
Günter Cordes
Balve. Für Günter Cordes gehört das Schützenfest in der Balver Höhle zum kulturellen Höhepunkt des Jahres. Die Bruderschaft St. Sebastian Balve ist seit Jahrzehnten zu seiner Vereins-Heimat geworden, er bedankt sich seit nunmehr 40 Jahren mit einem Schützenheftchen, das inzwischen schon zu einem Buch avancierte. Die HÖNNE-ZEITUNG befragte den Schützenbruder Günter Cordes und stellte ihm drei Fragen.
1. Herr Cordes, Sie haben mit dem Heftchen der Balver Geschichten angefangen um dann vor 40 Jahren die erste Sonderausgabe des Schützenheftchens herauszugeben. Was hat Sie damals bewogen, das zu machen? Ich denke mal, die ersten Hefte werden eher Berichte als Inhalt gehabt haben, denn Fotos waren in der damaligen Zeit ja doch wesentlich schwieriger und teurer zu drucken?
Aus einer Bierlaune heraus wurde ich 1986 angesprochen: „Warum bringst du neben den Balver Geschichte(n) nicht ein Schützenheft heraus?“, fragte einer aus der Runde. Da hatte er ein Thema angesprochen, worüber ich auch schon nachgedacht hatte.
In den Balver Geschichte(n), die ich sei 1981 herausgab, habe ich immer wieder über das Balver Schützenfest berichtet. Der Gedanke eines Sonderheftes lag somit im Raum.
Ein paar Tage später habe ich den damaligen Vorsitzenden der Bruderschaft, Kurt Blume, angesprochen, ob ich so ein Heft herausgeben könnte. Der war von dieser Idee begeistert und sagte: „Mach doch.“
Tage später legte ich mit dem Schreiben und der Anzeigenakquise los. Fotos habe ich damals von Cilli Cordes (Pilsstube) bekommen. Wochen später kam das 1. Heft mit 40 Seiten heraus. Die Schützenbrüder waren begeistert – das spornte mich jedes Jahr aufs neue an.
Erschien das Heft bis 1992 mit einem grünen Kartonumschlag, wurde dieses ab 1993 im Hochglanzformat gedruckt. Es war eine Ausgabe, teils als Schützenheft, teils als die Balver Geschichte(n). Es sollte eigentlich aus beruflichen Gründen die letzte Ausgabe vom Schützenheft und den Balver Geschichte(n) sein, daher auch die besondere Aufmachung.
Aber es kam anders, denn nachdem das Heft 1993 erschienen war, hatte ich so viel Zuspruch, sodass ich auf dem Schützenfest spontan die Fortsetzung des Heftes beschloss. Ein Jahr später 1994 wurde ich Schützenkönig. Natürlich musste ich für 1995 ein besonderes Heft planen und so kam das Heft in dem Jahr zum ersten Mal mit einigen Fotos heraus. Mittlerweile hatte das Heft zu diesem Zeitpunkt einen Umfang von 64 Seiten. Im Laufe der Jahre wurde das Heft, dank der Werbung, immer umfangreicher. Waren es bisher Berichte über das Schützenfest in früheren Zeiten, Dönekes und anderen Geschichten über das Schützenfest, wie beispielsweise über den Spielmannszug Ebersberg, mit dem die Bruderschaft eine enge Freundschaft hatte, oder über die verschiedenen Musikvereine, die beim Schützenfest teilnahmen. Es gab immer viel zu berichten.
2. Wie erklären Sie sich den Erfolg des Heftchens, das heute in Hochglanz, mit vielen Anzeigen und Fotos daherkommt. Ich glaube, ein Geschäftsmann, der etwas auf sich hält, will auch in diesem Heft erscheinen. Das ist inzwischen ein „muss“.
Mittlerweile lasse ich das Schützenjahr und was in der Bruderschaft passiert noch einmal Revue passieren, was bei den Lesern gut ankommt. Vor allen Dingen aber sind es die vielen Fotos die ich von den einzelnen Veranstaltungen mache und zum Teil im Heft veröffentliche. Die Resonanz ist fantastisch und die Werbung stieg in den letzten Jahren so stark an, dass ich von Jahr zu Jahr ein dickeres Heft herausgeben konnte. Waren es lange Zeit 96 Seiten. Dann 112, so erscheint das Heft seit 2025 mit 120 Seiten, wo der Leser viel zu blättern hat, denn Text und Fotos über das Schützenjahr gibt es reichlich.
3. Herr Cordes, Sie werden auch nicht jünger. So ein Heft bedeutet auch, stets bei der Bruderschaft das Ohr offen zu halten, Fotos zu machen und die Vorbereitungen zu treffen. Machen Sie auch in den kommenden Jahren weiter?
Von vielen Schützenbrüdern kommt die bange Frage in den letzten Jahren: „Du machst aber noch weiter, oder hast du einen Nachfolger?“ Einen Nachfolger habe ich nicht, aber so lange ich kann, werde ich dieses Schützenheft herausgeben. Aber keiner weiß was morgen ist.
Jedenfalls bin ich mit Leib und Seele Schützenbruder und freue mich jedes Jahr, wenn das Heft erscheint und bei den Menschen großen Anklang findet, dass gibt mir wieder Kraft weiter zu für das nächste Heft machen.


