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Balve. (R.E.) Es gibt nicht wenige Bürger, die überschwänglich behaupten: „Balve ist der Nabel der Welt.“ Sicherlich etwas übertrieben. Aber bricht man diese Aussage wohl wollend auf Europa herunter, dann passt sie. Denn vom 21. bis 22. August 2020 findet erstmals in der Hönnestadt die Herbsttagung der Europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen (EGS) in der Balver Höhle statt.

Ausgerichtet wird dieses Event aber nicht von der Schützenbruderschaft St. Sebastian Balve, sondern vom Bundesvorstand des Sauerländer Schützenbundes (SSB), angeführt vom Geschäftsführer Wolfram Schmitz, der ein Organisationsteam gebildet hat. Mitglieder sind diese Ritter aus Balve: Wilhelm Rademacher, Marc Schmoll-Stübecke, Martin Terbrüggen und Stefan Schewell. Unterstützung erfährt das Orga-Team durch einige Offiziere der Schützenbruderschaft Balve, auch wenn die lediglich der EGS den „Felsendom“ gegen Bezahlung zur Verfügung stellt.

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Heute sind fast 1 Millionen Schützen und ihre Familien in ca. 2.800 Bruderschaften, Gilden, Schutterijen und Vereinen in der EGS zusammengeschlossen. Schützen aus Schweden, Niederlanden, Belgien, Deutschland, Frankreich, Polen, Österreich, Tschechien, Ukraine und Kroatien finden in der EGS ihre europäische Heimat. Sie will den europäischen Geist aufrechterhalten und stärken, so dass eine bleibende, völkerverbindende Freundschaft entsteht und christliches Gedankengut in einem vereinten Europa gefördert und gepflegt wird, dabei jedoch Toleranz gegenüber Andersdenkenden üben.

Wenn im August 400 EGS-Mitglieder zur Herbsttagung in die Hönnestadt reisen, dann ist auch Charles-Louis Prinz von Merode dabei. Er ist seit 2006 Präsident der EGS. Ob der Schirmherr der EGS Karl von Habsburg Lothringen auch am 21. und 22. August in Balve präsent ist, konnte uns der Bundesgeschäftsführer des Sauerländer Schützenbundes (SSB) Wolfram Schmitz nicht sagen. „Das wird erst zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.“

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Frühzeitig waren der Generalsekretär der EGS, Peter-Olaf Hoffmann, die gute Seele der ESG, Marion Stimmel, sowie der Bundesoberst des SSB, Martin Tillmann, in Balve zu Gast, um die Herbsttagung der Spitzen der Schützenverbände aus Europa akribisch vorzubereiten. Zuerst einmal nahmen sie den „Balver Dom“ in den Fokus, dessen Geschichte ihnen von Pfarrarchivar Rudolf Rath und Pfarrer Andreas Schulte erzählt wurde. Sodann ging es in die Balver Höhle, um den Tagungsort zu inspizieren. Abgerundet wurde das Vorbereitungstreffen im Hause Schmitz. Im Beisein von Bürgermeister Hubertus Mühling und bestens versorgt von Gastgeberin Birgit Schmitz wurden Einzelheiten unter der Regie von EGS-Generalsekretär Hoffmann besprochen.

Nach rund vier Stunden stand der Ablaufplan fest, den Bundesgeschäftsführer Schmitz mit seinem Team inzwischen aktualisiert hat. So sieht er aus: Nach der Sitzung des Präsidiums am Freitag, 21. August, wird es den Empfang des Landrats Thomas Gemke und des Bürgermeisters Hubertus Mühling für die ca. 400 Gäste aus Europa in der Aula der Städtischen Realschule Balve geben. Anschließend findet das Pontifikalamt mit feierlicher Investitur in der St.-Blasius-Pfarrkirche Balve statt. Ein europäischer Schützenabend in der Balver Höhle rundet das Programm ab.

Am Samstag, 22. August, wird ab 10 Uhr die Sitzung der Plenarversammlung der EGS in der Balver Höhle ausgerichtet. Zeitgleich besichtigen die Damen die angrenzende Luisenhütte. Um 19 Uhr spielt der Musikverein „Amicitia“ Garbeck den Großen Zapfenstreich mit Europa-Hymne. Anschließend untermalt der MV Garbeck den Europäischen Schützenabend, der die EGS-Herbsttagung beendet.

172.000 Schützen im SSB
Dem Sauerländer Schützenbund (SSB) sind insgesamt 346 Schützenbruderschaften, Schützenvereine und Schützengesellschaften angeschlossen und er besteht aus den Kreisschützenbünden Arnsberg, Brilon, Meschede, Iserlohn, Lippstadt, Olpe und Soest. Insgesamt sind heute mehr als 172.000 Vereinsmitglieder im SSB organisiert. Damit ist der Sauerländer Schützenbund der zweitgrößte Verband in der EGS.

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