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Balve. Die erste Stabsrahmenübung der Freiwilligen Feuerwehr Balve, die auch Thema bei den Agathafeiern am Wochenende war, ist nach Aussage von Christian Boike sehr gut verlaufen. Obwohl die 12 Zug- und Gruppenführer beim angenommenen Szenario „Unwetter über Balve“ mehr als 100 Meldungen zu bearbeiten und Einsätze zu koordinieren hatten, war die Zusammenarbeit, laut Feuerwehr, auch mit der Leitstelle des Märkischen Kreises, hervorragend.

„Zwar wird es noch einige Tage dauern, bis ich die gesamte Stabsrahmenübung ausgewertet habe, aber wir müssen, was die interne Struktur betrifft, nur noch an wenigen Stellschrauben drehen“, bilanzierte Christian Boike, Chef des Löschzuges 3, der das Drehbuch für die Übung fertigte und die Führungskräfte der Balver Wehr im Feuerwehrgerätehaus Balve sehr gezielt in den Fokus genommen hatte.

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Schließlich galt es, die Arbeit des Stabes der Feuerwehr Balve zu schulen, Koordinierungsprozesse abzugleichen und schon etablierte (Führungs-)Strukturen auf ihre Krisenfestigkeit zu überprüfen. Denn das Übungs-Szenario sah so aus: Im Verlauf des massiven Wetterphänomens mit riesigen Regenmengen, Blitzschlag und Orkanböen fallen zeitgleich zahlreiche Einsatzstellen im gesamten Stadtgebiet an. Neben umgestürzten Bäumen, einem Dachstuhlbrand und den schwierigen Einsätzen, wie Evakuierung einer Pflegeeinrichtung (Beatmungsstation im Gesundheits-Campus Sauerland) sowie eine Menge Wasser in der Chemischen Fabrik Wocklum und unpassierbare Straßen, musste auch noch ein Kind aus der Hochwasser führenden Hönne gerettet werden.

„Die Kameraden standen nach 30 Minuten so unter Stress, dass sie gar nicht mehr wahrgenommen haben, dass es sich um eine Übung handelt“, lobte Christian Boike die sehr gute Arbeit der Stabsstelle im Feuerwehrgerätehaus. In diesem Gebäude war der „Meldekopf Balve“. Hier kam es zu einem interaktiven Schlagabtausch mit veränderten Einsatzsituationen, auf die der Stab immer wieder mit entsprechenden Gegenmaßnahmen reagieren musste.

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Insgesamt gab es 19 Einsatzstellen, mit denen sich die Führungskräfte beschäftigten und Entscheidungen treffen mussten. 
Immer vor der Frage: Welcher Einsatz hat Priorität? Kann der voll gelaufene Keller nicht noch warten? Es ging aber auch darum: „Der Stab muss bei einer solchen Katastrophe, wie von uns angenommen, frühzeitig zu der Erkenntnis gelangen, dass die Einsätze nicht mehr abgearbeitet werden können, obwohl überörtliche Wehren zur Unterstützung nach Balve gekommen sind“, sagte Christian Boike. Und fügte hinzu: „Die Stabsrahmenführung hat gezeigt, dass die 12 Zug- und Gruppenführer sowie erfahrene Feuerwehrkräfte sofort erkannt haben, dass eine Unwetterkatastrophe, wie wir sie durchgespielt haben, im Erstfall ist eine Nummer zu groß für uns ist. Deshalb geben wir die Verantwortung an den Märkischen Kreis weiter.“

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