Menden. Eine 83-jährige Mendenerin hat am Mittwoch einem falschen Polizeibeamten eine sehr hohe Geldsumme sowie Goldschmuck übergeben. Der Ablauf war klassisch: Gegen 14.30 Uhr meldete sich ein Unbekannter telefonisch bei der Seniorin, gab sich als Polizeibeamter aus und behauptete, ihr Sohn habe eine schwangere Frau angefahren und sei festgenommen worden. Im Hintergrund weinte ein Mann, den die Seniorin für ihren Sohn hielt. Die Täter brachten es fertig, sie zeitgleich am Handy und am Festnetztelefon festzuhalten, sodass sie keine Chance hatte, von sich aus die echte Polizei anzurufen. Die Betrüger forderten eine Kaution, um den Sohn von einem Gefängnisaufenthalt zu bewahren.

Kurze Zeit später stand ein Abholer an der Tür: Ein etwa 30- bis 40-jähriger Mann, ca. 1,68 Meter groß mit normaler Statur, dunklem Haar mit Bart, dunkler Jacke und dunkler Mütze. Die Polizei warnt immer wieder vor diesen Schockanrufen: Die Opfer werden völlig marode geredet. Dabei gibt es solche Kautionen in Deutschland überhaupt nicht.

Deshalb sollten sich Betroffene erst gar nicht am Telefon in ein Gespräch verwickeln lassen. Wer sicher gehen will, der sollte auflegen, tief durchatmen, bis fünf zählen, damit der vorhergehende Anruf definitiv beendet wurde, und dann die echte Polizei unter dem Notruf 110 anwählen. Am Telefon sollten keinerlei Auskünfte zu vorhandenem Vermögen gegeben werden!