Digitaler Wandel ohne qualifiziertes Personal – wie lange geht das gut? Die IT-Branche steht angesichts von Cybersicherheit über KI bis hin zu Low-Code-Lösungen weltweit vor einer doppelten Herausforderung: Während technologische Innovationen in rasantem Tempo voranschreiten, fehlt es an den Menschen, die sie umsetzen können. Nicht nur, weil ihnen die Ausbildung fehlt, sondern auch, weil die Experten zunehmend auf dem Sprung zum nächsten Arbeitgeber sind. Der neue Trendreport „IT World of Work 2025“ der ManpowerGroup zeigt, wie Unternehmen auf diese Entwicklungen reagieren sollten, um sinnvolle Weichen für die Zukunft zu stellen.
Der Bericht identifiziert im Rahmen einer Metaanalyse sechs zentrale Trends, die die Branche weltweit prägen:
Cybersecurity bleibt oberste Priorität: Cyberangriffe werden immer häufiger und raffinierter, nicht zuletzt durch geopolitische Spannungen und die Verbreitung KI-gestützter Tools. Die Schäden durch Cyberkriminalität werden für 2025 weltweit auf 10,5 Billionen US-Dollar geschätzt.
Technologie ersetzt keine qualifizierten Menschen: Trotz geopolitischer Unsicherheiten und KI haben weltweit 76 Prozent der IT-Arbeitgeber Schwierigkeiten, geeignete Fachkräfte zu finden.
Agentenbasierte KI verändert die Arbeitswelt: Autonome Systeme, die Aufgaben ohne menschliches Zutun erledigen, werden laut Studien wie von Gartner bis 2028 in einem Drittel aller Unternehmensanwendungen integriert sein.
Low-Code, No Code: Immer mehr Unternehmen setzen auf Low-Code- und No-Code-Technologien, die auch Benutzern mit geringen oder gar keinen Programmierkenntnissen die Entwicklung von Softwareanwendungen ermöglichen. Branchenexperten schätzen, dass 70 Prozent aller neuen Anwendungen 2025 damit entwickelt werden – dreimal so viel wie noch 2021.
Adaptionsprobleme: Dazu kommen auf der anderen Seite Schwierigkeiten bei der Adaption von KI in Unternehmensprozesse. Von diesen berichten Unternehmen hinsichtlich Datenintegrität, Kosten und vor allem der Qualifikation.
Hoher Bedarf nach Rechenzentren: Auch auf die Infrastruktur hat der KI-Boom Auswirkungen. Die Nachfrage nach Rechenzentren wächst laut internationaler Experten aufgrund des gestiegenen Einsatzes von KI jährlich um 15 Prozent. Der Energiebedarf wird sich bis 2030 um 165 Prozent erhöhen.
„Unser Report zeigt: Viele Unternehmen setzen große Hoffnungen in Künstliche Intelligenz – doch Technologie allein wird den Fachkräftemangel nicht lösen“, kommentiert Sven Brumund, Head of Experis Professional Resourcing. „Gefragt sind heute vor allem Menschen, die neue Technologien verstehen, gestalten und verantwortungsvoll nutzen können – denn selbst die klügste KI bleibt nur ein Werkzeug, wenn kluge Köpfe fehlen.“


