Das DRK Balve stellt die Sammlung von Alttextilien vorläufig ein. Foto: DRK
Stadt Balve. Seit Anfang des Jahres besagt eine EU-weite Richtlinie, dass Altkleider nicht mehr im Restmüll landen sollen. Daher müssen sie nunmehr recycelt werden, gleichgültig ob Hose, Gardinen, Decken, Handtücher oder Bettwäsche. Landen diese Altkleider also im Müll könnten auch theoretisch Bußgelder verhängt werden.
Allerdings, so ist inzwischen die einhellige Meinung der Entsorger, dürfen stark verschmutzte Kleidungsstücke, etwa ölverschmierte Arbeitskleidung, weiterhin in die Restmülltonne. Was sich also zunächst einmal gut anhört für die Umwelt, bringt für die karitativen Verwerter ein Problem mit sich. Die eigentliche Sammlung verwertbarer Kleidungsstücke für soziale Zwecke in entsprechenden Containern wird immer mehr zur Restmüllsammlung aller möglichen Textilien.

Nicht nur für soziale Zwecke werden Altkleider gesammelt. Oft sehen kommerzielle Sammelstellen verwahrlost aus. Foto: Krahl
Das bringt zudem den Absatzmarkt durcheinander, da inzwischen ein Überangebot da ist und die Verwerter die Mengen kaum noch bewältigen können. Zudem verteuert die erforderliche Sortierung die ganze Sache noch einmal, sodass viele Verwerter den ehrenamtlichen tätigen Organisationen, wie etwa dem DRK die Abnahmeverträge kündigen.
Vor diesem Riesenproblem steht nun auch das Deutsche Rote Kreuz in Balve. „Dies stellt uns vor große Herausforderungen, denn unsere eigenen Lagerkapazitäten, die wir auch für den Betrieb der vereinseigenen Kleiderkammer vorhalten, sind ebenfalls bereits erschöpft“, so Rotkreuzleiter Julian Krämer. Aus diesem Grund zieht der Ortsverein die in Balve, Garbeck und Langenholthausen aufgestellten Kleidercontainer bis auf Widerruf ab.
„Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht und arbeiten selbstverständlich mit Hochdruck an einer Lösung, die uns hoffentlich bald wieder ermöglicht, die Container wieder aufzustellen und bitten bis dahin um Verständnis und Geduld“ so Krämer weiter, der eindringlich darum bittet, vom Abstellen von Kleiderspenden an den bisherigen Standorten der Container abzusehen. Auch direkt am Wach-Gebäude können derzeit leider keine Kleiderspenden mehr abgegeben werden. Sobald das DRK Balve eine Lösung gefunden hat und eine Wiederinbetriebnahme absehbar ist, „werden wir entsprechend informieren“, verspricht der Rotkreuzleiter.
Mit dem Problem wird sich in absehbarer Zeit auch die Stadt Balve beschäftigen müssen. Denn nach der EU-Richtlinie sind die Kommunen und deren Entsorger für die erforderliche Abfuhr von Textilien nunmehr verantwortlich. Es ist also damit zu rechnen, dass durch die Mehrleistung die Müllgebühren auf Dauer steigen werden. kr/drk