Neuenrade. Die traditionelle Umfrage zum neuen Jahr stand wetterbedingt unter keinem guten Stern. Dauerfrost, Schneeschauer und eisiger Wind ließen niemanden für die Beantwortung der Frage verweilen und auch die Technik machte vor den Temperaturen schnell schlapp. Also wurde die Straßenumfrage nach innen verlegt.
Ob der Stammtisch in der Altstadtgaststätte „Zur Linde“ oder im Imbiss, dort stimmten die Bedingungen und auf die diesjährige Frage „Welche Tipps oder Ratschläge haben Sie für den neuen Bürgermeister“ gab es bereitwillig Auskünfte.
So auch von Silke Altrogge. Sie hat eigentlich nur den Rat, einfach so weitermachen! Sie bemerkt die Bürgernähe von Volker Klüter, der das Amt des Startoberhauptes seit November ausübt und schon einige Veranstaltungen unterschiedlicher Art besucht hat. „Man merkt, dass er ein Dorfkind ist!“
Kritischere Töne kommen hingegen von Anja Gester Schwarzer. Sie betreibt die Lottostelle an der Ersten Straße und beklagt die Parkplatzsituation hinter ihrem Geschäft. War früher das Parken dort zeitlich begrenzt, ist es heute ohne Limit möglich. Dadurch ist der Laden besonders für ältere Kunden schwer erreichbar. Das Problem ist aber bereits Volker Klüter und dem Stadtmarketing vorgetragen worden. Was daraus wird, wird sich zeigen, zumal auch der Wochenmarkt neuerdings dort angesiedelt ist.
Ali Sancak lebt heute in Plettenberg, ist aber gebürtig aus Neuenrade und hat weiterhin auch einen Bezug zur Hönnestadt. Er gibt dem Bürgermeister den Rat, dringend die Fassade des Kindergartens an der Bahnhofstraße (ehemaliges Aldi Gebäude) erneuern zu lassen. Seiner Meinung nach ist beim Neuputz von Außen etwas undicht, was das Bauwerk nicht gerade zu einem Aushängeschild für die Stadt macht. Ansonsten würde er sich mehr Freizeitangeboten oder Unterhalt für Teenager wünschen.
Schon sehnsüchtig haben die drei Mitarbeiter von Mäc Döner darauf gewartet, auch in diesem Jahr sich zur Umfrage äußern zu können. Ömer Caner zieht gerne Vergleiche zu anderen Städten und kann sich keinen besseren Wohnort als Neuenrade vorstellen. Die Beliebtheit von Volker Klüter nach so kurzer Zeit im Amt findet er toll und hofft, dass sein Tatendrang nicht nachlässt.
Dem kann sich Ali Toplugedik eigentlich nur anschließen, rät dem neuen Bürgermeister aber, sich die Parkregelung in der Zweiten Straße und auch in der Bahnhofstraße genauer anzusehen. Er bemängelt, dass Anwohnern und Geschäftsinhabern das Abstellen eines Wagens schwer und durch die Verteilung von Knöllchen auch teuer gemacht wird. Als Lösungsvorschlag könnte er sich einen Parkausweis vorstellen.
Ein Verkehrsproblem möchte auch Mohamed El Khalil Volker Klüter ans Herz legen. Er kritisiert die Ausfahrt vom Aldi, die er als einen möglichen Gefahrenpunkt sieht. Ein Spiegel wie an der Ecke Eulengasse/Erste Straße sei eine einfache und dazu auch kostengünstige Maßnahme.
Gemütlich ging es auch in der Gaststätte „Zur Linde“ zu. Ein idealer Ort, um der Kalte zu trotzen.
Hier fand Heinz Friedriszik klare Worte, die er dem neuen Bürgermeister zukommen lassen möchte. „Der Start ist beeindruckend. Ein Bürgermeister, der als Erstes seinen Arbeitsplatz kennenlernen möchte. Ich bin überzeugt, dass er die Beständigkeit behält und die Kraft hat Veränderungen anzugehen. Denn nichts ist beständiger als Veränderungen.
Ebenfalls durchweg lobende Worte hat auch Udo Rademacher parat und meint, er sollte sich weiterhin so sehen lassen, wie er es bislang gemacht hat. Wichtig ist seiner Ansicht nach auch die Präsenz in den Vereinen. Toll findet Rademacher auch das Engagement, sich für ein frühes Schwimmen lernen einzusetzen.
Mit einer verstärkten Jugendarbeit gegen Vandalismus vorzugehen, ist der Tipp von Tobias Grabowski. Er hat in der Silvesternacht vor zwei Jahren die mutwilligen Zerstörungen rund um die Hönnequellschule gesehen. Ansonsten ist der Neuenrader voll zufrieden.
Lars Huster gibt den Ratschlag, im Rathaus für Anliegen, wie Beantragung eines Personalausweises, einen Tag oder bestimmte Zeiten einzuführen, die auch ohne Terminabsprache möglich sein sollen. Besonders für Berufstätige wäre die Einführung solcher Öffnungszeiten eine enorme Erleichterung. Schließlich soll man auch an vorwiegend ältere Neuenrader denken, die mit der Handhabung der digitalen Welt nicht so vertraut sind.sp