Isabell Werth mit Wendy de Fontaine dominierten das erste Dressurspektakel. Foto: Dagmar Sauer
Wocklum. Was für ein sportlich spannender Tag war der Donnerstag – der Tag der Vereine, präsentiert von der Volksbank in Südwestfalen – des LONGINES BALVE OPTIMUM! 20 fehlerfreie Amazonen in der 1. Wertungsprüfung der Deutschen Meisterschaft der Springreiterinnen, eine überragende Isabell Werth und ein dichtes Verfolgerfeld im Grand Prix der Deutschen Meisterschaft der Dressurreiter sowie mit Heidemarie Dresing (Grade I-III) und Regine Mispelkamp (Grade IV-V) zwei starke Favoritinnen bei der Deutschen Meisterschaft der Para-Dressur. Und auch die U25-Reiter lieferten beeindruckende Leistungen ab: Es siegte Kristy Oatleys Tochter Rose Oatley mit Alive and Kicking.
Das Wetter spielte größtenteils mit. Ab Nachmittag gab es ein paar Regenschauer – danach aber kämpfte sich die Sonne immer wieder durch und strahlte mit den sportlichen Leistungen der Athleten um die Wette. Das vorhergesagte Unwetter blieb zum Glück aus.
Isabell Werth und Wendy de Fontaine dominieren
Es war ein Tanz zwischen Regen und Sonnenschein beim Grand Prix des LONGINES BALVE OPTIMUM. Und das Wetter spiegelte die Dramaturgie des Grand Prix – Maecenas Preis präsentiert von der Familie Flötotto – der Deutschen Meisterschaft der Dressurreiter wieder. Es war spannend bis zum Schluss, es gab Überraschungen, es gab Gleichstände, Kopf-an-Kopf-Rennen und es gab eine strahlende Siegerin: Isabell Werth und ihre Wendy de Fontaine dominierten das Feld als 17. von 20 Startern deutlich. 81,240 Prozent – das war mit großem Abstand das beste Ergebnis des Tages. Die Rheinberger Rekordreiterin machte einmal mehr deutlich, dass sie in Deutschland in ihrer eigenen Liga spielt.
Die 12-jährige Dänin Wendy de Fontaine hat keine Schwächen – und all ihre Stärken weiß Isabell Werth deutlich auszuspielen. Die 10 gab es zwar kein einziges Mal, aber 9,0 und mehr beispielsweise für die traumhaften Piaffe-Passage-Touren. Wendy de Fontaine – Tochter des Sezuan, des dreimaligen Weltmeisters der Jungen Dressurpferde – ist das aktuelle Championatspferd der erfolgreichsten Dressurreiterin aller Zeiten. Zusammen gewannen sie Mannschaftsgold und Einzelsilber bei den Olympischen Spielen 2024, Teamgold und zweimal Einzelbronze bei den Europameisterschaften 2025 und siegten im Großen Dressurpreis von Aachen 2024.
Aber Isabell Werth wäre nicht Isabell Werth, wenn sie nicht ein zweites heißes Eisen im Feuer hätte. Und dieser wunderschöne Fuchshengst mit Namen Viva Gold OLD ist auf dem besten Weg nach ganz oben. Erst 10 Jahre alt ist der Enkel der legendären Weihegold und stammt ab von Vivaldi. Andreas Helgstrand erkannte das Talent des 1,72m großen Oldenburger Hengstes schon als Fohlen – seit Anfang 2025 steht Viva Gold OLD bei Isabell Werth. Ende 2025 siegten sie furios im Louisdor-Finale. Zusammen mit diesem Kraftpaket belegte sie Rang drei im heutigen Grand Prix der Deutschen Meisterschaften in Balve: 76,520 Prozent.
Diesen Platz mussten sich die Zwei allerdings teilen. Auch Charlott-Maria Schürmann und ihre wunderschöne Rappstute Dante`s Pearl OLD bekamen exakt dieselbe Prozentzahl von der Jury. Der Auftritt der 33-jährigen Reiterin aus Gehrde bei Osnabrück und der elfjährigen Stute wurde mit großer Spannung erwartet – denn sie zählen ohne Zweifel zu den aufstrebenden Dressurpaaren. Erstmals traten sie in so einem starken Starterfeld an. Die Nerven hielten – und auch die Balver Zuschauer durften sich von der Qualität der Dante Weltino-Tochter überzeugen.
Kommen wir aber nun zu Rang zwei: Den belegten Frederic Wandres und Bluetooth OLD mit 76,560 Prozent – also nur 0,040 Prozent Vorsprung vor den dritten Plätzen. Das erfahrene Paar aus Hagen im Teutoburger Wald zeigte eine saubere, sichere und ausdrucksstarke Runde. Und wieder einmal stellten der 39-jährige Bereiter des Hof Kasselmann und der 16-jährige Oldenburger Wallach von Bordeaux unter Beweis, dass sie zurecht zu den besten und konstantesten Paaren Deutschlands gehören: Sie waren Team-Olympiasieger von Paris 2024 sowie Mannschafts-Europameister 2023 und 2025 und er sicherte sich bislang sechs Silbermedaillen sowie eine Bronzemedaille bei den Deutschen Meisterschaften.
Platz fünf fiel an Semmieke Rothenberger und Farrington. Die Bad Homburgerin und ihr 16-jähriger niederländischer Wallach (v. Jazz) lieferten eine sehr konstante Runde ab und wurden mit 74,000 Prozent belohnt. Nur gut 0,2 Prozent dahinter belegten Raphael Netz und der 15-jährige KWPN Great Escape Camelot (v. Johnson) mit 73,820 Prozent Platz sechs. Auch Platz sieben belegte der in der Nähe von München wohnende Dressurreiter: Mit dem 13-jährigen DSP Dieudonnè (v. Dante Weltino) kam er auf 72,340 Prozent.
Ebenfalls mit großer Spannung erwartet wurde der Ritt von Jessica von Bredow-Werndl und Times Kismet. Die erst elfjährige niederländische Stute von Ampere und die Olympiasiegerin von 2024 sind erst seit kurzer Zeit ein Paar und starten erst seit wenigen Monaten im Grand Prix-Sport durch. Im Grand Prix von Balve haderte das Paar mit Fehlern in den Piaffen und einer Pirouette, so dass am Ende 71,500 Prozent und damit Platz zehn zu Buche schlugen.
Bundestrainerin Dressur Monica Theodorescu: „Das hat viel Freude bereitet, am ersten Tag direkt solche Ergebnisse zu sehen. Es ist alles sehr dicht beieinander und das steigert natürlich die Spannung. Im Grand Prix Special werden die Karten wieder neu gemischt.“
Eines steht fest: Besser hatte man diese Prüfung nicht orchestrieren können, denn die Prozentzahlen liegen dicht beieinander – es wird also unfassbar spannend im Grand Prix Special am Samstag, 06. Juni, ab 10 Uhr und damit in der Entscheidung um die erste Medaille bei den Deutschen Meisterschaften der Dressurreiter 2026.
Deutsche Meisterschaften Dressur 2026 – Grand Prix – Maecenas-Preis präsentiert von Familie Flötotto
1. Isabell Werth Wendy de Fontaine 81,240 %
2. Frederic Wandres Bluetooth OLD 76,560 %
3. Charlott-Maria Schürmann Dante`s Pearl 76,520 %
3. Isabell Werth Viva Gold OLD 76,520 %
Elisabeth Meyer siegt mit knapp 4 Sekunden Vorsprung
in der 1. Wertungsprüfung der Deutschen Meisterschaft der Springreiterinnen – Preis der Wrede Stiftung
20 fehlerfreie Amazonen bei einem Starterfeld von 59 Reiterinnen – was eine Demonstration der Frauenpower im Preis der Wrede Stiftung und damit zeitgleich der 1. Wertungsprüfung in der Deutschen Meisterschaft der Springreiterinnen! Nie war die Zahl der Starterinnen höher als in diesem Jahr, was einmal wieder unter Beweis stellt, wie wichtig die Deutsche Meisterschaft der Springreiterinnen ist und wie gut sie auch angenommen wird. Seit 1959 gibt es diese Damenwertung in ihrer heutigen Form – zuvor gab es das sogenannte Deutsche Springchampionat (1948 bis 1958), das ebenfalls aufgeteilt war nach Herren und Damen. „Bundestrainer Otto Becker ist ein absoluter Befürworter der Damen-Meisterschaft. Wir im Übrigen auch. Es ist jedes Mal hochklassiger Sport und superspannend“, so LONGINES BALVE OPTIMUM-Veranstalterin Rosalie von Landsberg-Velen. Die absolut schnellste der 20 fehlerfreien Amazonen war Elisabeth Meyer, die mit ihrer zehnjährigen Niederländerin Let it Shine (v. El Dorado van de Zeshoek) nur 74,40 Sekunden benötigte: Fast 4 Sekunden Vorsprung.
Rang zwei fiel an Fabienne Graefe. Auf Cinsey, einem erst achtjährigen Westfalenwallach von Cinsey, beendete sie die Runde in 78,22 Sekunden. Knapp dahinter fanden sich Juliane Rölfing und die 14-jährige Westfälin Come and feel O NRW (v. Comme il faut) wieder (0/ 79,11 Sekunden).
Am Samstag, 6. Juni, steht ab 11.30 Uhr die Entscheidung im Titelkampf um die Deutsche Meisterschaft der Springreiterinnen auf dem Programm.
Deutsche Meisterschaft der Springreiterinnen – 1. Wertungsprüfung – Preis der Wrede Stiftung
1. Elisabeth Meyer Let it Shine 0/74,40
2. Fabienne Graefe Cinsey 0/78,22
3. Juliane Rölfing Come and feel O NRW 0/79,11
Deutsche Meisterschaften Para-Dressur
Bereits im dritten Jahr finden die Deutschen Meisterschaften der Para-Dressurreiter zusammen mit denen der Regelsportler im Rahmen des LONGINES BALVE OPTIMUM statt. Es werden zwei Titel vergeben: einmal für die Grades I-III und für die Grades IV und V.
Bundestrainerin Para-Dressur Silke Fütterer-Sommer: „Wir haben heute schon sehr gute Ritte gesehen. Die äußeren Bedingungen – es war immer wieder böig – haben es schon anspruchsvoll gemacht für unsere Para-Reiter. Wir werden morgen sicherlich noch eine Steigerung sehen.“
Kerstin von der Linden, Botschafterin Para-Dressur: „Die Leistungen schon an Tag 1 hier in Balve sind echt beeindruckend – und es ist klasse, dass Isabell Werth, Moritz Treffinger & Co. neben unserem Para-Team am Tisch sitzen und die Daumen drücken.“
Heidemarie Dresing siegt in der 1. Wertungsprüfung
um die Deutsche Meisterschaft der Para-Dressurreiter Grade I-III
Heidemarie Dresing ist auch in diesem Jahr wieder das Maß der Dinge. In der ersten Prüfung um die Deutsche Meisterschaft der Para-Dressurreiter Grade I-III setzte die Titelverteidigerin eine deutliche Marke. Mit mehr als 5 Prozent Vorsprung gewann sie den Preis des Gut Silk im Sattel ihrer Oldenburger Stute Poesie, eine Tochter des Fürstenball: 75,861 Prozent war das Ergebnis der Jury. Rang zwei belegte Martina Benzinger mit Imperia, eine sechsjährige Hannoveranerin von Asgard`s Ibiza, mit 70,764 Prozent. 0,341 Prozentpunkte dahinter rangierte Melanie Wienand auf Rang drei. Mit dem 13-jährigen Hannoveraner Wallach Lemony`s Loverboy (v. Lemony`s Nicket) kam sie auf 70,333 Prozentpunkte.
Para-Dressur – Deutsche Meisterschaften 1. WP Grade I-III – Preis des Gut Silk
1. Heidemarie Dresing Poesie 75,861 %
2. Martina Benzinger Imperia 70,764 %
3. Melanie Wienand Lemony`s Loverboy 70,333 %
Deutsche Meisterschaft Para-Dressur Grade IV-V:
Regine Mispelkamp auf Platz eins und drei in der 1. Wertungsprüfung
Sie ist Silbermedaillengewinnerin der Paralympics 2024 in Paris in Einzel und Kür – und gewann auch noch Bronze mit der Mannschaft; zuletzt krönte sie ihre Bilanz durch EM-Gold 2025 in allen drei Wertungen. Und auch bei den Deutschen Meisterschaften
ist die in Kerken am Niederrhein lebende Regine Mispelkamp bestens unterwegs. Mit Highlander Delight`s siegte sie in der 1. Wertungsprüfung um die Deutsche Meisterschaft der Para-Dressurreiter Grade IV-V – dem Preis der 360° Sportpferde. Im Sattel des 14-jährigen niederländischen Wallachs von Florencio I erhielt sie 73,333 Prozent. Knapp dahinter rangierte Helen Schildhauer. Mit dem achtjährigen Westfalen Vulkan Vegas (v. Vitalis) hieß das Ergebnis 73,009 Prozent. Auf Platz drei war es wieder Regine Mispelkamp, diesmal mit der elfjährigen Oldenburger Stute Pramwaldhof`s Bayala OLD (v. Barroso): 72,734 Prozent gab es von der Jury. Eines ist sicher. Im Rennen um die Medaillen wird es sehr spannend, alle Teilnehmer liegen noch relativ dicht beieinander.
Para-Dressur – Deutsche Meisterschaften 1. WP Grade IV-V – Preis der 360° Sportpferde
1. Regine Mispelkamp Highlander Delight`s 73,333 %
2. Helen Schildhauer Vulkan Vegas IB 73,009 %
3. Regine Mispelkamp Pramwaldhof`s Bayala OLD 72,734 %


