Der Fachbereichsleiter Sven Rothauge (von links), Gebäudeplaner Kai vom Lehn und Bereichsleiter für Gebäudemanagement Matthias Hufnagel. Fotos: Aleksandra Mösta
Beckum. Seit dem Baubeginn des Gerätehauses Hönnetal im November 2022 hat sich an der Arnsberger Straße in Sanssouci viel getan. Trotz dass der Rohbau bereits im Dezember 2023 vollständig abgeschlossen war, kam es dennoch zu zahlreichen Verzögerungen in der Fertigstellung des Gebäudes. Diese ergaben sich nicht nur durch technische Abstimmungen, etwa bei der Steuerung von den Eingangstoren, der LED-Beleuchtung, dessen Präsenzmelder und den Alarmierungsanlagen, die in enger Abstimmung mit der Feuerwehr programmiert werden, sondern auch der Fliesenleger ließ zunächst auf sich warten. Nicht zu vergessen ist, dass der Baubeginn sich durch den geplanten Bau der neuen Bundesstraße etwas nach hinten verschieben musste.
In enger Kooperation mit Straßen NRW und dem Märkischen Kreis, entschieden Sven Rothauge, Matthias Hufnagel und Kai vom Lehn sich allerdings trotzdem dafür, den Bau des Gerätehauses bereits zu vollziehen. Umso erfreulicher scheint die Nachricht, dass das Gerätehaus nun in die finale Fertigstellung geht.
„Wir befinden uns jetzt auf der Ziellinie“, so der Fachbereichsleiter Sven Rothauge. Auch der Bereichsleiter für Gebäudemanagement, Matthias Hufnagel und Gebäudeplaner Kai vom Lehn, welcher bereits aktiv den Bau des Feuerwehrhauses in Mellen begleitet hat, sind stolz auf den derzeitigen Stand des zukünftigen Gerätehauses.
Dieses moderne Gebäude zeichnet sich nicht nur durch den barrierefreien Zugang aus, sondern auf rund 1.100 Quadratmeter Nutzfläche können sowohl Schulungen abgehalten werden, die die Freiwillige Feuerwehr jeden Montag besuchen, als auch Veranstaltungen, wie beispielsweise die jährliche Agathafeier. Um verschiedene Ereignisse stattfinden zu lassen, weist der Veranstaltungsraum sowohl eine ausfahrbare Trennwand auf, als auch einen zusätzlichen kleinen Sitzungssaal.
Nicht zuletzt verfügt das Haus über einen 11 Meter hohen Übungsturm, welcher zusätzlich als Fluchttreppe fungiert, woran die Einsatzkräfte das Retten von Menschen aus beispielsweise Fenstern oder mit einer Drehleiter üben können. Auch wenn das vorerst überdurchschnittlich groß klingt, entspricht das Gebäude, beziehungsweise dessen Räumlichkeiten, dem Brandschutzbedarfsplan. Es hätte aufgrund der Anzahl der Kameraden nicht kleiner sein dürfen.
Die Raumgrößen der Ankleide und der sanitären Einrichtungen orientieren sich nämlich an der Anzahl der Einsatzkräfte: Die Umkleiden sind für etwa 45 männliche Feuerwehrleute ausgelegt, zusammen mit den Damen können mehr als 60 Einsatzkräfte untergebracht werden. Eine ganz wichtige Rolle spielt hierbei auch die Schwarz-Weiß-Trennung: Nach einem Einsatz dürfen die Feuerwehrleute nämlich nicht direkt in die Umkleiden gehen. Um das Gerätehaus möglichst sauber und ordentlich zu halten, stehen zunächst eine Stiefelwäsche und das Ausziehen verschmutzter Anzüge an. Ergänzt wird dies durch getrennte Sanitärbereiche für Damen und Herren.
Geheizt wird dieses große Prachtexemplar durch eine Pellet-Anlage. Zudem ist überall eine Fußbodenheizung vorzufinden. Nicht zuletzt verfügt die künftige Zentrale auch über ein Notstromaggregat – ein mobiler Tank, welcher mit Dieselkraftstoff gefüllt wird und so eine Stromversorgung ermöglicht. Damit sollen nicht nur Einsätze in Räumlichkeiten ohne Strom ermöglicht werden, sondern das Gerätehaus soll auch als ein Kiez-Gebäude fungieren, sodass die Bürgerinnen und Bürger in Krisenzeiten Unterschlupf finden und versorgt werden können. Aufgrund dessen, erhielten die Planer des Gebäudes einen Zuschuss von 500.000 Euro für den Bau dieser zweckvollen und heutzutage wichtigen Investition. Nicht nur um für den Notfall besser ausgestattet zu sein, sondern auch zum eigenen Nutzen, möchte die Freiwillige Feuerwehr bald in Eigenregie eine Küche neben dem Veranstaltungsraum installieren.
Das Effizienzgebäude verfügt zudem über eine Begrünung auf dem Dach. Nicht zuletzt kann auch die PV-Anlage, welche extra über eine gepflasterte Stelle verfügt, zu Übungszwecken dienen, da den Einsatzkräften so veranschaulicht werden kann, wie man einen derartigen Brand erlischt – sie erfüllt also sogar einen doppelten Zweck.
Derzeit sind an der Arnsberger Straße in Sanssouci fünf Stellplätze vorzufinden. Ein weiterer befindet sich hinter dem Gebäude – diese Fläche ist auch ideal für den Weiterbau der Stellplätze geeignet, falls einige Fahrzeuge hinzukommen. Am 7. April werden die Abzugshauben für die Fahrzeuge installiert, damit diese in gegebenen Situationen auch bedenkenlos in den Fahrzeughallen laufen können. Aufgrund dessen wird derzeit eine Inbetriebnahme Ende März, beziehungsweise Anfang Aprils erwartet.
Damit ist der Umbau allerdings noch nicht vollständig abgeschlossen. Die derzeitige Notausfahrt in Form einer S-Kurve soll nur als eine temporäre Lösung fungieren. Zukünftig soll die Alarmausfahrt über den geplanten Kreisverkehr erfolgen, sodass die Einsatzkräfte eine eigene und direkte Alarmausfahrt zum Kreisverkehr erhalten. Dementsprechend wird auch rund um den Kreisverkehr herum ein Tempolimit von 50 km/h eingeführt.
Für den Bau dieses multifunktionalen Gerätehauses, wurden zu Beginn 3,5 Millionen Euro eingeplant. Damals war allerdings noch nicht klar, dass das Gebäude ein Kiez-Gebäude werden sollte. Auch die allgemeine energetische Versorgung, welche heute als Pflichtausstattung gilt, musste zu den Kosten hinzugerechnet werden. Dementsprechend wurden derzeit bereits knapp 5 Millionen Euro in dieses große Projekt investiert.
Ähnlich wird auch das neue Gerätehaus in Garbeck aufgebaut sein und aussehen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Einsatzkräfte aus verschiedenen Ortsteilen sich auch in anderen Wachen zurechtfinden sollen, um im Notfall möglichst schnell zu agieren. Die einzigen Unterschiede werden sein, dass es in Garbeck bereits sechs Stellplätze geben wird, dafür wird es dort keinen Übungsturm geben.
Während der Bau in Garbeck bald beginnen kann, fehlt in Sanssouci nur noch das große Schild mit der Aufschrift „Gerätehaus Hönnetal“ – dann ist die Löschgruppe Hönnetal bestens ausgestattet und kann sich auf ein hochmodernes und einwandfreies Gerätehaus freuen. AM







