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Ob der UWG-Fraktions-Vorsitzende Lorenz Schnadt am Sonntagabend mit einem Lächeln auf den Lippen eingeschlafen ist, das kann, muss aber nicht sein. Denn der Protagonist der Unabhängigen Wählergemeinschaft Balve erlebte während der Kommunalwahl ein Wechselbad der Gefühle. Bei der Bürgermeisterwahl mit 33,32 Prozent sein bestes Wahlergebnis gegen den schwächelnden Bürgermeister Hubertus Mühling eingefahren, holte er sich bei der Wahl zum Rat der Stadt Balve in Eisborn eine Klatsche ab.

Immer wieder die Kampagne der BGS (Bürgerinitiative gegen Steinbrucherweiterung) unterstützend, hatte Schnadt darauf gehofft, als UWG-Ratskandidat im Bergdorf die Ernte einfahren zu können. Daraus wurde nichts. Jens Timmermann, gefühlte 50 Jahre im Trommlerkorps und in der Kirchengemeinde Eisborn aktiv, zeigte dem Gast aus Garbeck, was eine Harke ist. Mit 63,74 Prozent ließ er Schnadt, der es lediglich auf 28,9 Prozent brachte, nicht den Hauch einer Chance.

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Wie schwierig es ist, im „Schwarzen Eisborn“ zu punkten, hätte er wissen können. Ein Blick auf das Wahlergebnis aus dem Jahr 2014 (26,4 Prozent) zeigt nämlich, dass auch sein ehemaliger UWG-Fraktionskollege Frank Roland chancenlos gegen Martin Danne (CDU) war, obwohl auch er in Eisborn zu Hause war.

Dass sich Schnadt bei seiner Kandidatur in Eisborn eine blutige Nase holte, hängt damit zusammen, dass es den Bürgern allem Anschein nach nicht reicht, nur gegen die Steinbrucherweiterung zu sein. Denn wenn sie mehrheitlich der Meinung sind, Schnadt wäre das bessere Ratsmitglied bei der Verhinderung der Steinbrucherweiterung, dann hätten sie ihn und nicht Jens Timmermann mit 63,74 Prozent gewählt. Ein Ergebnis, auf das andere CDU-Ratsmitglieder sicherlich ehrfurchtsvoll schauen. Zumal die BGS auch in Eisborn öffentlich zum Widerstand gegen die Christdemokraten aufgefordert hatte, obwohl weder die CDU noch eine andere Fraktion im Rat der Stadt Balve darüber befindet, ob die Firma Lhoist den Steinbruch erweitern darf oder nicht. Das wird an anderer Stelle entschieden. Regionalrat und Bezirksregierung geben die Richtung vor. Deshalb wäre es nicht einmal so verkehrt, Bürgermeister Hubertus Mühling als Mittelsmann einzuschalten, um gemeinsam mit ihm die Interessen der Eisborner Bürger gegenüber Rheinkalk zu wahren. Dass er ausgleichend agieren kann, hat der alte und neue Verwaltungs-Chef bewiesen, als er mit den Beckumer Bürgern den Dialog mit HeidelbergCement (Helle) suchte und letztlich eine einvernehmliche Lösung gefunden wurde.
                                                             Richard Elmerhaus

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