Binolen. Zu ihrer Jahreshauptversammlung haben sich die Mitglieder der Eisenbahnfreunde Hönnetal am vergangenen Freitagim Güterschuppen des Bahnhofs Binolen getroffen. Der 1. Vorsitzende Markus Hüsken und Kassenwart Hans-Peter Jung berichteten den erschienenen Mitgliedern, dass der Verein vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen sei.

Seit 2014 liegt der Jahresbeitrag für die EFH-Mitglieder bei 30 Euro. Anfängliche Überlegungen zur Anhebung des Mitgliedsbeitrages konnten vom Vorstand wieder fallen gelassen werden., obwohl insbesondere mit dem Bahnhofsgebäude Binolen und der dazu gehörigen ehemaligen Ladestraße dem Verein nicht unerhebliche Kosten entstehen. Zumindest bis einschließlich 2024 bleibt den EFH-Mitgliedern eine Beitragsanhebung erspart. Das liegt natürlich in erster Linie daran, dass aktuell rund 440 Mitglieder dem Verein auch in der Pandemie die Treue gehalten haben.

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In diesem Jahr konnte Markus Hüsken nur einen Mitgliedsjubilar vermelden. Seit 25 Jahren hat der Neuenrader Matthias Großheim nun den Verein durch seine Mitgliedschaft unterstützt.

In seinem Rechenschaftsbericht verkündete der Vorsitzende Markus Hüsken, dass die aufwendige Restaurierung des ehemaligen Postwaggons in Binolen nahezu abgeschlossen ist. Nun sollen noch auf jede Seite des Wagens zwei Posthörner lackiert werden, damit der Originalzustand nahezu erreicht wird. Die Finanzierung der Arbeiten konnte durch das Preisgeld aus dem 2.Platz des Heimatpreises 2022 vom Märkischen Kreis erfolgen.

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Im letzten Jahr verstarben u.a. zwei absolute Aktivposten des rührigen Fördervereins der Hönnetalbahn: Margarethe Humme und Manfred Horvatic. Ausdrücklich betonte Markus Hüsken, dass die beiden Verstorbenen durch ihr Engagement über viele Jahrzehnte den Verein maßgeblich geprägt hätten.

Zum Betrieb der Hönnetalbahn konnte Hüsken leider nicht viel Positives berichten. Nach zwei planmäßigen Sperrungen der Strecke im vergangenen Jahr zu Sanierungszwecken gab es auch unregelmäßig immer wieder mal Zugausfälle, insbesondere durch fehlendes Triebfahrzeug- und Stellwerkspersonal. Dann kam vor Weihnachten die kurzfristige Mitteilung der Bahn, dass alle Züge der Hönnetalbahn Fröndenberg – Neuenrade bis voraussichtlich Ende Februar 2023 ausfallen würden. Als Grund dafür wurde neben den Personalproblemen akuter Fahrzeugmangel benannt. Es gibt wohl erhebliche Probleme bei der Ersatzteilbeschaffung für die polnischen PESA-Triebwagen.

Aber die Bahn bekam daraufhin erheblichen Gegenwind. Neben dem zuständigen Zweckverband ZRL in Unna protestierten der Landrat des Märkischen Kreises sowie die Bürgermeister der Anliegerstädte Neuenrade, Balve und Menden massiv gemeinsam gegen diese nicht zuletzt wegen des Schülerverkehrs unverantwortlichen Einstellung des Schienenverkehrs. Auch die EFH nutzten und nutzen ihre vorhandenen Möglichkeiten dagegen zu wirken. Gemeinschaftlich wurde zunächst erreicht, dass morgens und mittags der Schülerzug wieder fährt. Mittlerweile wird Montag bis Freitag wieder im Zweistundentakt gefahren, an weiteren Verbesserungen wird intensiv gearbeitet.

Guido Kaiser, 2.Vorsitzender der EFH und ausgewiesener Bahnfachmann, brachte die aktuelle Lage bei der Bahn, unmissverständlich auf den Punkt: „Verheerend!“ Die Situation werde von Jahr zu Jahr leider schlechter: Immer mehr Baustellen, immer weniger Personal und Probleme mit den Fahrzeugen. Der Streckenteil Unna – Fröndenberg bleibt wegen den Dachsbauten bis Ende dieses Jahres gesperrt. Für den Abschnitt nach Neuenrade gibt es wohl Hoffnung, dass ab 13.Februar wieder „normal“ gefahren werde. Bis dahin bleibt zusätzlich zum bestehenden eingeschränkten Zugverkehr auch der ungeliebte Schienenersatzverkehr. Durch den dadurch vorhandenen Parallelverkehr im Hönnetal entstehen auch erhebliche Mehrkosten, so Guido Kaiser.

Der Kassenwart Hans-Peter Jung konnte von einer ausgeglichenen Vereinskasse berichten. Er informierte darüber, dass der Beitrag 2022 aus technischen Gründen erst Anfang 2023 abgebucht werden konnte. Daher kommt es in diesem Jahr zu zwei Abbuchungen bei den EFH-Mitgliedern.

Nachdem Markus Hüsken noch von den aktuellen Planungen für das Vereinsjahr 2023 berichtet hatte, beendete er die Versammlung mit dem Wunsch auf bessere Zeiten für die Hönnetalbahn.   efh