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Balve. (R.E.) Einige Jahre bei Radio/Fernsehhändler Hans Staffel in Balve beschäftigt, machte sich Helmut Schweitzer 1995 selbstständig. Seitdem ist er nach eigenem Bekunden erfolgreich in Balve unterwegs. Während zahlreiche Solo-Selbstständige ums Überleben kämpfen, kann er sich nicht beklagen. Im Gegenteil: „Die Menschen freuen sich, wenn ich komme“, sagt der Balver, der trotz Corona-Pandemie sehr gut zu tun hat.

Der Grund: Da die Menschen durch die Pandemie in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind, wird verstärkt das Fernsehgerät eingeschaltet, das aber nicht immer funktioniert. „Dann werde ich angerufen und helfe zumeist sofort“, sagt Helmut Schweitzer, der mit großem Optimismus in die Zukunft blickt.

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„Die Menschen sind dankbar dafür, nicht wie in anderen Sparten lange auf einen Handwerker warten zu müssen. Diese Dankbarkeit und der Kontakt zu den Bürgern ist Ursache dafür, dass mir mein Beruf und die Selbstständigkeit nach all den Jahren noch sehr viel Freude bereitet“, strahlt der Radio-Fernseh-Technikermeister, der uns wissen ließ. „Ich hatte einen großartigen Lehrmeister.“

Gemeint ist der Fachhändler Hans Staffel (+), bei dem er im Juli 1973 seine Lehre begann. „Damals waren wir mit unserem Chef, von dem ich eine Menge gelernt habe, insgesamt 13 Radio-Fernseh-Techniker, die in Balve und darüber hinaus ihre Arbeit verrichteten. Darunter war ich bis 1995. Dann habe ich mich selbstständig gemacht. Zuvor legte ich meine Meisterprüfung“, blickt Helmut Schweitzer zurück und fügt hinzu: „Als ich den Meisterbrief in der Tasche hatte, dachte ich mir: Du könnest Dich eigentlich selbstständig machen.“

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1995 war es dann so weit. Der Radio-Fernseh-Technikermeister Helmut Schweitzer eröffnete sein erstes Ladenlokal an der Garbecker Straße 4a (Haus Grewe) und arbeitete eine Weile mit dem leider so früh verstorbenen Christoph Platte zusammen. Nach acht Jahren wechselte er ins Schuhhaus Schneider. Und zwar in jene Räume, in denen Christel Grewe Textilien angeboten hatte. Von dort ging es wegen der fehlenden Parkplätze auf die andere Seite der Hauptstraße, auf den „Drostenplatz“ in die Ex-Praxisräume des Physiotherapeuten Hubert Willecke. Eigentümerin war damals Christel Bathe, heute Matthias Camminady.

Dass Helmut Schweitzer sein Ladenlokal 2013 auf dem Drostenplatz eröffnen konnte, das ist, so traurig es damals auch war, seinem schweren Unfall am 15. Oktober auf der Garbecker Straße geschuldet. „Damals habe ich nach meinen schweren Verletzungen bei Willeckes eine Reha gemacht. Dabei bin ich mit Hubert Willecke ins Gespräch gekommen. Als er mir sagte, dass er die Räume nicht mehr benötigt, habe ich sofort zugegriffen. Von 2013 bis 2016 war der Laden auf dem Drostenplatz, der beste, den ich je hatte. Dass ich vor vier Jahren passen musste, lag nicht an der Lage, sondern am Internet.

„Die Leute haben sich von mir beraten lassen, aber den Fernseher im Internet bestellt, weil er dort kostengünstiger angeboten wurde. Ohne Verkauf benötigte ich kein Ladenlokal mehr. Deshalb habe ich meine Werkstatt in den Keller meines Wohnhauses am Hohlen Stein verlegt, und zwar mit Erfolg. Der Service macht für mich nämlich mehr Sinn als der Handel. Ich bin zufrieden, so wie es heute ist.“

Zufrieden ist der Radio-Fernseh-Technikermeister vor allem deshalb, weil es ihm gelungen ist, seine Stammkundschaft auch ohne Geschäftslokal an sich zu binden. „Ich verkaufe natürlich noch Fernsehapparate auf Bestellung und richte sie meinen Kunden zu Hause ein. Dieses Angebot wird geschätzt, vor allem von den älteren Balvern, die glücklich sind, nur einen Ansprechpartner zu haben, wenn es um ihren Fernsehapparat geht“, lächelt der sichtlich zufriedene Radio-Fernseh-Technikermeister, als wir uns mit gebührendem Abstand in seinem Wohnzimmer unterhalten.

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