Über die Schäden und deren Ausmaß während des Baus der Brücke in der Helle ließ sich der Verkehrsminister auf Anfrage der CDU nicht weiter aus.    Foto: Roland Krahl

Sanssouci/Helle. Die CDU-Ratsmitglieder David Bathe, Heiner Lürbke und Claudius Spelsberg sowie Beckums Ortsvorsteher Georg Wortmann zeigen sich enttäuscht über die Antwort von NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer zur Situation rund um die B229n und die Hönne-Brücke in Balve. Zuvor hatten sich die CDU-Vertreter mit einem ausführlichen Schreiben an den Minister gewandt und auf die angespannte Lage rund um die Brückeninfrastruktur, die Verzögerungen beim Bau der B229n sowie die Sorgen vieler Bürgerinnen und Bürger hingewiesen.

 In dem Schreiben an den Minister hatten Bathe, Wortmann und Lürbke unter anderem konkrete Auskünfte zu den baulichen Mängeln an der neuen Brücke, zum aktuellen Stand des Gesamtprojekts, zu einem realistischen Fertigstellungstermin, zur Sicherheit der bestehenden Brücke sowie zur Bauüberwachung und Qualitätssicherung eingefordert.

 „Wir haben klare Fragen gestellt, weil die Menschen in Balve und im Hönnetal klare Antworten verdienen. Die B229n ist für unsere Stadt und die gesamte Region von erheblicher Bedeutung. Umso enttäuschender ist es, dass die Antwort des Ministers in entscheidenden Punkten vage bleibt“, erklärte David Bathe in einer Presseerklärung des CDU-Stadtverbandes.

 In seinem Antwortschreiben bestätigt Minister Krischer, dass die Arbeiten an der neuen Hönne-Brücke aufgrund baulicher Mängel ruhend gestellt werden mussten. Zudem spricht das Ministerium von „erheblichen Defiziten“, die insbesondere die Qualität und Dauerhaftigkeit des Bauwerks betreffen. Ein Sanierungskonzept befinde sich derzeit in Arbeit.

 Aus Sicht der CDU-Vertreter ist genau diese Bestätigung besorgniserregend. „Wenn erhebliche Defizite an einem neuen Bauwerk festgestellt werden, dann reicht es nicht, allgemein auf ein Sanierungskonzept zu verweisen. Wir erwarten Transparenz darüber, was konkret schiefgelaufen ist, wer Verantwortung trägt und welche Folgen das für Zeitplan, Kosten und Verkehrssicherheit hat“, so die Unterzeichner des Briefes an Minister Krischer.

Auch zum weiteren Zeitplan antwortet das Ministerium nach Ansicht der CDU-Vertreter unbefriedigend. Zwar werde die Ortsumgehung laut Ministerium mit hoher Priorität weiter vorbereitet, eine verbindliche Angabe zum Baubeginn des Streckenbaus sei aktuell jedoch nicht möglich.

„Das ist für Balve zu wenig. Seit Jahren wird auf die Entlastung durch die B229n gewartet. Die Bürgerinnen und Bürger, die Verkehrsteilnehmer, die Anlieger und auch die Feuerwehr brauchen Verlässlichkeit. Ein weiteres Vertrösten darf es nicht geben“, betonen Bathe, Wortmann, Spelsberg und Lürbke.

Dank sprechen die CDU-Vertreter dem heimischen Landtagsabgeordneten Matthias Eggers aus. Dieser hatte sich des Anliegens direkt vor Ort angenommen, die Anfrage an Minister Krischer weitergeleitet und damit dafür gesorgt, dass die Balver Sorgen auf Landesebene Gehör finden. „Matthias Eggers hat sich sehr engagiert für Balve eingesetzt. Er hat unser Anliegen aufgegriffen, weitergetragen und gegenüber dem Ministerium deutlich gemacht, wie wichtig dieses Projekt für unsere Stadt ist. Dafür sind wir ihm ausdrücklich dankbar“, erklären die CDU-Vertreter.

Mit Blick auf die bestehende Brücke weist das Ministerium darauf hin, dass aufgrund von Korrosionsschäden eine neue Stützkonstruktion erforderlich sei. Die Arbeiten sollen in den Sommerferien 2026 unter Vollsperrung durchgeführt werden. Bis dahin werde Straßen.NRW die alte Hönne-Brücke engmaschig beobachten.

Für die CDU-Vertreter bleibt die Situation damit weiter angespannt: „Die Antwort des Ministers bestätigt im Grunde unsere Sorgen. Es gibt Mängel an der neuen Brücke, Korrosionsschäden an der alten Brücke und weiterhin keinen verbindlichen Zeitplan für den Baubeginn der B229n. Das ist keine zufriedenstellende Perspektive für Balve.“

„Die CDU-Vertreter kündigen an, das Thema weiter kritisch und konstruktiv zu begleiten. Ziel müsse es sein, die B229n endlich voranzubringen“, heißt es abschließend in der Presseerklärung des CDU-Stadtverbandes Balve.