Lüdenscheid. Als die Beamten des Verkehrsdienstes am Donnerstag einen Kleintransporter (Fiat) im Bereich der Altenaer Straße kontrollierten, trauten sie ihren Augen nicht. Denn vor ihnen stand ein Auto, das nach genauem Hinschauen sage und schreibe 64 Mängel aufwies. Ein neuer Rekord.

Im Zuge der Kontrolle fielen den Beamten starke Korrosionsspuren am Fahrzeug auf. Ferner waren laute „Knarzgeräusche“ beim Betätigen des Lenkrades zu hören. Die Seitenscheiben waren teilweise durch Folien ersetzt. Eine ausreichende Bremswirkung der Feststellbremse war nicht gegeben.

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Bei der Inaugenscheinnahme des Unterbodenbereichs fielen größere Durchrostungen auf. Die Hecktür wurde nur durch ein gestrafftes Gummiseil gehalten. Nach diesen Feststellungen wurde eine nahgelegene Prüfstelle aufgesucht. Hier wurde der Pkw einem Sachverständigen zur Prüfung übergeben. Selbst dem sehr erfahrenen Prüfer sowie seinen herbeigeeilten Kollegen verschlug es fast die Sprache.

Das Fahrzeug wies in der Gesamtheit 64 Befundfeststellungen auf. Diese reichten von Mängeln der Bremse und Teilen der Fahrzeugelektronik bis hin zu einer eingeschränkten Funktion von mechanischen Aggregaten der Lenkung. Das Ausmaß der Durchrostung jedoch erreichte fast eine neue Dimension. Es fanden sich unter aufgetragener Spachtelmasse zahlreiche faustgroße Löcher im Blech der Karosserie und des Unterbodens. Bei der sorgsam durchgeführten Festigkeitsprüfung als „Hammerprobe“ flossen ca. zwei Liter Wasser aus den Seitenschwellern und der Karosserie.

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Auch aufgrund des dokumentierten Durchrostungsgrades wurde der in Bulgarien zugelassene Pkw für verkehrsunsicher erklärt und stillgesetzt. Der Zulassungsschein wurde eingezogen, die Kennzeichen sichergestellt. Sowohl die Halterin als auch den Fahrer mit Wohnsitz in Altena erwartet ein Bußgeld in Höhe von ca. 300 bis 500 Euro. Ferner werden sie Punkte im Bundeszentralregister kassieren.

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