Nur der Vorname ändert sich! Oberst bleibt ein Fritz. Vater Andreas (l.) trat zurück, sein Sohn Maximilian wurde Nachfolger. Fotos: Roland Krahl
Balve. Um es gleich vorwegzunehmen: Es fiel auf, dass sowohl in der Kirche als auch bei der Jahreshauptversammlung der Schützenbruderschaft St. Sebastian Balve in der Aula der Realschule die jungen Schützen schwänzten. So bat am Ende der Versammlung Ex-Vorsitzender Engelbert Prinz von Croy die anwesenden Jungschützen darum, die eigenen Leute zu animieren zu kommen. „Denn ihr seid unsere Zukunft“, bat er auf freundliche Art um mehr Präsenz.
Doch von Anfang an. 133 Schützen der insgesamt mehr als 1900 Mitglieder starken Bruderschaft waren zur Aula der Realschule gekommen, um sich die Berichte des Vorstandes anzuhören und Wahlen vorzunehmen. Zuvor überbrachte König Dorian Krumrei die Grüße seiner Frau, die auch gerne mitgekommen wäre. Präses Dechant Andreas Schulte wies darauf hin, dass diese Versammlung weit mehr als nur ein Termin im Jahr sei. Denn das Schützenwesen sei viel mehr als nur Vereinsarbeit und daher dankte er den Aktiven für ihren Einsatz und der Geduld.
Kurz fasste sich Vorsitzender Christoph „Keksi“ Rapp, indem er die Aktivitäten des vergangenen Jahres aufzählte, die sich nicht groß vom Vorjahr unterschieden. Mit Standing Ovations wurde Oberst Andreas Fritzt verabschiedet, nachdem er mitteilte, dass er aus beruflichen und privaten Gründen von seinem Amt zurücktreten wolle. Nach 30 Jahren aktiver Arbeit und 10 Jahre als Oberst dankte er für die Unterstützung und erntete dafür riesigen Beifall.
Über eine erfolgreiche Schießsportgruppe berichtete Norbert Jonen. So kämen neun Landesmeister aus Balve, sechs Schützen nahmen an den Deutschen Meisterschaften teil und für einen Schützen sind die Olympischen Spiele 2032 das große Ziel. Der Schießstand im Keller der Realschule soll barrierefrei begehbar gemacht werden. Entsprechende Förderanträge für dieses 60.000-Euro-Projekt wurden gestellt und man hoffe, noch in diesem Jahr ein Bauende zu erreichen.
Nach den euphorischen Mitteilungen folgte aber schon bald die Ernüchterung mit dem Kassenbericht von Rüdiger Wieden. Unter anderem berichtete er von mehr als 1.000 Euro Kosten für Rückbuchungen von Mitgliedsbeiträgen, rund 32.000 Euro wurden in die Höhle investiert und das Finanzamt verlangte eine ordentliche fünfstellige Summe. Am Ende kam unter dem Strich ein sechsstelliges Minus heraus, das aber aus Rücklagen ausgeglichen werden konnte. Er ließ es sich nicht nehmen, die Veranstaltungen der Bruderschaft mal einzeln aufzuschlüsseln und mitzuteilen, dass außer dem Schützenfest alle ein Minus erwirtschaftet haben. Und auch das Plus vom Schützenfest in Höhe von etwas mehr als 4.000 Euro konnte das nicht ausgleichen. Den „fetten“ Jahren zuvor sei es zu verdanken, dass keine Kredite aufgenommen werden mussten.
Trotz alledem hat es Investitionen gegeben. So sponserte Westnetz einen Defibrillator, ein weiterer wurde von der Bruderschaft angeschafft. Ein Gerät kommt ans Schützenheim, das andere in den Vorraum der Sebastian-Klause. Zudem, so der Vorsitzende, werde eine Videoüberwachungsanlage installiert, die Vorstandsmitgliedern Bewegungen auf dem Höhlengelände sofort signalisiert.
Bevor Klaus Millinewitsch zum Ehrenmitglied der Bruderschaft ernannt wurde, bekam er noch von seiner 3. Kompanie die nötige Ehrung nach dem Ausscheiden als langjähriger Fähnrich. Zum Dank für seine Arbeit erhielt er einen Frühstückskorb und von allen Mitgliedern die Ehrenmitgliedschaft. Jahrzehnte in der Bruderschaft und dort im Vorstand tätig, war auch Thomas Griese, der ebenfalls die Ehrenmitgliedschaft erhielt.
Als besondere Anerkennung für seinen Einsatz bekam Rainer Schäfer einen Wasserinstallateur überreicht. „Das soll dich an unseren Dank erinnern“, so der Vorsitzende, der betonte, dass Schäfer immer sofort zur Stelle ist, sollte mal in der Höhle mal etwas nicht laufen.
Und dann kam der große Ritt des scheidenden Obersts Andreas Fritz. Auf die Frage: „Wie soll ich jetzt zur Höhle kommen?“, hatte der Vorstand die passende Antwort. Weiterhin mit einem Pferd. Und so hatten die Mitglieder ihre Freude, als er in das Pferdekostüm schlüpfen und einen Ritt über die Bühne absolvieren musste. Zur Belohnung ernannten ihn die Mitglieder dann zum Ehrenvorstand und Ehrenoberst.
Schließlich standen an diesem Abend, der immer wieder durch Musikstücke vom Musikverein Balve in den Pausen aufgelockert wurde, Wahlen an. Der stellvertretende Vorsitzende Stefan Grote wurde ebenso wie Kassierer Rüdiger Wieden, der erst im vergangenen Jahr das Amt übernommen hatte und nun erneut zur Wahl stand, um den Rhythmus wieder herzustellen, für vier Jahre gewählt. Neu gewählt wurde der 30-jährige Maximilian Fritz, der damit als Oberst in die Fußstapfen seines Vaters tritt. Beiratsmitglieder wurden Gerd Haupt und Sebastian Pauleck. Ein drittes Beiratsmitglied fand sich nicht. Ex-Schützenkönig Thomas Fischer wurde neuer Kassenprüfer.
Im Verhältnis zu den vergangenen Jahren waren an diesem Abend viele 40-Jährige anwesend. Im Jahr 1986 traten in die Bruderschaft ein: Frank Eismann, Jörg Hahn, Uwe Pieper, Dirk Wilmes, Udo Germowitz, Wilhelm Runte, Ulrich Gödde, Peter Windolf, Theodor Berken, Markus Korbel, Odo Willmes, Volker Schwabe, Ralf Assmann, Alexander Bosch, Martin Gruschke, Mike Wojtaszek, Martin Bunsemeyer, Hubertus Wycik, Dirk Löchel, Frank Egner, Matthias Streiter, Dietmar Schäfer, Udo Köster, Oliver Tamm, Ralf Schneider, Frank Ocklenburg, Dirk Mahlitz, Ralf Lüke, Wolfgang Zabel, Meinolf Preus-König, Klemens Mutzenbach, Dirk Assmann, Ralf Runte, Dieter Neuhaus, Andreas Giessen, Dieter Heinze, Guido Hagen.
Den 1. Stern erhielt bei der Ordensverleihung Pascale Romanowski, zwei Sterne erhielten Dominik Pieper, Nico Gundlach, Björn Nüsse, Niclas Fischer und Henrik Schwabe. Den großen Orden erhielt Thomas Lange. Schließlich konnte Ralf Schlotmann, langjähriger ehemaliger Kompanieführer der 4. Kompanie, noch den Vereinsorden in Empfang nehmen. kr






