Einige der fleißigen Wichtelhelferinnen. Die Kinder sind hocherfreut. Foto: Laura Berken
Garbeck. Auch im zweiten Jahr hat sich der Wichtelweg rund um den Eberg als echtes Winterhighlight erwiesen. Entstanden ist die Idee aus einer persönlichen Inspiration: Im Advent 2023 besuchte Linda Gaberle, Mitglied des Organisationsteams, einen kleinen Wichtelweg in Siegen und war von der Idee sofort begeistert. Der Rundweg um den Eberg eignete sich aus ihrer Sicht perfekt für eine Umsetzung in Garbeck.
Schnell fanden sich bastelbegeisterte Helferinnen, die das Projekt zunächst zu sechst umsetzten. In diesem Jahr wuchs das ehrenamtliche Organisationsteam auf acht Frauen an: Lisa Dudek, Sophie Biehs, Anne Wortmann, Annemarie Herbst, Britta Bender, Renate Schlotmann, Jennifer Hepping und Linda Gaberle.
Der Wichtelweg wurde bereits im vergangenen Jahr außergewöhnlich gut angenommen, insbesondere die Reaktionen der Kinder beeindruckten das Team. „Die Freude der Kinder hat uns motiviert, weiterzumachen“, so Linda Gaberle. Viele Eltern berichteten, dass selbst Kinder, die sonst nicht gerne spazieren gehen, mit großer Begeisterung dabei gewesen seien.
Die Planungen begannen bereits Monate vor der Eröffnung. Bei mehreren Treffen stimmte sich das Team darüber ab, wer welche Wichtelszene umsetzt und welche neuen Highlights entstehen sollen. Unterstützt wurde das Projekt in diesem Jahr durch finanzielle Mittel aus dem Heimatpreis der Stadt Balve sowie durch die Dorfförderung der Fanclubs in Garbeck. Dadurch konnten unter anderem die neu gestaltete Wichtelbank beim Holzkünstler Frank aus Menden in Auftrag gegeben sowie zahlreiche Details wie Weihnachtsbaumanhänger, Edelsteine für das Wichtelbergwerk und weiteres Material finanziert werden.
Die kreative Umsetzung erfolgte sehr individuell. Gearbeitet wurde sowohl alleine als auch gemeinsam – immer so, wie es zeitlich am besten passte. In jede einzelne Station flossen viele Stunden Arbeit und vor allem viel Liebe zum Detail.
Eine einzelne Lieblingsstation des Teams gebe es nicht. Vielmehr mache das Zusammenspiel aller Szenen den besonderen Reiz des Weges aus. Obwohl keine Wichtelfiguren zu sehen sind, entsteht bei den Besuchern dennoch der Eindruck, mitten in eine zauberhafte Wichtelwelt einzutauchen.
Zu den neuen Highlights zählten in diesem Jahr mehrere zusätzliche Stationen, darunter eine Kirmes, die von Schülerinnen und Schülern der Hauptschule Sundern im Rahmen der Wahlpflichtkurse Kunst und Technik gebaut wurde. Als besonderes Highlight erwies sich zudem die neue Wichtelbank, die auch nach dem Abbau des Weges dauerhaft am Eberg stehen bleiben wird. Große Begeisterung löste außerdem eine Mitmachaktion aus, bei der Kinder Holzanhänger für einen Weihnachtsbaum gestalten und aufhängen konnten.
Der große Erfolg brachte jedoch auch neue Herausforderungen mit sich. Über die sozialen Medien habe sich der Bekanntheitsgrad des Wichtelweges deutlich erhöht. An besonders gut besuchten Tagen seien bis zu zweitausend Menschen nach Garbeck gekommen, um den Wichtelweg zu erkunden. Damit sei der Ort verkehrstechnisch teilweise an seine Grenzen gestoßen, was verständlicherweise zu Unmut bei den Anwohnern führte.
Für das kommende Jahr wolle man daher frühzeitig das Gespräch mit dem Ortsausschuss suchen, um gemeinsam Lösungen zu finden. „Natürlich ist es toll, dass der Wichtelweg so gut ankommt, aber darunter sollen die Anwohner nicht leiden“, betont Linda Gaberle.
Trotz des hohen Arbeitsaufwandes – inklusive täglicher Kontrollgänge für Reparaturen, das Nachlegen von Edelsteinen und Anhängern sowie das Leeren der Wichtelpost – überwiegt für das Team die Freude am Projekt. Motivation seien vor allem das positive Feedback, die Unterstützung der Familien und der starke Zusammenhalt innerhalb der Gruppe.
Der Blick richtet sich nun bereits auf die dritte Auflage im neuen Jahr. Ideen für neue kreative Elemente gebe es reichlich. Zudem wünscht sich das Team, künftig an stark besuchten Tagen durch Getränke- oder Waffelstände Spenden für die Kinder- und Jugendarbeit im Dorf sammeln zu können.
Des Weiteren können Spenden per Paypal gesendet werden.
Für die Zukunft des Wichtelweges formuliert das Team einen klaren Wunsch: „Unbeschwertheit, strahlende Kinderaugen, Freude beim Vorbereiten und magische Momente.“ Genau diese Mischung hat den Wichtelweg in Garbeck zu einem festen Bestandteil der Advents- und Winterzeit gemacht. LB


