Feierliche Scheckübergabe: Linus Arends (v. l.), Jugendreferentin Doreen Wahl, Johanna Amelung, Gemeindereferentin Theresa Wagner, Thomas Buchmann, Dechant Andreas Schulte, Wolfram Schmitz, Gemeindepädagoge Sven Körber und Stefan Tremmel. Foto: Aleksandra Mösta
Balve. Am Heiligen Abend des vergangenen Jahres gab es eine Premiere mit dem ökumenischen Gottesdienst „Ehre sei Gott in der Höhle“ in der Balver Höhle. Nahezu eintausend Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Region fanden ihren Weg in Europas größte Kulturhöhle, um das erweiterte Angebot an diesem heiligen Tag zu nutzen und dem Kinder-Sing-Krippenspiel, welches von circa 40 Kindern mühsam vorbereitet und aufgeführt wurde, zu lauschen. Zudem bot der große Familiengottesdienst die Möglichkeit, die Christbotschaft anhand verschiedenster Stationen, welche in der Höhle errichtet wurden, ganz individuell zu erkunden und vor allem auch zu verstehen – und das für jede Altersgruppe verständlich.
Erstaunlicherweise erschienen zu diesem Anlass auch zahlreiche Menschen, welche nicht dem christlichen Glauben angehören. Dies freute die organisierenden Vereine besonders, da die Kirchen im Balver Umkreis somit trotzdem gut besucht waren und ihnen ihre Angst, eine „Konkurrenzveranstaltung“ zu errichten, genommen wurde.
Da dieses breit gefächerte und familienfreundliche Angebot der evangelischen Kirchengemeinden Balve und Deilinghofen, sowie des katholischen Pastoralverbandes Balve-Hönnetal sich letztlich als ein voller Erfolg erwies, der auch zahlreiche Familien aktivierte, soll eine derartige Veranstaltung auch in diesem Jahr wieder den Heiligen Abend prägen.
Um den ökumenischen Gottesdienst erneut vielfältig und mindestens genauso gut zu gestalten, erhielten die organisierenden Vereine eine großzügige Spende des Sauerländer Schützenbundes. Daher machten sich der Bundesvorstand Wolfram Schmitz, Geschäftsführer Thomas Buchmann und Bundesoberst Stefan Tremmel am Dienstagabend auf den Weg nach Balve, um den Scheck zu übergeben.
Im August dieses Jahres fand in Balve eine Herbsttagung der Europaschützen statt, zu der mehr als 500 Vereinsvertreter aus nahezu ganz Europa erschienen waren. Gemeinsam nahmen diese an einem katholischen Gottesdienst teil, welcher von Dechant Andreas Schulte gehalten und vom Musikverein Balve musikalisch begleitet wurde. Dieser Nachmittag wird vom Vorstand des Schützenbundes besonders hervorgehoben, denn: „Viele sehen nur, dass wir Schützen in Feierlaune und mit einem Glas Bier in der Hand herumlaufen. Und auch wenn das dazu gehört, ist die Schützenbruderschaft weitaus mehr als das. So ein Gottesdienst ist auch etwas, was allerdings meist hinter den Kulissen passiert“, so der Vorstand. Die sieben Kreisschützenbünde und dessen Schützenbrüder und -schwestern stünden der Heimat und zum großen Teil auch der Religion nämlich besonders nahe. Dementsprechend wurde gemeinsam ein guter Zweck gesucht, der die Ökumene unterstützt und so, wie die Herbsttagung auch, hier vor Ort in Balve ist.
Nach dem Gottesdienst gab es dann nämlich noch eine „Abendveranstaltung“ in der Balver Höhle. „Wir haben uns bereits im Vorhinein gedacht: Wenn es bei der Veranstaltung ein positives Ergebnis gibt, möchten wir das auf jeden Fall für einen guten Zweck spenden“, so der Balver Wolfram Schmitz, der Geschäftsführer des Sauerländer Schützenbundes ist. Und da der ökumenische Gottesdienst nicht nur für alle zugänglich ist, sondern auch den Kindern zugutekommt, entschloss der Verein sich ziemlich schnell für den Empfänger seiner Spende, denn: „Kirche ist da, wo die Gemeinschaft zusammen kommt.“
Mit 3500 Euro, welche an dem besagten Abend letztlich eingenommen wurden, möchte der Sauerländer Schützenbund nun dazu beisteuern, dass Heiligabend in der Balver Höhle ein ganz besonderes Erlebnis für Groß und Klein wird.
Und um dieses Ziel anzustreben haben sich die evangelische Kirchengemeinde Balve und Deilinghofen, sowie der katholische Pastoralverband Balve-Hönnetal auch schon einige Gedanken gemacht. Zunächst können die Kinder des Kinder-Sing-Krippenspiels vor dem großen Fest ins Tonstudio fahren und eines ihrer Lieder aufnehmen. So können die Eltern und ihre Kinder noch Jahre später stolz auf ihr Werk zurückblicken und sich die Weihnachtsbotschaft mit nach Hause nehmen.
Ansonsten soll der Nachmittag grundsätzlich so wie im vergangenen Jahr auch verlaufen. Nachdem die Besucherinnen und Besucher um 15 Uhr eingelassen werden, soll der ökumenische Gottesdienst um 15.30 Uhr mit dem Kinder-Sing-Krippenspiel beginnen, welches Doreen Wahl selbst schrieb und komponierte. Im Anschluss haben die Besucher etwa eine Stunde lang Zeit, um die zehn Stationen der Christbotschaft abzugehen, sodass der Gottesdienst um 17 Uhr, nach einem gemeinsamen Singen, beendet sein wird.
Zudem erhielt in der Vergangenheit jeder eine Kerze. Diese sollen auch in diesem Jahr die Höhle wieder zum Leuchten bringen. Zudem können in der Höhle auch Postkarten geschrieben werden, wie im vergangenen Jahr, welche überwiegend ihre Adressaten im Seniorenheim finden werden. Somit wissen auch die, die leider nicht an der Veranstaltung teilnehmen können, dass an sie gedacht wird. Diese Aktion gefiel den Gästen und den Organisatoren im vergangenen Jahr so gut, dass diese Möglichkeit auch jetzt wieder angeboten wird.
„Der finanzielle Aufwand liegt allerdings vor allem in der technischen Ausstattung, der Bestuhlung, der Dekoration und der Organisation“, erklärte Doreen Wahl. Da die Organisatoren an diesem Nachmittag keine sonstigen Einnahmequellen mehr haben und auch die Kollekte an die Organisation „Brot für die Welt“, also an Bedürftige und Hungernde gespendet wird, steht also jetzt schon fest, dass die Spende des Sauerländer Schützenbundes in Höhe von 3500 Euro, auf jeden Fall eine sinnvolle Verwendung finden wird. „Davon kommt ganz viel zurück. Und sei es nur die Begeisterung und das Strahlen in den Kinderaugen“, freute sich der Vorstand des Sauerländer Schützenbundes schon jetzt. AM




