Stadt Balve. Es war diesmal alles etwas anders während der Ratssitzung am Abend. Kämmerer Hans-Jürgen Karthaus legte zum letzten Mal den Haushaltplanentwurf für das kommende Jahre vor, denn er geht Mitte des Jahres in den wohlverdienten Ruhestand. Und, der Haushalt 2024 weist ein Defizit aus, das gab es zuletzt acht Jahre nicht mehr. Damit einhergehen somit Vorschläge zur Deckung der fehlenden Summe, die sich auf 1.261.423 Euro beläuft. Steuererhöhungen sind unausweichlich – in welcher Höhe, darüber werden die Fraktionen in den nächsten Wochen beraten.
Bürgermeister Hubertus Mühling dämpfte die gute Stimmung im Ratssaal, indem er ankündigte, nicht so gute Botschaften zu haben. Als großes Glück bezeichnete er, dass die Erstellung des Haushaltsplanes bereits am Wochenende vor der Cyber-Attacke auf die Kreis- und Rathäuser gemacht worden war. „Sonst hätten wir heute einen solchen Haushaltplanentwurf nicht vorlegen können“, ließ er die Ratsmitglieder wissen. Steuererhöhungen seien erforderlich, doch habe es in den vergangenen 11 Jahren keine Erhöhungen gegeben und seit 2015 habe der Entwurf immer mit einem plus vor der Endsumme abgeschlossen.

Karthaus brachte Steuererhöhungen ins Gespräch. So schlug er zur Deckung der Fehlsumme eine Erhöhung der Grundsteuer A und B vor. Nach seinen Vorstellungen sollen die Hebesätze für die Grundsteuer A von 350% auf 395% und die Grundsteuer B von 600% auf 675% ansteigen.

Der Haushaltplanentwurf wird nun in den Fraktionen beraten und zusammen mit Bürgermeister, Kämmerer und Fachbereichsleitern nach Lösungen gesucht, um den Haushalt auszugleichen. kr