Inhaberin Kristina Büttner (links) hat den Pflegedienst mit Herz in Neuenrade im Jahr 2021 von Antje Hein übernommen. Foto: freiwerk Agentur, Thomas Winkelmeyer

Neuenrade. Der Häusliche Pflegedienst mit Herz in Neuenrade feiert sein 30-jähriges Bestehen. Was am 1. Januar 1996 für Antje Hein mit einem Schritt in die Selbstständigkeit begann, ist heute für viele Menschen in Neuenrade mit seinen Ortsteilen sowie in Balve ein verlässlicher Partner in der häuslichen Pflege.

Nach aktuellem Kenntnisstand zählt der Pflegedienst damit zu den drei ältesten ambulanten Pflegediensten im Märkischen Kreis. Die Gründerin Antje Hein hat den Dienst 1996 aufgebaut und über viele Jahre geprägt. Seit Januar 2021 führt Kristina Büttner als Inhaberin den Pflegedienst weiter mit dem Anspruch, das Bewährte zu erhalten und gleichzeitig den Blick nach vorn zu richten.

„Pflege mit Herz hieß für mich immer Zeit haben“, sagt Antje Hein. Dieser Grundsatz prägte den Alltag von Anfang an und ist bis heute Teil der Haltung des gesamten Teams. Für Hein war genau das immer der Kern ambulanter Pflege: Menschen nicht nur zu versorgen, sondern sie wahrzunehmen – in ihrem Zuhause, in ihrem Alltag, in ihrer Geschichte. Dass daraus oftmals langjährige Beziehungen entstanden, zeigt ein Blick zurück: „Wir haben einige Familien über drei oder sogar vier Generationen hinweg begleitet und versorgt“ , erinnert sich die Gründerin.

Auch der Name „Pflege mit Herz“ entstand aus dieser Außenwahrnehmung heraus: Der befreundete Werbefachmann Horst Hanke brachte die Idee damals auf den Punkt: „Du machst das doch mit Herz und Blut.“ Der Gedanke blieb und wurde zum Markenzeichen: Pflege, die fachlich fundiert ist und gleichzeitig menschlich bleibt.

Die heutige Inhaberin Kristina Büttner wechselte Ende der neunziger Jahre direkt nach ihrer Ausbildung zum Neuenrader Pflegedienst und kennt diesen aus vielen Perspektiven. Durch ihre über 20-jährige Zugehörigkeit war die Übernahme im Jahr 2021 ein logischer Schritt. Ganz einfach war die Entscheidung jedoch nicht: Antje Hein erinnert sich, dass Kristina Büttner nicht sofort begeistert war. „Ich habe Kristina zu der Zeit ein paar Mal fragen müssen, ob sie meine Nachfolgerin werden möchte. Aber ich habe damals natürlich auch verstanden, dass dies keine Entscheidung ist, die man über Nacht trifft.“

Heute ist Büttner sehr glücklich über ihre Entscheidung vor über fünf Jahren, auch wenn das Geschäft mit der Pflege nicht einfacher geworden ist. Besonders wichtig ist ihr aber nach wie vor, dass Pflege im Alltag nicht „getaktet“ wird, sondern die Zeit bekommt, die sie braucht: „Mir ist es wichtig, dass jeder Kunde die Zeit bekommt, die er wirklich benötigt. Ich möchte mit einem guten Gefühl nach Hause gehen und abends noch in den Spiegel gucken können.“

Damit Pflege gelingen kann, braucht es nicht nur Herz, sondern auch ein starkes Team. Büttner beschreibt ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so: „Eine ganz große Portion Kompetenz, ganz viel Herzlichkeit und ein gutes Miteinander.“ Sie betont zudem die hohe Fachlichkeit im Team und die Bedeutung guter Rahmenbedingungen, insbesondere, weil ambulante Pflege unter besonderen Bedingungen stattfindet: Wege, Witterung, Wohnsituationen und die Zusammenarbeit mit Angehörigen spielen eine größere Rolle als vielen bewusst ist. „Was viele unterschätzen: ambulante Pflege ist wirklich sehr herausfordernd“, so Büttner. Und die Anforderungen steigen weiterhin: von Digitalisierung über Fachkräftemangel bis hin zu einer älter werdenden Gesellschaft.

Mittlerweile arbeiten beim Neuenrader Traditions-Pflegedienst insgesamt 25 Menschen. „Ich bin sehr stolz darauf, dass wir einen sehr hohen Aus- und Fortbildungsstand haben. Fast 75% meiner Mitarbeiter haben eine Fachausbildung. Damit sind wir bestens für die Herausforderungen der heutigen qualifizierten ambulanten Pflege gerüstet,“ sagt Kristina Büttner. Gleichzeitig bildet der Pflegedienst weiterhin junge Menschen aus, auch wenn es zunehmend schwieriger wird, Nachwuchs für den Pflegeberuf zu gewinnen. Interessierte können sich direkt bei Kristina Büttner melden.

Wichtig ist aber auch ein funktionierendes Netzwerk vor Ort – mit Ärzten, Apotheken, Angehörigen und weiteren Anlaufstellen. „Ganz alleine kann man noch so gut sein, man ist auf ein funktionierendes Netzwerk angewiesen“, sagt Büttner. Das gilt heute mehr denn je, wenn Versorgungsprozesse enger werden und Menschen beispielsweise nach Klinikaufenthalten früher nach Hause zurückkehren.

Zum Jubiläum im Sommer 2026 möchte der Pflegedienst das Miteinander, die Treue und das Vertrauen der Menschen in Neuenrade würdigen und sich zugleich bei allen bedanken, die die Arbeit über Jahrzehnte möglich gemacht haben: bei Kundinnen und Kunden, Angehörigen, Kooperationspartnern und besonders bei den Mitarbeitenden im Team. Am 11. Juli 2026 soll das 30-jährige Bestehen im Rahmen einer Jubiläumsaktion in Neuenrade gefeiert werden.