Sanssouci. Der Neubau des Feuerwehrgerätehauses Hönnetal an der Arnsberger Straße in Sanssouci nähert sich dem Ende. Nach einer Bauzeit von rund dreieinhalb Jahren befindet sich das 5-Millionen-Euro-Projekt in der finalen Phase der Fertigstellung. Das moderne Gebäude soll künftig nicht nur als hochfunktionale Basis für die Löschgruppe Hönnetal (Beckum und Volkringhausen) dienen, sondern auch als Krisenschutz-Anlaufstelle für die Bevölkerung.
Vor wenigen Tagen wurde das Gerätehaus nun endlich an die Löschgruppe Hönnetal übergeben. In Betrieb ist es derzeit allerdings noch nicht, denn aktuell finden im Gebäude die letzten Restarbeiten, sowie die Feinjustierung der Gebäudeleittechnik statt, welche Elektrotechnik Busche in enger Abstimmung mit den Einsatzkräften vornimmt. Auch das Ordnungsamt ist eng in diesen Prozess mit eingebunden, um den Anforderungen vorschriftsgemäß gerecht zu werden und ein einwandfreies, effizientes Gerätehaus fertigstellen zu können. Des Weiteren erfolgt aktuell der letzte Feinschliff, was die Ausstattung der Räumlichkeiten angeht, sodass beispielsweise noch Handtuchspender im unteren Bereich des Gebäudes installiert werden müssen.
Obwohl der Rohbau, welcher im November 2022 angegangen wurde, bereits im Dezember 2023 vollendet war, führten notwendige technische Feinabstimmungen – etwa bei der Programmierung der Alarmanlagen, der LED-Steuerung und der Toranlagen – zu Verzögerungen. Auch die Koordination mit Straßen NRW bezüglich der neuen Bundesstraße, sowie unzuverlässige Fliesenleger beeinflussten den Zeitplan stark.
Auf einer Nutzfläche von rund 1.100 Quadratmetern wurde ein Gebäude errichtet, das exakt auf den Brandschutzbedarfsplan zugeschnitten ist. Die Räumlichkeiten sind für mehr als 60 Einsatzkräfte ausgelegt, 45 Männer und 15 Frauen. Des Weiteren ermöglicht der barrierefreie Zugang jegliche Veranstaltungen und Übungsdienste in dem großen, teilbaren Veranstaltungsraum. Eine strikte Schwarz-Weiß-Trennung, welche eine Stiefelwäsche und das Ausziehen verschmutzter Dienstkleidung bedeutet, sorgt dafür, dass das Gerätehaus lange sauber und gut erhalten bleibt.
Menschenrettung vom Übungsturm aus 11 Metern Höhe
Ein 11 Meter hoher Übungsturm ermöglicht realitätsnahe Trainingseinheiten für die Menschenrettung und das Leitersteigen. Die Fahrzeughalle bietet derzeit fünf Stellplätze, wobei Erweiterungsmöglichkeiten auf dem großen Grundstück möglich sind, falls die Löschgruppe sich vergrößern sollte.
Um eine einheitliche Orientierung für ortsübergreifende Einsätze zu gewährleisten, wird das geplante Gerätehaus in Garbeck, abgesehen von dem Übungsturm, ähnlich aufgebaut sein.
Des Weiteren ist das Gebäude in Sanssouci als Effizienzhaus konzipiert und verfügt über eine Pellet-Heizung, eine Fußbodenheizung, sowie eine Dachbegrünung, inklusive Solaranlage.
Für den Bau dieses multifunktionalen Gerätehauses, wurden zu Beginn 3,5 Millionen Euro eingeplant. In diesem Zusammenhang war allerdings noch nicht klar, dass das Gebäude ein Kiez-Gebäude werden sollte. Dank eines Zuschusses von 500.000 Euro wurde schließlich eine autarke Notstromversorgung integriert.
Mit einem mobilen Diesel-Aggregat sollen nicht nur Einsätze in Gebieten oder Wohnhäusern ohne Strom ermöglicht und vereinfacht werden, sondern die Wache dient somit in Krisenzeiten auch als Anlaufstelle und Unterbringung für Bürgerinnen und Bürger bei entsprechenden Notlagen, wie etwa langfristiger Stromausfall.
Eigenleistungen der Löschgruppe und des Fördervereins
Ein wesentlicher Teil der funktionalen Besonderheiten ist dem Ehrenamt zu verdanken. Die Löschgruppe und der Förderverein Hönnetal bringen nämlich Eigenleistungen ein, die über den Standardbau hinausgehen. Beispielsweise möchten die Einsatzkräfte in Eigenleistung eine eigene Küche neben dem Veranstaltungsraum installieren.
Trotz der nahenden baulichen Abnahme betont die Feuerwehr, dass ein sicherer Dienstbetrieb erst nach lückenlosem Abschluss aller sicherheitstechnischen Maßnahmen und der vollständigen Beschaffung der Innenausstattung möglich sei. Die komplexen technischen Abläufe am neuen Standort müssen nach der Einrichtung erst final verinnerlicht werden, um die Einsatzbereitschaft zu garantieren. Der Zeitpunkt der Inbetriebnahme kann dementsprechend noch nicht festgelegt werden.
Auch die aktuelle Ausfahrt über eine S-Kurve ist nur eine temporäre Lösung, welche sich mit dem Bau des geplanten Kreisverkehres an der B229 und damit einer direkten Alarm-Anbindung wieder ändern wird. Die Zufahrt bleibt aber bestehen, damit sich an- und abrückende Fahrzeuge nicht in die Quere kommen.
Somit ist bald mit der Inbetriebnahme eines intakten, hochmodernen und langersehnten Gerätehauses zu rechnen – auch wenn die Umsetzung derzeit, aufgrund der umliegenden Gegebenheiten, noch nicht ganz mit den Planungen im Einklang sein wird. AM
Diese Firmen wirkten am Bau mit!









