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Sundern. Man konnte die Steine von den Herzen der RCS-Akteurinnen an diesem emotionsgeladenen Volleyballabend förmlich plumpsen hören. Soeben hatten die jungen Gastgeberinnen das Spiel gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Gäste aus dem Münsterland gewonnen, da stand die ausverkaufte Halle des Schulzentrums Sundern trotz Corona wieder einmal Kopf. Wie es gute Tradition zwischen beiden Teams ist, kamen die Fans beider Lager wieder einmal voll auf ihre Kosten. Dieses Mal allerdings mit dem besseren Ausgang für den RCS, der sich über den ersten Heimsieg in der neuen Spielzeit überschwänglich freute.

Nach drei Punkten zum Auftakt von Satz 1 stellten sich die Gastgeberinnen allerdings in der Anfangsphase zunächst selbst ein Bein. Eine Fehlerserie katapultierte den BSV in Front und beim 3:6 war Gesprächsbedarf auf RCS Seite. Mit Erfolg, hatte das Team doch bis zur ersten technischen Auszeit beim Stand von 7:8 den Anschluss fast wiederhergestellt. Bis zum 14:11 dominierten die eingespielten und abgeklärten Gäste, bevor der RCS zum Zwischensprint ansetzte. Fünf Punkte in Folge bis zur zweiten technischen Auszeit landeten auf dem Konto der Gastgeberinnen, die sich allerdings in der Folge bis zum 18:20 selbst aus dem Tritt brachten. Die zweite Auszeit aber brachte Klarheit über die notwendigen Abstimmungen und die „Blaue Wand“ schob das Team noch einmal an. Beim 23:23 brachte frischer Wind von der Bank das Quäntchen Rückenwind und der RCS stellte mit dem 25:23 auf 1:0 in den Sätzen.

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Damit war die Handbremse im Spiel des RC Sorpesee endgültig gelöst. Es wurde gebaggert, gehechtet, Tempo aufgenommen und vor allem immer wieder gut geblockt. Besonders der aufmerksame Mittelblock des Tabellenvorletzten von der Sorpe hatte in Durchgang zwei eine ganz starke Phase. Folgerichtig führte der RCS bereits früh mit 8:6 und konnte den Vorsprung weiter ausbauen. Bis zum 20:16 wogte das Spiel hin und her, bevor die spätere MVP Laura Kemper kurzerhand Durchgang zwei für beendet erklärte und fünf Punkte in Folge zur 2:0-Satzführung beisteuerte. 25:16 und sicher der bislang stärkste Durchgang der RCS-Mädels in der noch jungen Saison.

Satz 3 sollte aus Sicht der Gastgeberinnen die Entscheidung bringen, doch hatten Team und euphorische Fans die Rechnung ohne den Kampfgeist des BSV Ostbevern gemacht. Das Team um einen famos coachenden Dominik Münch drehte auf und ließ sich nicht abschütteln. Zwar lag der RCS fast den gesamten Durchgang einen oder zwei Punkte vorne aber die Wechsel des BSV zogen und beim 22:22 war alles in der Reihe. Jetzt kamen die Mädels vom See wieder zurück und erspielten sich beim 24:23 den vielumjubelten Matchball. Abgewehrt und gut gekontert vom BSV. So kam es wie es in einer hitzigen und spielerisch hektischen Schlussphase kommen musste: der RCS schaute in die Röhre und beim 27:25 war Ostbevern wieder voll da.

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Wer nun glaubte, dass die Partie kippen würde, der sah sich getäuscht. Der RCS kam mit einer ordentlichen Portion Wut im Bauch aus der Pause und ließ bis zum 13:8 kaum Zweifel an der zurückgewonnenen Souveränität aufkommen. Die Moral des BSV war freilich noch nicht gebrochen. Ostbevern kämpfte sich zurück, rettete plötzlich schier unmögliche Bälle und beim 13:12 aus RCS Sicht war Auszeit angesagt. Die Gastgeberinnen kamen zurück in die Spur und beim 16:12 war der Abstand wiederhergestellt. Allerdings nur kurz, punktete doch bis zum 17:16 fast ausschließlich das Gästeteam. Die folgenden drei Punkte sollten die Entscheidung bringen und der RCS zeigte, dass Abwehr spielen auch am Sorpesee zur Grundausbildung gehört. Einen starken Aufschlag und zwei Zauberabwehrbälle später war beim 20:16 der Bann gebrochen und bis zum 25:17 dominierten die Gastgeberinnen, die sich die drei Punkte für die Tabelle redlich erkämpft hatten.

So war nach Spielende die zeitweise hitzige Atmosphäre in Satz 3 schnell vergessen und beide Trainer zollten dem lautstarken aber sehr disziplinierten Publikum Respekt. Selbst in diesen schwierigen Zeiten ist die Blaue Wand für den RCS zum Zünglein an der Waage geworden und gab den entscheidenden Anschub zum ersten Sieg in Liga 2, der ob der Leistung des RCS am Ende in Ordnung ging.

Für den RCS aktiv: Bonnie Bastert, Maya Blume, Antonia Brenscheidt, Leonie Baumeister, Hanna Fleischer, Michelle Henkies, Alina Hustadt, Laura Kemper, Marie Metger, Kirsten Prachtel, Kim Spreyer, Victoria Vornweg, Vanessa Vornweg, Johanna Voß, Physio Anne Schmitz, Co-Trainer Linus Tepe und Coach Julian Schallow.

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