Balve. (R.E.) Die Katholische Kirchengemeinde St. Blasius Balve will zukünftig transparenter und kommunikativer agieren. Das versprach der neue Geschäftsführende Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Jürgen Känzler, als sich unsere Zeitung mit ihm und Ludger Terbrüggen, Pressesprecher des Kirchenvorstandes, zu einem Exklusiv-Gespräch im Pastoralen Zentralbüro traf.

Nach Meinung der beiden Protagonisten wissen die Menschen gar nicht, was der Kirchenvorstand für Aufgaben erledigt. „Das ist zumindest unser Gefühl“, sagt Jürgen Känzler und will mit seinem Vorstand gegensteuern. „Wir werden verstärkt über unsere Arbeit informieren, und zwar über den Pastoralen Pfarrbrief und die Presse. Er wolle die bisherige Verschwiegenheit keinesfalls kritisieren, sie sei sogar nachvollziehbar.

„Aber die Denke unserer Kirchenmitglieder hat sich gravierend verändert. Deshalb müssen wir den Menschen frühzeitig erklären, was wir vorhaben. Sie dürfen auf keinen Fall den Eindruck von uns haben: Die fällen ihre Entscheidungen ohnehin aus dem hohlen Bauch heraus. Das stimmt nämlich nicht. Bevor wir einen Beschluss fassen, egal in welche Richtung, werden intensive und auch kontroverse Diskussionen innerhalb unseres Gremiums geführt.“

Diese gilt nach Auskunft von Ludger Terbrüggen auch für den Austritt aus der Holding Katholische Kliniken im Märkischen Kreis. Die Kirchengemeinde St. Blasius Balve war über viele Jahre im Verwaltungsrat präsent, konnte aber die Schließung des St.-Marien-Hospitals 2012 nicht verhindern, obwohl die ärztliche Versorgung in der Stadt Balve nicht optimal war. Es habe aber ohnehin keinen Sinn mehr gemacht, in der KKiMK zu verbleiben, weil der Synergieeffekt – Krankenhaus und Altenpflegeheim – nicht mehr gegeben sei. „Schwerpunkt war immer unser Krankenhaus und das Altenpflegeheim als ganz wichtiges Anhängsel“, bilanzierten Jürgen Känzler und Ludger Terbrüggen und begründen damit, warum sich die Balver als Minderheitsgesellschafter aus dem Verwaltungsrat und damit der Holding verabschiedeten.

Hat Mendener Krankenhaus keine Zukunft?

So wie es dem St.-Marien-Hospital Balve ergangen sei, werde es wahrscheinlich auch dem Mendener Krankenhaus ergehen, meint Jürgen Känzler. Nach dem Zusammenschluss mit den Krankenhäusern in Hagen sei Menden jetzt das kleinste Hospital. „Da die meisten Operationen derzeit schon in Iserlohn und Hagen stattfinden, glaube ich an die Schließung des Mendener Krankenhauses“, philosophiert der Geschäftsführende Vorsitzende des Kirchenvorstandes von St. Blasius Balve, Jürgen Känzler, der darauf verweist, dass in Hagen bereits ein Krankenhaus verkauft worden sei.