Neuenrade. Am heutigen Montag begannen die Sanierungsarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Galvanikbetriebs Kerkenberg. Derzeit wird die Baustelle eingerichtet, einschließlich des Aufstellens von Bauzäunen und der notwendigen Sicherheitsvorkehrungen. Auftraggeber der Sanierungsmaßnahme ist der AAV – Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung, der neben dem Projektmanagement auch die Kosten der Sanierung zu 80 % trägt und alle Schritte eng mit seinen Vertragspartnern Märkischer Kreis und Stadt Neuenrade abstimmt.
Im nächsten Schritt erfolgt der vollständige Rückbau des bestehenden Gebäudes. Anschließend wird der belastete Boden saniert. Hierfür wird der Boden bis in 2 m Tiefe, im Kernschadensbereich bis in 4 m Tiefe und damit bis in das Grundwasser ausgehoben, um die belasteten Böden zu entfernen. Insgesamt fallen bei der Sanierung rund 3.700 t Bodenmaterial und ca. 1.200 t Abbruchmaterialen aus dem Gebäuderückbau an, die entsorgt werden.
Für die anschließende Wiederverfüllung der Sanierungszonen wird natürliches Verfüllmaterial zugeliefert. Nach aktuellem Planungsstand sollen die Arbeiten bis zur Mitte des Jahres abgeschlossen sein.
Arbeits- und Anliegerschutz
Alle Arbeiten werden fachgutachterlich begleitet. Der Arbeitsschutz wird regelmäßig durch einen Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator (SiGeKo) überprüft. Die Maßnahmen erfolgen emissionsarm nach dem Stand der Technik auf Grundlage eines durch den Fachgutachter erstellten Arbeits- und Sicherheitsplans. Für die Durchführung der Baumaßnahme ist eine temporäre Vollsperrung der Industriestraße ab der Einmündung von der Oststraße auf der Länge des Kerkenberg-Grundstücks für die gesamte Bauzeit erforderlich. Die Zufahrten zu den angrenzenden Betrieben sind gewährleistet. Weitere Einschränkungen sind derzeit nicht vorgesehen, da sich in der Umgebung überwiegend Gewerbebetriebe befinden.
Bei dem Standort handelt es sich um eine ehemalige Galvanisieranstalt und Oberflächenveredelung, die von 1958 bis 2011 betrieben wurde. Untersuchungen nach Stilllegung des Betriebs ergaben nutzungsbedingte Schadstoffe im Gebäude und im Boden, insbesondere Schwermetalle. Zudem besteht die Dacheindeckung aus Wellasbestzementplatten.
Ziel der Sanierung ist die Herstellung einer risikofreien Nachnutzung des Geländes und damit ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung des derzeit nicht nutzbaren Standortes in Neuenrade.






