Verwaltungsangestellter Gerold Vogel (l.) erläutert, wie weit das KIEZ-Projekt in Balve fortgeschritten ist. Foto: Krahl
Stadt Balve. Die Aufarbeitung der Hochwasserkatastrophe von 2021 ist auch fünf Jahre danach noch nicht abgeschlossen. Im Gegenteil. Als Folge davon sollen sogenannte KIEZ (Krisen-Informations-Ersthilfe-Zentren)-Punkte errichtet werden. Im Haupt- und Finanzausschuss berichtete Verwaltungsmitarbeiter Gerold Vogel, wie weit das Projekt inzwischen gediehen ist.
Gerold Vogel weiß zudem, wovon er spricht. Er war bei der Berufsfeuerwehr tätig, ist derzeit Zugführer des Löschzuges 1 in der Stadt Balve und seit einiger Zeit Mitarbeiter in der Stadtverwaltung. Er erinnerte daran, dass vor kurzem ein Telefon- und Internetausfall die Stadt Balve für viele Stunden lahmgelegt hatte. Da wurde das neue Konzept KIEZ bereits zur Anwendung gebracht, indem die Feuerwehrgerätehäuser besetzt wurden.
„Es hat uns aber auch gezeigt, dass die Feuerwehr das nicht allein stemmen kann. Wir sind auf die Hilfe der anderen Organisationen wie THW, DRK, MHD angewiesen“, machte er klar. Er verdeutlichte, dass das angesprochene Szenarium der Stufe 2 entsprach.

Noch nicht einsatzbereit ist in Balve hingegen die KIEZ-Stufe 2. Da müsse noch einiges getan werden, um eine Notfallbetreuung sicherzustellen. Diese Stufe wird ausgerufen, wenn es sich um größere, langanhaltende Szenarien handeln würde. In dem Fall soll ein Notfallzentrum am Krumpaul entstehen, bei dem ein ausreichendes Angebot bestehe. Es ist eine Anlaufstelle mit Betreuungsleistungen.
Die bedinge etwa auch ärztliche Leistungen. „Denn wie im Fall Kyrill müssen wir auch davon ausgehen, dass Kranke und Verletzte nicht in die auswärtigen Krankenhäuser gebracht werden können“, malte Vogel ein düsteres Szenarium, dem es zu begegnen gilt. Zudem müssten genügend Vorräte, angefangen von Windeln bis zum Trinkwasser, vorhanden sein.
In allen Stufen habe sich aber eben auch gezeigt, dass bei einer Besetzung von 24/7 ein hoher Personalaufwand erforderlich sei. Da die Hilfskräfte ja in diesen Fällen auch noch andere Arbeiten zu verrichten hätten, sei es unbedingt erforderlich, „das alle an einem Strang ziehen.“ Darüber hinaus sei es ebenso wichtig, dass die Bevölkerung informiert sei. Gerold Vogel schlug daher vor, in die Ortsteile zu gehen und dort Infoveranstaltungen zu machen. Zudem stellte er abschließend ein bereits erstelltes Faltprospekt mit den wichtigsten Informationen vor, die die Lage der KIEZ-Standorte der Stufen 1 und 2 verdeutlicht. kr



