken der Geistlichen, darunter als Pfarrer Josef Löcker (1958-1977), Ludwig Kinkel (1977-2000), Dr. Reinhard Richter (2000-2009) und Andreas Schulte (seit 2009) sowie die 13 Vikare, die vorrangig für die aktive Mitgestaltung bzw. geistliche Begleitung der Kinder- und Jugendarbeit verantwortlich waren.

Das Jugendheim sei ein Zeichen der Freiheit, so Bürgermeister Josef Lenze bei der Einweihung des Gebäudes im Jahre 1959. Und er forderte dazu auf, „jenen zersetzenden Kräften zu wehren, die die Zerstörung eines Staates erstreben, der uns Garant solcher Freiheiten ist.“ – Das war gerade mal 14 Jahre nach Beendigung des „Nazi-Terrors“. Und ist doch wieder hoch aktuell, auch für das neue Pfarrheim“.   Rudolf Rath

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