Stadtwerke-Mitarbeiterin Ulrike Levermann (v. l.), Jens Beyer, ehrenamtlicher Stadtbeauftragter der Malteser, und Bürgermeister Volker Klüter an den neuen Containern. Foto: Stadt Neuenrade / Annabell Steiner
Neuenrade. Die Stadtwerke Neuenrade reagieren auf die Herausforderungen rund um die Altkleidersammlung und haben am Bring- und Wertstoffhof zwei neue Altkleidercontainer der Malteser aufstellen lassen. Damit wird das bestehende Sammelsystem gezielt erweitert.
Die beiden neuen Container können während der Öffnungszeiten des Bring- und Wertstoffhofs genutzt werden. „Am Bringhof besteht zudem die Möglichkeit, in einem trockenen Unterstand Säcke abzulegen, wenn die Behälter vorübergehend gefüllt sind“, benennt Stadtwerke-Mitarbeiterin Ulrike Levermann einen wesentlichen Vorteil des neuen Containerstandorts. Zuletzt waren Standorte stark vermüllt worden; auch auf eine offensichtliche Überfüllung der Altkleidercontainer wurde keine Rücksicht genommen.
Jens Beyer, ehrenamtlicher Stadtbeauftragter der Malteser, erläuterte bei einem Ortstermin die aktuelle Lage. Inzwischen betreiben die Malteser in Neuenrade alle 14 Altkleidercontainer an sechs Standorten. „Mit den Erlösen finanzieren wir wichtige Aufgaben wie den Katastrophenschutz, Krankentransporte, Besuchs- und Begleitdienste, soziale Angebote wie das Begegnungscafé und unsere Malteser-Jugend“, berichtet er.
Die Rahmenbedingungen seien jedoch anspruchsvoll: Der Marktpreis für Altkleider liege derzeit bei rund 5 Euro pro Tonne – Tendenz fallend. Ein Zuschussgeschäft können die Malteser nicht stemmen, dennoch halten sie den Betrieb in Neuenrade aktuell stabil aufrecht, wofür die Stadtwerke sehr dankbar sind. Ein Altkleidercontainer fasse üblicherweise 150 bis 200 Kilogramm Kleidung. Die gesammelten Altkleider geben die Malteser an einen Verwerter in Polen weiter.
Hinzu komme ein saisonales Muster: Im Frühjahr und Herbst, wenn viele Haushalte ihre Kleidung durchsortieren, füllen sich die Container besonders schnell. Stadtwerke, Stadt und Malteser beobachten diese Entwicklung aufmerksam und reagieren nach Möglichkeit mit bedarfsgerechten Lösungen wie zusätzlichen Sammelkapazitäten. Bürgermeister Volker Klüter sagt: „Viele Menschen möchten ihre gut erhaltene Kleidung sinnvoll weitergeben.
Als Stadt möchten wir dafür verlässliche Strukturen bieten. Die neuen Container am Bringhof sind ein weiterer Schritt, um die Sammelstellen zu entlasten und den Bürgerinnen und Bürgern klare, saubere Abgabemöglichkeiten zu bieten.“
Damit die Sammlung funktioniert, ist entscheidend, dass nur geeignete Textilien eingeworfen werden. In die Altkleidercontainer gehören ausschließlich Kleidung und Wäsche, außerdem Schuhe, die – wie alle abgegebenen Textilien – in Säcken verpackt sein müssen. Unverpackte und ungeeignete Stücke müssen vom Verwerter als teurer Restmüll entsorgt werden. Dies sei bei dem ohnehin schlechten Marktpreis eine enorme Belastung und führe zur Aufgabe oder Insolvenz von Altkleiderverwertern. Nicht geeignet für die Container sind Kopfkissen, Oberbetten, Gardinen, Stoffreste, Spielsachen, Teppiche und Sitzauflagen. Verschmutzte oder beschädigte Kleidung gehört ebenfalls in den Restmüll.
Hintergrund ist die zum 1. Januar 2025 in Kraft getretene gesetzliche Neuregelung, die den Kommunen ein eigenes Altkleider-Sammelsystem vorschreibt. Auf öffentlichen Flächen sind dabei gewerbliche und karitative Anbieter gleichzustellen. Für Neuenrade bedeutete dies eine Neuordnung der bisherigen Strukturen. Bereits im November 2024 hat der Rat der Stadt ein Standortkonzept und Richtlinien für das Aufstellen von Altkleidercontainern beschlossen.
Öffnungszeiten Bring- und Wertstoffhof (bis 31. März):
Montag 16 bis 18 Uhr
Mittwoch 15 bis 17 Uhr
Samstag 10 bis 13 Uhr
Altkleider-Standorte
Neuenrade: Wieser Weg, Niederheide, Freibad, Bahnhofstraße (P+R Parkplatz Bahnhof), Bring- und Wertstoffhof (zu den Öffnungszeiten)
Küntrop: Gevener Weg/Ecke Dalmesweg






