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Eisborn. (P.B.) Während der Bürgerversammlung in Eisborn wollte Ortsvorsteher Martin Danne erreichen, dass sich Bürger für einen „Runden Tisch“ finden, um mit der Firma Rheinkalk über die geplante Erweiterung des Steinbruchs zu reden. Dazu kam es jedoch nicht, weil unter anderem die Bürgerinitiative gegen die Erweiterung des Steinbruchs keinen Gefallen am „Runden Tisch“ fand. Dennoch rief Martin Danne zur Mitarbeit auf. Wer Interesse hat, kann sich bei ihm melden.

Das Thema Steinbrucherweiterung bewegt in Eisborn zahlreiche Bürgerinnen und Bürger. Deshalb war die Schützenhalle sehr gut besucht, als Ortsvorsteher Martin Danne zur Versammlung eingeladen hatte. Vertreter von Lhoist, ehemals Rheinkalk, waren hierzu ebenso wenig willkommen wie die Stadtverwaltung. „Ich möchte nur Einwohner, Betroffene und Anlieger zu Wort kommen lassen, ihren Standpunkt ausloten“, erhoffte sich der Initiator an diesem Abend neue Erkenntnisse zu gewinnen.

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Zu Beginn gab Danne einen Überblick, was die Ausweitung des Arbeitsbereiches um 46 Hektar für die Menschen bedeutet. „Der Abraum türmt sich bis zu einer Höhe von 400 Meter, höher als der Ebberg“, zählte der Ortsvorsteher auf. „Wenn heute dreimal gesprengt wird, gibt es demnächst jeden Tag eine Sprengung. Der erhöhte Lkw-Verkehr produziert Lärm, Umweltbelastungen und weitere Belästigungen.“

Martin Danne will einen „Runden Tisch“ bilden. Er möchte aus einer Gruppe von engagierten Teilnehmern aus den betroffenen Ortsteilen, die idealerweise an diesem Abend ihre Mitarbeit zusagen, diejenigen Personen wählen lassen, die bei dem Gespräch die Forderungen der Bürgerschaft vertreten.

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Schon nach kurzer Zeit wurde allerdings deutlich, dass die Anwesenden dieser „Konferenz“ sehr skeptisch gegenüber standen. Die Frage: Was bringt uns die Beteiligung rechtlich? Es muss festgelegt werden, was am Ende unwiderruflich ist, war ein Anliegen.

Doch hier stellte Bernhard Krutmann von der BGS (Bürgerinnen und Bürger gegen die Steinbrucherweiterung Eisborn/Asbeck) klar, das zwar ein „Runder Tisch“ gesetzlich vorgeschrieben, aber nicht rechtlich bindend sei. Mit der Durchführung wird lediglich eine Vorgabe erfüllt. Denn ohne Bürgerbeteiligung geht es nicht.

„Das ist ja reiner Formalismus, mehr nicht“, kamen Stimmen aus der Versammlung. Am Ende habe das Unternehmen seine Pflicht getan, es gibt kein Ergebnis, aber Lhoist hat einen Pluspunkt. Er befürchte, dass Termine verstreichen und die Bürgerschaft dann vor vollendeten Tatsachen steht, stellte Martin Danne die Gründe seines Aufrufs heraus. Michael Hirt, Vorsitzender der BGS konnte ihn allerdings beruhigen, als er versprach, dass die Bürgerinitiative auf der Hut ist und keinen Zeitdruck verspürt, zudem gibt es noch andere Möglichkeiten.

Gefordert wurde, dass das Inseldenken aufhöre: „Hier ist meine Heimat, wir haben nur die eine, die darf nicht zerstört werden.“ Deshalb sollte doch im Dorf an einem Strick gezogen werden, es dürfen sich nicht zwei Lager bilden.

Schließlich rief Danne noch einmal auf, sich zu melden: „Nicht vorrangig für den „Runden Tisch“, sondern um einen Entwurf für die Forderungen der Eisborner und Asbecker zu erstellen.  Vertreter der Vereine im Dorf und der BGS sollten auf alle Fälle vertreten sein.

„Wenn das Unternehmen die Erweiterung für alternativlos hält, müssen wir so stark sein und sagen, so wollen wir das nicht“,  erklärte Michael Hirt. Bevor die Versammlung geschlossen wurde, stellte BGS-Schriftführer Heinz-Dieter Kolossa eine weitere Maßnahme vor: „Wir wollen gegen die Staubbelastung juristische Schritte unternehmen.“ Dabei soll auch gegen den Märkischen Kreis vorgegangen werden, denn dort werden keine Maßnahmen gegen diese Luftverschmutzung unternommen. In vergleichbaren Kreisen sehe dies anders aus. Und: „Wie in dieser Situation vorgegangen wird, lässt ahnen, wie künftige Verfahren ablaufen.“

Auch wenn einige Stühle frei blieben, war die Versammlung doch gut besucht. FOTO: Peter Benedickt

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