Menden. Zwei Insassen eines flüchtenden Autos wurden bei einem Unfall auf der Walburgisstraße schwer verletzt und liegen nun auf den Intensivstationen in Iserlohn und Menden. Dazu gekommen war es, als im Rahmen der Streife den Polizeibeamten auf der Straße Am Vollmersbusch heute Morgen gegen 3.44 Uhr ein Pkw auffiel, welcher sich zunächst überdurchschnittlich ordnungsgemäß verhielt und beispielsweise mehrere Sekunden zur Nachtzeit (kein Verkehr) an der Haltelinie vor einem Stoppschild anhielt.

Als die Polizeibeamten sich entschlossen, das Fahrzeug zu kontrollieren und hinter dem Pkw hinterherfahren wollten, beschleunigte dieser stark in Fahrtrichtung Bräukerweg. Letztlich konnten die Polizeibeamten erst auf das Fahrzeug aufschließen, als dieses mit hoher Geschwindigkeit von der Ostpreußenstraße nach rechts auf den Bräukerweg einbog. Der flüchtende Fahrzeugführer nutzte die gerade Straßenführung des Bräukerwegs, um erneut stark zu beschleunigen. Im Verlauf der Fahrt überholte der flüchtende Pkw mehrere Fahrzeuge. Unter gebührender Berücksichtigung der Eigen- und Fremdgefährdung folgten die Polizeibeamten den flüchtigen Pkw in Richtung Märkische Straße bzw. bis zur Einmündung Walburgisstraße in Sichtweite.

Dort fuhr der flüchtige Pkw mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit in der dortigen Linkskurve geradeaus und versuchte entgegen der Straßenführung von der Märkischen Straße verbotswidrig in die Walburgisstraße abzubiegen. Diese Abbiegemöglichkeit wird jedoch mit einer Verkehrsinsel baulich erschwert.

Aufgrund der überhöhten Geschwindigkeit, sowie des geistigen und körperlichen Zustandes (vermutlich Fahren unter Drogeneinfluss, wie sich zum späteren Zeitpunkt herausstellte) verlor der Fahrzeugführer dabei die Kontrolle über seinen Pkw, kollidierte mit der Verkehrsinsel bzw. der darauf installierten Beschilderung und schleuderte über den Gehweg der Walburigsstraße bis vor das Eingangstor der Walburgiskirche. Letztlich kollidierte der Pkw mit dem Eingangstor und der Kirchenmauer, wo er abprallte und anschließend auf dem Gehweg zum Stillstand kam.

Durch die Wucht der Kollisionen wurden die beiden polizeilich bekannten Insassen schwer verletzt und mussten mittels RTW in das Krankenhaus Menden und Krankenhaus Iserlohn gebracht werden, wo sie intensiv aufgenommen wurden. Der Pkw erlitt Totalschaden.

In dem Pkw konnten die eingesetzten Beamten starken Geruch von Marihuanna wahrnehmen. Bei der Durchsuchung wurde eine zulässige Menge Betäubungsmittel aufgefunden. Weiterhin waren Kennzeichen an dem Pkw angebracht, welche für ein anderes Fahrzeug ausgegeben waren. Zudem wurde im Pkw ein entwendetes EBike, sowie Tatwerkzeuge aufgefunden.

Da beide Beteiligten vor Ort nicht ansprechbar waren, jedoch aufgrund der Fahrweise und des aufgefundenen Betäubungsmittels davon ausgegangen werden musste, dass der Fahrzeugführer unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand, wurde ihm im Krankenhaus eine Blutprobe entnommen.

Der Führerschein des Fahrzeugführers konnte nicht sichergestellt werden, da er überhaupt nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis war. Da der Fahrzeugführer über keinen festen Wohnsitz in Deutschland verfügt, wurde er vorläufig festgenommen. Die Prüfung der Haftgründe dauern an.