Riesenengagement auf Riesenbank. Foto: LEADERsein! e.V.
Balve/Neuenrade. Die Sommersitzung der Lokalen Aktionsgruppe der Bürgerregion am Sorpesee brachte drei positive Projektbeschlüsse. Alle Vorhaben sollen noch in diesem Jahr in die Umsetzung starten.
Vertreterinnen und Vertreter der LAG, der Bezirksregierung und Projektverantwortliche trafen sich am Montag bei passendem Sommerwetter in Sundern-Wildwiese. Auf einer kleinen Wanderung über den Naturerlebnisberg bestaunte die Gruppe Mikroabenteuer am Wegesrand. Die Riesenbank symbolisierte die gemeinsame Arbeit, denn ohne das Riesenengagement für die Region wäre LEADER im Sorpeland nicht so erfolgreich. Und so manches Mal verleiht einem die Motivation für die Gemeinschaft echte Flügel. Die Stationen Riesenschaukel, XXL-Bank, Wildewiese-Wings und Naturrahmen wurden durch eine Kleinprojektförderung der letzten Jahre ermöglicht. Ebenso dazu gehört die XXL-Murmelbahn, die Groß und Klein gleichermaßen begeistert.
Nach dem gemeinsamen Erfahrungen in der Landschaft, kehrte die Gruppe ins Hotel Steinbergs ein, um dort drei Projektvorhaben ihre ganze Aufmerksam zu schenken.
Den Anfang machte Stephanie Luttermann von der Kolpingsfamilie Bruchhausen. Mit der MahlWerkstatt Bruchhausen ist eine moderne Gemeinschaftsküche als generationenübergreifender Begegnungsort für das Dorf und die gesamte Region geplant.
Ingmar Lohmann von der WEPA-Stiftung stellte die Idee „Startup Sauerland – ein Netzwerk für die Region“ vor. Unternehmerisches Denken und Handeln trifft einen regionalen Nerv – gerade vor dem Hintergrund von Fachkräftemangel, demografischem Wandel und Transformationsdruck im Mittelstand.
Klimaklug ist die passende Beschreibung für das Vorhaben, welches der Biologe Martin Schlünder vorstellte. Der Titel beschreibt dies gut: „HERKULEX – Koordiniertes Gewässermanagement gegen invasive Arten im Hönne-Ruhr-Einzugsgebiet – Ein regionaler Verbund für Biodiversität, Gewässerschutz und bürgerschaftliches Engagement.“ Das Projekt ist ein Kooperationsprojekt zwischen den drei LEADER-Regionen, die im Einflussgebiet der Hönne liegen (Börde trifft Ruhr, HIM und Bürgerregion am Sorpesee). Es steht für einen neuen, gemeinschaftlichen Ansatz: Kommunen, Fachstellen und ehrenamtlich Engagierte arbeiten erstmals abgestimmt daran, invasive Pflanzenarten wie den Riesen-Bärenklau, den Japan-Knöterich und das Indische Springkraut entlang der Hönne und Ruhr nachhaltig einzudämmen.
Das Projekt schafft dafür eine regionale Koordinationsstruktur, praxisorientierte Schulungen und eine gemeinsame digitale Datenbasis. Beteiligt sind die Städte Balve und Neuenrade, die froh sind über diese breit angelegte Initiative, die als erfolgreiches Pilotvorhaben aus Nordengland adaptiert wird. Die berechtigte Hoffnung auf Eindämmung des Umweltproblemes ist groß. Wer sich bereits jetzt in dem Bereich engagieren möchte, darf sich gerne auf der Internetseite www.herkulex.green über die Möglichkeiten informieren. Der Wasser‐ und Bodenverband Hönne-Oese – WUB, tritt als Projektträger auf. Die LEADER-Gesamtförderung liegt bei rd. 200.000 €, wobei davon ein Anteil in Höhe von rd. 60.000 € auf unsere Region entfällt.
Mit den jüngst getroffenen Projektzusagen, sind rund zwei Drittel des Budgets verplant. Für weitere spannende Projektideen ist das Regionalmanagement offen, berät gern und hilft bei der Qualifizierung. Besonders die Handlungsfelder KLIMAKLUGsein und BEWEGTseindürfen noch stärker in den Fokus gerückt werden. Am 13. Oktober findet die jährliche Mitgliederversammlung und direkt im Anschluss die nächste Projektentscheidungssitzung statt. Vorhaben dafür können noch bis Ende August eingereicht werden.
Wer sich im Entscheidungsgremium engagieren und somit Teil des spannenden LEADER-Prozesses werden möchte, ist herzlich eingeladen. Für die LAG wird jeweils ein neues Mitglied aus Balve und Neuenrade gesucht, idealerweise in der Altersgruppe unter 40. Neben dem Austausch und der Mitwirkung bei Projektentscheidungen bietet die Region vielfältige Netzwerke, entspannte Sitzungstermine mit stets kulinarischer Versorgung und ein gemeinschaftliches Miteinander. Interessenten melden sich gerne bei Annika Kabbert oder Frank Holthaus.



