16 Jahre lang war Hermann Becker (Mitte) als Schatzmeister des Festspielvereins tätig. Dank sprachen ihm dafür 2. Vorsitzende Steffi Schulte und Vorsitzender Lukas Koch aus. Foto: Roland Krahl
Balve. Gut gelaunt berichtete der Vorstand der Festspiele Balver Höhle während der Jahreshauptversammlung von einem erfolgreichen Jahr 2025. Mit der Auslastung von 98,7 Prozent erreichte das Dschungelbuch nahezu die Super-Besucherzahlen von Pippi Langstrumpf, die nur knapp unter 100 lagen.
In seinem Rückblick machte Vorsitzender Lukas Koch aber auch deutlich, dass die konzeptionelle Umgestaltung des Irish-Folk-Freitag nicht den gewünschten Erfolg gebracht habe. Es seien nur unwesentlich mehr Besucher, als ein Jahr zuvor, gekommen. Das Drehen an der Preisschraube habe sich hingegen ausgezahlt. Die Eintrittspreise waren moderat angepasst worden und „das hat dazu geführt, dass allein dadurch alle Fixkosten gedeckt werden konnten“, bezeichnet er letztendlich auch das Festival als Erfolg.
Große Bedeutung maß er dem Prophecy-Festival bei. Hier haben die Festspiele schon seit Jahren die Restauration übernommen und werden vom Veranstalter dafür entlohnt. Koch bezeichnete dies als eine wichtige Einnahmequelle für den Verein. In dem Zusammenhang dankte er auch noch einmal allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für ihren beispiellosen Einsatz bei allen Veranstaltungen der Festspiele; sowohl während der Märchensaison, als auch den beiden Festivals seien immer etwa 80 Personen des Vereins im Einsatz.
Als erfolgreich bezeichnete er aber auch die weiteren Veranstaltungen in der Gransau, wie den Band-Abend, das Kneipen-Quiz und besonders das Winter-Erwachsenenstück. „Da waren alle 10 Vorstellungen ausverkauft“, war dem Vorsitzenden die Freude anzumerken.
Erfreulich war auch der Bericht von Schatzmeister Hermann Becker. Seit 16 Jahren hat er diesen Posten bekleidet und war maßgeblich daran beteiligt, den angeschlagenen Verein zu konsolidieren. Rund 7000 Buchungen mussten 2025 gemacht werden. Mit dem positiven finanziellen Ergebnis des vergangenen Jahres verließ er den Vorstandstisch in diesem Jahr. Er trat aus gesundheitlichen Gründen zurück.

Celina Otto (Mitte) zieht ins Ruhrgebiet und musste daher das Amt der Schriftführerin aufgeben.
Mit dem Küntroper Michael Bender, der just an diesem Tag 39 Jahre wurde, rückte ein junges Mitglied in den Vorstand nach. Er wurde einstimmig gewählt. Und auch die Schriftführerin Celina Otto trat zurück, da sie ins Ruhrgebiet zieht. Für sie wird Amelie Wozny ihr Amt übernehmen. Neuer Kassenprüfer wurde David Grünewald.
Zum Schluss lauschten die Mitglieder gespannt dem Vorsitzenden, denn dieser berichtete von einem Vorhaben, das dem Verein ganz neue Perspektiven erschließt. Das ehemalige Mammut und die darüberliegende Etage sollen vom Verein saniert und umgebaut werden und stehen dann als Geschäftsstelle, Gastro-Lagerraum, Masken-, Requisiten und Backstage-Raum zur Verfügung. Einen großen Teil der Fläche wird aber ein Museum einnehmen. Hier soll die Theatergeschichte der Balver Höhle, aber auch die des Gebäudes beleuchtet werden. Schließlich wurde es im Zweiten Weltkrieg von den Nazis genutzt, war hinterher Discothek, die über die Region hinaus bekannt war. Zeitgeschichtliche Dokumente und Videos sollen den Besuchern bei kostenlosem Eintritt gezeigt werden, ebenso gibt es Infos zur Backstage-Vereinsarbeit.

In der unteren Etage soll es neben der Geschäftsstelle auch ein kleines Museum geben.
Das Sanierungsvolumen erstreckt sich auf eine Summe von 516.000 Euro. Dass dies der Verein nicht tragen kann, dürfte klar sein. Doch es gäbe, so Lukas Koch, entsprechende Fördertöpfe, wie die Leader- und die Energetische Förderung. „Sollten wir diese bekommen, bliebe für uns ein Eigenanteil von rund 100.000 Euro übrig“, so der Vorsitzende. Entsprechende Anträge sollen bis zum Sommer entschieden sein. Dann soll eine Mitgliederversammlung über die Investition abstimmen. Wenn alles gut läuft, sei das Vorhaben im Sommer 2027 abgeschlossen.
Schließlich bat am Ende der Versammlung noch Carolin Fischer um Gehör, die erst kürzlich mit in die Teamleitung des Festspielchores gewählt wurde. Nach dem Mitgliederschwund während der Coronazeit – davor waren es mehr als 50 Mitglieder – soll ein neuer Anfang gemacht werden. Start soll am 26. Juni ab 10 Uhr in der Realschule ein Tagesseminar zur Stimmbildung sein. Zudem wird es einen Projektchor geben, der in sechs Proben für das Irish-Folk-Festival einen rund halbstündigen Auftritt einstudieren will. Die Proben werden immer mittwochs, 19.30 Uhr, im Haus Syre in Garbeck stattfinden, lud sie nicht nur Ensemblemitglieder des Vereins, sondern jedermann zum Mitmachen ein. kr



