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Balve. (R.E.) Immer wieder forderte die SG Balve/Garbeck als Hauptnutzer der Sportanlage „Am Krumpaul“ die Stadt Balve auf, endlich die uralte Aschenbahn durch eine Tartanbahn zu ersetzen. In diesem Jahr stellte die Politik 300.000 Euro in den Haushalt ein, um die Asche verschwinden zu lassen, die Entwässerung zu erneuern und den Schotter durch eine Pflasterung zu ersetzen. Die Arbeiten sollten am kommenden Montag, 22. Juni, beginnen. Aber daraus wird wahrscheinlich nichts, da die Stadtverwaltung mit der bauausführenden Firma aus Dortmund wegen der Kosten über Kreuz liegt. „Wir haben Probleme mit der Firma“, räumte Bürgermeister Hubertus Mühling nach der Ratssitzung ein, die er nutzte, um die Kommunalpolitiker über den Stress mit dem Unternehmen zu informieren.

Als vor 10 Jahren der Sportplatz „Am Krumpaul“ mit einem Kunstrasen versehen wurde, versäumte es die Stadt Balve als Eigentümer der Anlage, eine Kunststofflaufbahn zu installieren. Die Folge: Die rote Asche von der Laufbahn wurde immer wieder durch die Fußballer, vor allem bei Regen, auf den Kunstrasen getragen. Ein Ärgernis, über das sich die SG Balve/Garbeck mehrfach bei der Stadtverwaltung beschwert hat, allerdings bis vor etwa zwei Jahren ohne Erfolg. Im Jahr 2019 sollte die Renovierung der Anlage und die Instandsetzung der maroden Flutlichtanlage vorgenommen werden. Was das Flutlicht betrifft, ist inzwischen gehandelt worden.

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Auf die Tartanbahn werden die Sportreibenden, also auch die Sportabzeichen-Absolventen sowie die Schülerinnen und Schüler der städtischen Schulen wahrscheinlich weiterhin warten müssen. Auf Nachfrage unserer Zeitung mussten Bürgermeister Hubertus Mühling und Fachbereichsleiter Michael Bathe einräumen, dass der Baubeginn am 22. Juni keineswegs garantiert ist.

Der Grund: Nach der Submission und der Auftragsvergabe an ein Unternehmen aus Dortmund ist es im Rathaus zu Irritationen gekommen. Die Firma stellt nämlich plötzlich weitere finanzielle Ansprüche, und zwar in beträchtlicher Höhe. Die Stadtverwaltung ist jedoch nicht bereit, den Forderungen des Unternehmens nachzukommen. Vielmehr lässt sie überprüfen, ob die Nachforderungen gerechtfertigt sind.

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„All das, was die Firma zu leisten hat, war in der Ausschreibung. Deshalb weichen wir von unserer Linie nicht ab“, sagte uns Bathe, der sehr wohl weiß, dass es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen wird, wenn das Unternehmen und die Stadt Balve nicht auf einen Nenner kommen. So sieht es auch Bürgermeister Hubertus Mühling. Da jedoch der Ausgang eines eventuellen Gerichtsverfahrens völlig offen ist, sind der Stadt Balve vorerst die Hände gebunden.

Die Vergabe an eine andere Firma, die durch eine neue Ausschreibung erst einmal gefunden werden muss, und gleichzeitig eine Niederlage vor Gericht, könnte die Stadt Balve teuer zu stehen kommen. Schließlich geht es bei der Ausschreibung für die neue Kunststofflaufbahn um ein Volumen von etwa 250.000. Vor diesem Hintergrund holte sich Bürgermeister Hubertus Mühling während der Ratssitzung in der Garbecker Schützenhalle die Rückendeckung durch die Politik.

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