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Seit mehr als 30 Jahren ist er Mitglied der CDU-Fraktion Balve und seit sechs Jahren Träger des Ehrenrings der Stadt Balve. Gemeint ist der Stellvertretende Fraktions-Vorsitzende der Christdemokraten, Theodor Willmes, der in dieser Zeit erheblichen Einfluss auf die Kommunalpolitik in der Hönnestadt ausübte. Nicht zuletzt deshalb, weil er mit seinem vorbildlichen ehrenamtlichen Engagement und Wissen in Partei und Fraktion alle Freiheiten genoss. Keiner kennt sich in der heimischen Politik so gut aus wie der Hönnestädter, der dennoch in der eigenen Partei und in der Öffentlichkeit umstritten ist.

Etliche Jahre führte er die CDU-Fraktion mit „Eiserner Hand“, bis Johannes Wortmann, Tobias Müller und weitere Fraktions-Mitglieder Willmes als Vorsitzenden abwählten. Wenn die „Revolutionäre“ damals gedacht haben, es würde sich Gravierendes ändern innerhalb der Christdemokraten, dann müssen sie heute einräumen, dass sie einem riesigen Irrtum aufgesessen sind. Auch als Stellvertretender Fraktions-Vorsitzender und Geschäftsführer war er der starke Mann, dessen Wort Gewicht hatte, auch wenn sein Stern langsam aber sicher verblasste.

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Die Zeichen der Zeit nicht erkennend, kandidierte der über 70-Jährige am 13. September abermals für den Rat der Stadt Balve, obwohl die Partei einen jüngeren Mann in die Wahl schicken wollte. Mit 47 Prozent fuhr er zwar nicht das schlechteste Wahlergebnis der CDU ein, das blieb Stefan Brinkschulte in Beckum mit 46,10 Prozent vorbehalten, dennoch rumorte es mächtig hinter den Kulissen, als es nach der Kommunalwahl um die Zusammensetzung der neuen Fraktionsspitze ging.

Anstatt sich mit dem Fraktions-Vorsitzenden Alexander Schulte und weiteren einflussreichen Mitgliedern, wie Bürgermeister Hubertus Mühling, auf eine einvernehmliche Lösung zu verständigen, war Willmes der Meinung, er könne die neuen, jungen Ratsmitglieder an die Kandarre nehmen und weiterhin in der Fraktionsspitze die Richtung vorgeben. Eine fatale Fehleinschätzung, die zur Folge hatte, dass er nicht mit salbungsvollen Worten aus dem Fraktions-Vorstand verabschiedet, sondern gedrängt wurde.

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Dem Politik-Routinier ist allem Anschein nach das Gespür für die aktuelle Stimmung in seiner Partei und Fraktion abhanden gekommen. Ansonsten hätte er gemerkt, dass schon vor Monaten Kräfte in der CDU damit befasst waren, die politische Götterdämmerung umzusetzen. Denn auch sein Pendant Hubert Sauer musste seinen Platz im Vorstand der CDU-Fraktion räumen.

Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, wann die jungen Wilden, die frischen Wind in die CDU bringen wollen, auch beim Stadtverband personelle Veränderungen anmahnen, damit auch er wieder von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Derzeit befindet er sich im Dornröschenschlaf. Anders lässt es sich nicht erklären, dass die Mitglieder seit Monaten auf die Jahreshauptversammlung des CDU-Stadtverbandes warten, dem noch Hubert Sauer vorsteht.  Richard Elmerhaus

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