Birgit Roland fühlte sich wohl in Balve am Drostenplatz. Jetzt zieht sie um nach Hövel. Foto: privat
Balve/Hövel. Die Fußpflegepraxis „Happy Barfuss“ von Birgit Roland verlässt Balve. Ab Oktober wird sie ihre Patientinnen und Patienten in Hövel behandeln. Der Abschied fällt nicht leicht. Ein Grund für die HÖNNE-ZEITUNG einmal nachzufragen.
Frau Roland, ab Oktober sind Sie mit Ihrer Fußpflegepraxis nicht mehr in Balve vertreten. Erinnern Sie sich doch bitte daran, was sie dazu motiviert hatte, vor 14 Jahren in Balve eine entsprechende Praxis in bester Lage zu eröffnen.
Es war der tiefe Wunsch, für die Menschen hier ein fester, verlässlicher Partner zu sein. Ganz zu Beginn war ich ja noch ausschließlich mobil unterwegs und habe meine Kunden in ihrem Zuhause besucht. Doch die Nachfrage wuchs schnell, sodass ich einen festen Ort schaffen wollte – einen geschützten Raum für die Gesundheit meiner Kunden. Deshalb habe ich 2012 meine erste kleine Praxis an der Hauptstraße in Balve eröffnet. Mir ging es von der ersten Sekunde an darum, nahbar zu sein und eine echte Wohlfühlatmosphäre zu schaffen.
Leider musste ich später feststellen, dass die Räumlichkeiten an der Hauptstraße bauliche Mängel aufwiesen. Ein Verbleib dort war einfach nicht mehr tragbar. Zum Glück bot sich 2016 die wunderbare Gelegenheit, in die Räume auf dem Drostenplatz umzuziehen. Das war für mich und meine Kunden ein absoluter Glücksfall – eine Praxis in bester Lage, barrierefrei und mitten im Herzen von Balve. Die Erreichbarkeit war dort gerade für ältere oder in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen ideal.
Sie müssen nun ihre Praxis in Balve schließen. Was ist der Grund dafür und gab es keine andere Möglichkeit, hier zu bleiben?
Dieser Schritt fällt mir unendlich schwer, denn er ist absolut unfreiwillig. Mein Mietvertrag für die geliebten Räume am Drostenplatz lief aus und wurde nicht verlängert. Als ich die Nachricht erhielt, saß der Schock tief. Nach so vielen Jahren hier gehen zu müssen, ist unglaublich schmerzhaft. Meine Praxis war für mich wie ein zweites Wohnzimmer, und die Vorstellung, diesen Ort zu verlassen, tut mir unendlich leid für meine Kundinnen und Kunden.
Über die 14 Jahre hinweg ist hier so viel mehr entstanden als nur ein reines Dienstleistungsverhältnis. Man teilt den Alltag miteinander und baut ein tiefes Vertrauensverhältnis auf. Wir haben gemeinsam gelacht, manchmal auch zusammen geweint. Diese ehrlichen, warmherzigen menschlichen Begegnungen haben meine Arbeit jeden Tag bereichert.
Ist ihr Wechsel nach Hövel endgültig oder erwägen Sie in absehbarer Zeit wieder nach Balve zurückzukehren?
Aufgeben war für mich nie eine Option – dafür liebe ich meinen Beruf und die Menschen viel zu sehr. Ich habe das große Glück, eine unglaublich treue Kundschaft zu haben. Die Resonanz ist überwältigend: Eine Vielzahl meiner treuen Kunden hat mir bereits fest versprochen, den Weg mitzugehen und mich auch in Hövel zu besuchen!
Meine Kunden können sich auf frisch renovierte, moderne und sehr gemütliche Räumlichkeiten freuen. Besonders wichtig war mir, dass die Praxis auch in Hövel wieder komplett barrierefrei erreichbar ist, damit der gewohnte Komfort für jeden Einzelnen erhalten bleibt. Ich blicke nun, trotz des Abschiedsschmerzes, mit großer Dankbarkeit nach vorne. Ich danke jedem einzelnen Balver von ganzem Herzen für die jahrelange Treue und freue mich auf jedes bekannte Gesicht, das ich im Hanfgarten in Hövel wiedersehen darf.
Die drei Fragen stellte Roland Krahl per E-Mail.


