Die Zukunft des Schießsportes Joel Weißmüller (links) und Cedric Valera-Soldan (mitte) erhielten für ihre bemerkenswerten Erfolge in so jungen Jahren eine mehr als verdiente Urkunde des SSV-Geschäftsführers Volker Griese (rechts). Fotos: Aleksandra Mösta
Balve. Nicht nur das Ehrenamt, sondern auch das Vereinsleben nehmen heutzutage ab, obwohl es so hoch angesehen ist. Nicht nur um dem entgegenzuwirken, sondern auch um besondere Leistungen in der Umgebung zu preisen und zu fördern, trafen sich verschiedene Vereine am Freitagabend am Sportplatz am Krumpaul, um auf ein erfolgreiches und sportliches Jahr 2025 zurückzublicken. Um den Abend angemessen ausklingen zu lassen, stand der SG Balve/Garbeck als Thekenteam bereit, um die Gäste mit Getränken und kleinen Leckereien, wie Gummibärchen und Flips zu versorgen.
Gemeinsam mit der musikalischen Begleitung und Eröffnung durch Eligiusz Badura, konnte Christa Knoop, die erste Vorsitzende des Sportverbands Balve, die zahlreich erschienenen Gäste und ganz besonders die sportlichen Talente begrüßen. Auch Bürgermeister Hubertus Mühling konnte sich diese Veranstaltung nicht entgehen lassen. Er verkündete, dass die Stadt die Fläche am Krumpaul nun nicht mehr pachtet, sondern dass sie den Sportplatz im vergangenen Jahr gekauft habe. Dementsprechend konnte die Stadt sich nun beim Bund melden, welcher 333 Millionen Euro für die Sanierung und Modernisierung kommunaler Sportstätten zur Verfügung stellt. Die Kommunen, die bis zum Anfang des Jahres eine Projektskizze eingereicht haben, werden nun berücksichtigt und erhalten bald eine Rückmeldung, ob sie für ihr Projekt eine Förderung erhalten werden. Dies soll besonders die Teilhabe am Ehrenamt und Vereinsleben fördern.
Da diese besonders durch das Berufsleben und allgemeine finanzielle Faktoren zunehmend erschwert werden, finden sich heutzutage „weniger Kinder und Jugendliche im Einsatzgebiet“ , so Christa Knoop. Nun möchte die Stadt dem nicht nur mit attraktiveren Sportstätten, sondern auch im engen Austausch mit Vereinen entgegenwirken. Aufgrund dessen wird am Montag, 20. April, ab 18.30 Uhr in das Vereinsheim „Mittendrin“ am Krumpaul eingeladen. Dort wird Bettina Lugk, Mitglied des Deutschen Bundestages in der SPD, offen für Gespräche über bewegende Thematiken im Verein sein, sodass ein „echter Austausch auf Augenhöhe“ erfolgen kann – kündigte Christa Knoop an: „Wir geben die Hoffnung nicht auf und wir arbeiten daran, dass es mit dem Ehrenamt und dem Vereinsleben besser wird.“
Um nun aber die engagierten und talentierten Sportler der Region zu würdigen, wurde erstmals die hohe Teilhabe der regionalen Grundschulen gelobt. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr nämlich 162 Sportabzeichen an diese verteilt – darunter 23 Goldene, 110 Silberne und 29 Bronzemedaillen. Im Zuge dessen wurden Kerstin Uedickoven, stellvertretend für die St.-Nikolaus-Grundschule in Beckum, Andrea Sprenger, stellvertretend für die Gemeinschaftsgrundschule St. Johannes Balve und Anna Holin, stellvertretend für die katholische Grundschule Drei Könige Garbeck, 50 Euro und eine Urkunde überreicht.
Dabei ist die Beckumer Grundschule ganz besonders herausgestochen. 12 Schülerinnen und Schüler schlossen sich gemeinsam mit Trainer Otmar Hermanns zu einer Schulmannschaft zusammen und übten die verschiedensten Formen der Leichtathletik aus. Schließlich trauten sie sich im vergangenen Mai sogar schon an den Kreismeisterschaften des Märkischen Kreises teilzunehmen und errangen dabei sofort den ersten Platz. Im Juli stand dann das Finale aller 12 Schulkreismeister an. Trotz der großen Aufregung in dem großen Stadion in Brilon, gaben die Kinder alles im 5-Minuten-Lauf, der Hindernisstaffel, im Weitsprung und dem Medizinballstoßen, sodass sie sich schlussendlich den 5. Platz erkämpfen konnten. Das war also ein großer Erfolg für Emma und Mia Hermanns, Tomma Hepping, Luise Klüter, Florentine Tieskötter, Ilvy Weber, Max Brinkschulte, Bruno Granata, Luca Jahn, Hugo Kleine, Conner Lamm und Lennard Sprenger – und das bei den ersten Wettkämpfen überhaupt!
Auch Werner Herdes darf auf eine erfolgreiche Sportkarriere zurückblicken. Diese begann allerdings schon im Jahr 1975 mit der entdeckten Leidenschaft zum Schiedsrichter. Das bedeutet, dass er im vergangenen Frühjahr sein 50-jähriges Jubiläum feiern durfte – eine bemerkenswerte und herausragende Zeit.
Nicht zuletzt macht auch die Jugend auf sich aufmerksam. Der Beckumer Joel Weißmüller nahm im Herbst des vergangenen Jahres an der Deutschen Meisterschaft des Blasrohrsports teil. Und trotz, dass der 18-jährige das Blasrohrschießen erst vor zwei Jahren für sich entdeckt hat, gewann er bei 730 Sportlern aller Altersklassen sofort den Titel des dritten Landessiegers deutschlandweit. Auch sein Vereinsfreund der St.-Sebastian-Schießsportgruppe Balve, Cedric Valera-Soldan, kann auf ein titelreiches Jahr zurückblicken. Der 19-jährige Schütze erschoss sich nicht nur den Titel des Kreismeisters, sondern auch den des Bezirksmeisters und des Landesmeisters und das mit dem Luftgewehr, im Kleinkaliber-Dreistellungskampf und im Mixed-Wettbewerb. Somit machte er sich nicht nur in der Nation einen Namen, sondern qualifizierte sich mit internationalen Erfolgen sogar für die Europameisterschaft. Und das, obwohl er erst vor dreieinhalb Jahren das Schießen für sich entdeckt hat.
„Ihr seid der Beweis, dass großer Sport keine großen Bühnen braucht – er braucht Leidenschaft, Disziplin und den Willen, heute besser zu werden als gestern. Und im Zweifel: eine sehr ruhige Hand“, so die abschließenden Worte des SSV-Geschäftsführers Volker Griese. AM





