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Balve/Neuenrade/Menden. Der Grandseigneur der Balver Blasmusik, Adolf Wulff, ist verstorben. Der 97-Jährige prägte 34 Jahre lang den Musikverein Balve, der seinem Ehrendirigenten sehr viel zu verdanken hat. Denn als musikalischer Leiter hat er nicht nur mit seinen Musikerinnen und Musikern den Menschen in vielen Städten von Südwestfalen große Freude bereitet, er war es auch, der den Nachwuchs geschult und ins Orchester integrierte. Aber vor allem war er ein Mensch, der anderen Menschen mit großem Respekt begegnete. Adolf Wulff war ein Vorbild für die Jugend und das Ehrenamt.

Im Jahr 1964 übernahm Adolf Wulff den Taktstock im Musikverein Balve und dirigierte das Hauptorchester 34 Jahre lang. Noch bevor er 1998 den Dirigentenstab  an seinen Nachfolger Martin Niedzwicki übergab, ernannte ihn der Verein auf Grund seines Lebenswerkes zum Ehrenvorsitzenden. Da ihm das Musizieren auch Spaß machte, ohne vor dem Orchester zu stehen und den Takt vorzugeben, spielte er noch einige Jahre im Orchester mit. Saxofon und Geige sind die Instrumente, die ihm große Freude bereiteten.

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Adolf Wulff, der nach seinem Dirigat noch 10 Jahre die Oldie-Band anführte, der Musiker aus Balve, Neuenrade und Hövel angehörten, kam aus der Militärmusik nach Balve. „Viele Experten haben das an seiner Art zu dirigieren erkannt und hatten nur Lob für seine Arbeit“, sagt Eberhard Bathe, der nicht unter Adolf Wulff musizierte, sondern bis zuletzt den Kontakt zu seinem ehemaligen Lehrmeister aufrecht erhalten hatte. Vor einigen Wochen ließ er unsere Zeitung bereits wissen, dass es um die Gesundheit seines Freundes Adolf sehr schlecht bestellt sei. Ihn in den höchsten Tönen lobend, sagte Bathe: „Adolf war immer für uns da. So ein enormes Engagement gibt es bei einem Dirigenten ganz selten.“

So sieht es auch Thomas Scholz, der seine Verbindung mit dem Ehrendirigenten so beschreibt: „Adolf war mein Saxophonlehrer, ein hervorragender Dirigent und Instrumentalist, perfekt an Geige und Saxophon, und ein toller Mensch. Stil, Charakter, Anstand, Höflichkeit und vornehme Zurückhaltung zeichneten ihn aus, er war ein Vorbild an Fleiß, Zuverlässigkeit und Menschlichkeit und zudem ein Freund des Wortwitzes. Es war mir eine Ehre, viele Jahre im Musikverein Balve unter seinem Dirigat musiziert zu haben. Mach es gut, Adolf, und auf Wiedersehen.“

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Diesen Ausführungen schließt sich die HÖNNE-ZEITUNG sehr gern an, denn besser als Thomas Scholz es getan hat, ist der außergewöhnliche Musiker und Mensch nicht zu beschreiben. Unsere Anteilnahme gilt seinen Angehörigen, denn Adolf Wulff hinterlässt eine große Lücke. RICHARD ELMERHAUS

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