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Eisborn. (R.E.) Die Bürgerinitiative Eisborn stimmte am heutigen Abend in der gut besuchten Eisborner Schützenhalle für eine Satzung, die eine knallharte Kampfansage an den Betreiber des Steinbruchs in der Asbeck, Rheinkalk Hönnetal, ist.

Zweck der BGS Eisborn ist es, die dauerhafte und endgültige Verhinderung der Erweiterung des Steinbruchs Eisborn/Asbeck einschließlich der hierfür geplanten Deponie. Der Schutz von Flora und Fauna sowie der Gewässerschutz im geplanten Abbau- und Deponiegebiet.

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Während der mit rund 250 Bürgerinnen und Bürgern besuchten Versammlung machten sowohl Matthias Aust als auch Hans-Dieter Kolossa mit ihren Verbalattacken auf den Steinbruchbetreiber Lhoist (Rheinkalk) deutlich, dass die BGS Eisborn schon jetzt mit harten Bandagen kämpft. „Die Erweiterung des Steinbruchs im Bereich des Beils ist ein enormer Eingriff in die Natur, den wir auf jeden Fall verhindern müssen. Zudem wird es zu einer noch stärkeren Lärm- und Staubbelästigung als bisher schon für die Bürger kommen, da die Kalkabgrabungen durch zusätzliche Maschinen erfolgen“, malte Aust ein düsteres Bild in der Schützenhalle.

Unterstützung erhielt er durch Klaus Korn (BUND), der dafür plädierte, das Biotop Beil unbedingt zu erhalten. „Wir sollten uns nicht auf Ausgleichsregelungen einlassen, denn in diesem Bereich ist nicht nur ein uralter Baumbestand, hier leben auch Wildkatzen.“

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Dass die BGS Eisborn nicht auf Diplomatie, sondern auf Konfrontation setzt, machte BGS-Schriftführer Kolossa deutlich. Er ließ die Zuhörer wissen, dass die Bürgerinitiative bereits Anzeige gegen Rheinkalk erstattet habe. Sie hätte ausgehöhlte Buchen geschlagen, obwohl dies verboten sei.

Vor dem eigentlichen Genehmigungsverfahren müsse die BGS Eisborn aktiv werden. Deshalb habe sie bereits mit der Bezirksregierung Kontakt aufgenommen. „Wir sind Verfahrensbeteiligte. Wenn wir unsere Chance nutzen wollen, die Erweiterung des Steinbruchs um 86 ha zu verhindern, dann jetzt“, schürte Kolossa die Emotionen. Einmal richtig in Fahrt, attackierte er auch die Stadt Balve, die sich gegen den Verkauf ihrer Flächen sperren solle, um so die Erweiterung zu verhindern. Die Stadt wolle sich doch wohl nicht damit rühmen, nichts getan zu haben, so der Vertreter der BGS, der Bürgermeister Hubertus Mühling sowie die CDU-Kommunalpolitiker Hubert Sauer und Martin Danne warnte. „Wir werden die geplante Steinbrucherweiterung zum Thema der Kommunalwahl machen. Lasst uns zusammen für unsere Heimat kämpfen“, so sein Aufruf, der von Beifall begleitet wurde.

Aber nicht alle Eisborner teilen die Meinung ihres „Landsmannes“. Im Gegenteil: Die beiden Vereinsvorsitzenden Andreas Danne (St.-Antonius-Schützenbruderschaft) und Dietmar Krämer (Trommlerkorps) reagierten sehr gereizt auf die Marschrichtung der BGS Eisborn.

Die Vereinsbosse forderten die BGS ebenso wie Bürgermeister Hubertus Mühling auf, nicht die Frontalkonfrontation zu suchen. Vielmehr solle sich die Bürgerinitiative mit dem Betreiber Rheinkalk an einen Tisch setzen, um eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden. Ihre Argumente: Wenn der Steinbruch nicht am Beil erweitert werde, dann suche sich Rheinkalk an anderer Stelle in Eisborn neue Abgrabungsflächen. Zudem sollte nicht vergessen werden, dass Rheinkalk ein langjähriger Arbeitgeber sei, bei dem zahlreiche Eisborner seit Jahren beschäftigt seien.

Nach Meinung von Bürgermeister Hubertus Mühling müssen die Bürger aus Eisborn, Asbeck und Böingsen jetzt dem Regionalrat ihre Vorschläge unterbreiten. Denn dieses Gremium entscheidet über die Erweiterung der Abgrabungsflächen und nicht die Stadt Balve oder die Bezirksregierung. „Wenn der Regionalrat nein sagt, kann die betroffene Firma nicht klagen“, informierte Klaus Brunsmeier vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.) und selbst Mitglied im Regionalrat.

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