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Das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen räumte mit Ministerin Yvonne Gebauer den weiterführenden Schulen 48 Stunden ein, um die organisatorischen und alle weiteren notwendigen Voraussetzungen für den Schulbetrieb zu schaffen, damit am morgigen Donnerstag die Schülerinnen und Schüler aus den Abschlussklassen den Schulbetrieb wieder aufnehmen können.

Angesichts der Corona-Pandemie ein Zeitfenster, das allen Verantwortlichen des Schulträgers Stadt Balve sowie der weiterführenden Schulen vor eine große Herausforderung stellte. Wie in Balve zu hören ist, sind sowohl Haupt- als auch Realschule gut auf die 78 Schülerinnen und Schüler vorbereitet, die am Unterricht teilnehmen.

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Während die Schulleitungen und Lehrkräfte ihre Arbeit im Vorfeld verantwortungsvoll erledigten, stellte sich die Frage, ob dies auch bei Ministerin Gebauer der Fall war. Sie ist zwar nicht direkt für den Schülertransfer zuständig, aber wenn sie schon von jetzt auf gleich die Jugendlichen in die Schulen ruft, dann hat sie Sorge dafür zu tragen, dass die jungen Leute in den Bussen ebenso vor einer Infektion geschützt werden wie sie dies in den Schulen voraussetzt.

Ob dies in Balve oder auch in Menden der Fall sein wird, daran sind Zweifel erlaubt. Denn nach wie vor weigert sich DB Regio, die Hönnetalbahn wieder auf die Schiene zu setzen, um zu einer Entspannung der Schülerbeförderung beizutragen. Nach Aussage von Uli Beele, Pressesprecher Nahverkehr Westfalen Lippe, mangelt es an Lokführern. Angeblich sind so viele von ihnen erkrankt, und das seit nunmehr vier Wochen, dass die R54 weiterhin gestrichen ist. Und schon jetzt weiß man bei DB Regio, dass die Hönnetalbahn wegen Personalmangel erst Mitte Mai wieder von Neuenrade nach Unna und zurück fährt, um dann auch die Schülerinnen und Schüler zu befördern.

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Das Verhalten von DB Regio ist angesichts der Corona-Pandemie unverantwortlich. Denn der Ausfall des Hönne-Express führt dazu, dass die jungen Leute gezwungen sind, alle auf den Schienenersatzverkehr umzusteigen. Sie müssen in den Bussen Platz nehmen, egal ob die Abstandsregel eingehalten wird oder nicht.

Da es derzeit noch keine Mundschutzpflicht gibt, wäre es sinnvoll gewesen, wenn die Stadt Balve als Schulträger ihre 78 Kinder mit eigens gecharterten Bussen hin- und hergefahren hätte. Am Geld darf es nicht scheitern, wenn es darum geht, unsere Jugendlichen so gut wie eben möglich vor Infektionen in den Bussen zu schützen. Wenn nicht bei der An- und Rückfahrt alles Erdenkliche getan wird, um die Ausbreitung von Covid-19 zu vermeiden, dann stellt sich die Frage: Was soll das ganze Theater in den Klassenräumen mit Abstandhalten und Sitzplätzen mit Namensschildern sowie die Pausenaufsicht auf dem Schulhof? Denn die Lehrer agieren wie die Mitarbeiter des Städtischen Ordnungsamtes. Sie kontrollieren, ob die die Schülerinnen und Schüler die Abstandsregel einhalten.

Bleibt im Interesse der jungen Leute zu hoffen, dass sie verantwortungsbewusster mit der derzeitigen schwierigen Situation umgehen als die Erwachsenen, von denen einige allem Anschein nach der Meinung sind, die Corona-Pandemie sei schon besiegt. Ob dies auch für den Bürgermeister der Stadt Balve, Hubertus Mühling, gilt, ist unwahrscheinlich. Fest steht jedoch, dass sich die Kritik an ihm entzünden wird, wenn die Busfahrten zu Virenschleudern werden, weil die Abstandsregeln, die in Bus und Bahn trotz Corona-Virus nicht gelten, und der Platz in den Bussen unzureichend ist, um die Infektionskette zu kappen. Richard Elmerhaus

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