Balve. (R.E.) Dass der Männerchor 1874 Balve einmal eine Premiere im Reitstadion in Wocklum haben würde, damit rechneten bis zum heutigen Abend selbst die größten Optimisten nicht. Denn die erste Probe auf der Tribüne jener Anlage, die im September wieder die besten deutschen Springreiter und Springreiterinnen ins Orletal lockt, ist der Corona-Pandemie geschuldet.

„Wir haben seit März nicht mehr proben können“, ließen der 1. Vorsitzende des Männerchors, Bernhard Krüdewagen, und der 2. Vorsitzende des Reitervereins Balve und Sangesbruder, Matthias Camminady, unsere Zeitung wissen. „Deshalb haben wir nach einer Alternative zu unserem Proberaum im Drostenhaus gesucht und uns für das Reitstadion entschieden. Hier werden wir bis zu den Sommerferien jeden Montagabend gemeinsam singen“, betonen Krüdewagen und Camminady, die gemeinsam einen Plan schmiedeten, damit die Corona-Schutzverordnung von allen Sängern eingehalten werden kann.

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Dieser Plan ist voll aufgegangen. Denn als Chorleiter Hubertus Schönauer mit dem 1. und 2. Tenor und anschließend mit dem 1. und 2. Bass die beiden Lieder „Abendfrieden“ und „Maria Lassù“ einübte, saßen die Sänger so weit auseinander, dass man eigentlich ein Opernglas benötigt hätte, um den jeweils ganz außen sitzenden Sänger in den Fokus zu bekommen.

Trotz hatte Schönauer seine Sänger fest im Blick. Sie mussten registrieren, wie schwer es ist, vor allem das italienische Lied „Maria Lassù“ so zu singen, wie es dem ausgezeichneten Chorleiter gefällt. Immer wieder mussten die Sangesbrüder von vorn beginnen, weil Schönauer unzufrieden war, auch wenn er sie hin und wieder lobte: „Das habt ihr gut gemacht.“

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Aber nur wenige Minuten später, mit den Händen gestikulierend, forderte er mehr Tempo und „höher, höher“ vom 1. Tenor mit dem Vorsitzenden Bernhard Krüdewagen. Auch wenn Schönauer (BILD) über gelehrige Sänger verfügt, so wird es nach seiner Meinung dennoch drei Monate dauern, bis der Männerchor 1874 Balve das italienische Lied so singen kann, dass der Chorleiter zufrieden ist.

Die Sänger sind aber schon jetzt zufrieden. Obwohl Schönauer ihnen einiges abverlangte, bereitete die Probe ihnen viel Spaß. Auch von der Akustik zeigte sich der Chef des MC Balve, Bernhard Krüdewagen, beeindruckt. „Dadurch, dass die Tribüne überdacht ist, können wir hier sehr gut singen.“ Das hat auch der Chor „Barditus“ Sundern erkannt, der am kommenden Sonntag abermals im Reitstadion probt.

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