Balve. In Balve war vor Weihnachten im wahrster Sinne viel Musik drin.

Während die Balver Schützen zusammen mit dem Musikverein zum gemütlichen Adventssingen mit Glühwein einluden, gab es in der Balver Kirche ein Chorkonzert der Meisterklasse.

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Balves Kirchenmusiker Maximilian Wolf ist das Wunder zur Weihnacht gelungen und er hat es geschafft, die Weltbekannten Regensburger Domspatzen in die St. Blasius Kirche zu locken.

Wolf, selber einmal ein Domspatz , hat immer noch gute Verbindungen zu dem Chor und ist auch heute noch mit Chorleiter Max Rädlinger, ein Studienkollege, gut befreundet.

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Etwa 60 Sänger im Alter von elf bis 19 Jahren zeigten hier ihr Können unter der Leitung von Max Rädlinger in der St.-Blasius-Kirche .

Ich habe heute euch hier kennengelernt. Ihr sprecht in diesem Chor über eure Erlebnisse und die Gemeinschaft. Ihr geht gemeinsam zur Schule und verbringt eure Freizeit miteinander. Heute Abend sind hier Kinder und Jugendliche bei uns in Balve zu Gast in der Sankt Blasius Kirche. Sie alle gehören zu den Regensburger Domspatzen. Ihr seid begeistert und wir sind begeistert, dass ihr zu uns gekommen seid. Normalerweise ziehen die Vögel ja in den Süden, aber ihr kommt in das Sauerland. Wir freuen uns jetzt auf ein wunderschönes Konzert zur Einstimmung auf das Weihnachtsfest. Ich bedanke mich jetzt schon einmal bei Maximilian Wolf, der den Kontakt hergestellt hat und vor langer Zeit auch in euren Reihen gestanden hat. Mein Dank geht auch an die Gastgeber, welche den Chor bei sich aufgenommen haben“, begrüßt Dechant Andreas Schulte die rund 350 Zuhörer in der Kirche.

Was dann den Zuschauern geboten wurde, war ein Konzert der absoluten Meisterklasse.

 

Der Chor überzeuge mit solch einer Beherrschung seiner Stimmen, dass es seinesgleichen sucht.

Die Stimmgewalt des Chores und seiner zahlreichen solistischen Gesangseinlagen sorgte für Gänsehaut und Erstaunen bei den Musikfreunden.

Wenn so etwas schon in Balve auftritt, lass ich mir das doch nicht entgehen“, erzählt zum Beispiel der Balver Adalbert Allhoff-Cramer.

Er war nicht der einzige, der diese einmalige Möglichkeit nutze, einen Chor mit Weltruhm einmal live zu erleben.

Selbst Balves Kirchenmusiker nutze heute den Tag, um das Konzert seines alten Chores zu erleben. Er ließ an diesem Tag die Tasten ruhen und genoss sichtlich die Darbietung der Domspatzen.

Der Dirigent Max Rädlinger ist ein alter Studienkamerad von mir. Wir haben beide in Regensburg Kirchenmusik studiert. Während ich nach meinem Studium nach Balve gegangen bin, hat er einen der drei Chöre der Domspatzen übernommen. Bei einem Gespräch über einen Besuch von ihm in Balve, hab’ ich ihm gesagt, er solle einfach einmal mit dem ganzen Chor nach Balve kommen“, erzählte Wolf bereits im Vorfeld zu dem Konzert.

Geplant war dieses Unterfangen eigentlich schon im vorigen Jahr, doch machte die damalige Pandemie dem Anliegen ein Strich durch die Rechnung.

Neben Chorleiter Max Rädlinger, der hier in einer Topform sein Chor dirigierte, überzeugten auch die Musiker Carina Herzog an der Querflöte und Simon Rager am Klavier mit ihrem können. Sie setzten immer wieder den passenden Ton in die Darbietung des Chores mit ein, sodass ein Gesamtkonzept zwischen Musikern und Sänger entstand.

Auch immer wieder kleine weihnachtliche Anekdoten zwischen den einzelnen Stücken, erzählt von den Sängern, sorgte für einen kurzweiligen Abend mit weihnachtlichen Gefühlen.

Als einer der wahrscheinlich ältesten Knabenchöre, obwohl in Balve auch weibliche Sängerinnen ihr Können zeigten, legt der Chor auch heute noch den besonderen Wert auf die musikalische Ausbildung.

Im Jahre 975 gründete Bischof Wolfgang eine eigene Domschule.

Bis heute liegt die Hauptaufgabe der Domspatzen in der musikalischen Gestaltung der Gottesdienste im Regensburger Dom.

Ihr einzigartiger, klarer und warmer Chorgesang hat die Spatzen über Jahrzehnte weltweit berühmt und unverwechselbar gemacht.

2002 erhielt dieser Chor sogar den Titel „ Kulturelle Botschafter von Europa“, verliehen durch die Föderation der Chöre.

Des Weiteren sind sie UNICEF- Juniorbotschafter für Kinderrechte.

 

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