Balve. Erneut müssen sich die katholischen Christen auf eine grundlegende Veränderung der Seelsorge einstellen. Das neue Konzept sieht in der Diözese Paderborn in Zukunft Seelsorgeräume vor. Der Pastoralverbund Balve-Hönnetal geht dann in den Seelsorgeraum Märkisches Sauerland über.

Dechant Andreas Schulte.
Die neuen Seelsorgeräume werden zum 1. Advent 2026 errichtet. Damit beginnt eine Übergangszeit, in der die neuen Räume auf ihre pastoral-inhaltliche Ausgestaltung vorbereitet werden.
Wichtig ist, so ist auf der Internetseite des Pastoralverbundes zu lesen, dass mit der Errichtung der Seelsorgeräume nicht automatisch entschieden ist, welche Gottesdienste, Gebäude oder Angebote sich verändern werden. Diese Fragen werden in den kommenden Schritten und mit dem Start der jeweiligen Leitungstrios im Seelsorgeraum beraten werden.
Auch die Verwaltung auf Bistumsebene wird neu geordnet. Die HÖNNE-ZEITUNG befragte Dechant Andreas Schulte zu den nun anstehenden Veränderungen.
Schrittweise Zusammenführung zu einer großen Pfarrei
Es gibt Veränderungen in der Struktur der Diözese Paderborn, die erst kürzlich vorgestellt wurden. Die HÖNNE-ZEITUNG stellte Dechant Andreas Schulte 3 wichtige Fragen dazu.
1. Herr Dechant Schulte, es gibt wieder einmal Veränderungen – die sogenannten Seelsorgeräume. Der Pastoralverbund Balve-Hönnetal, sofern es ihn nach der Neugliederung überhaupt noch gibt, gehört dann zum Seelsorgeraum Märkisches Sauerland. Welche Bereiche gehören denn dann dazu?
Der neue Seelsorgeraum umfasst laut den Beschlüssen des Erzbistums Paderborn:
• Pastoraler Raum Balve‑Hemer (inkl. Pastoralverbund Balve‑Hönnetal)
• Pastoraler Raum Iserlohn
• Pastoraler Raum Menden
Diese drei Räume bilden gemeinsam den neuen Seelsorgeraum Märkisches Sauerland.
2. Wenn ich das richtig verstanden habe, soll ein Seelsorgeraum demnächst aus einer Pfarrei bestehen. Welche Veränderungen sind dann für Balve und den jetzigen Pastoralverbund zu erwarten? Werden Sie weiterhin Dechant bleiben mit Sitz in Balve?
Die Perspektive des Erzbistums ist:
Ein Seelsorgeraum soll langfristig aus einer einzigen Pfarrei bestehen. Diese wird neu gegründet. Ein Leitungstrio, bestehend aus einem Pfarrer, einem/einer pastoralen Koordinator(in) und einem(r) Verwaltungsleiter(in) wird gemeinsam mit einem Kirchenvorstand und einem Gemeinderat zusammenarbeiten. Darüberhinaus wird es lokale Gemeindegremien (Gemeindeteams/Ortsausschüsse) geben. In jedem Seelsorgeraum ist ein Ehrenamtskoordinator/eine Ehrenamtskoordinatorin vorgesehen.
Für das pastorale Personal gibt es ab Januar 2027 einen neuen Personalein-satzplan. Ab Juni 2026 ist dafür von uns eine Inventur des bisherigen Dekanates durchzuführen.
Wenn ab Dezember 2026 aus unserem Dekanat der Seelsorgeraum Märkisches Sauerland wird, erlischt auch das Amt des Dechanten. Zunächst ist vorgesehen, dass die bisherigen Dechanten für
die Übergangszeit die Leitung übernehmen. Da Pfarrer Senkbeil in Menden in den Ruhestand geht und die dortige Pfarrstelle nicht neu besetzt wird, werde ich ab September dort zusätzlich Pfarrverwalter sein. Was meinen Wohnsitz angeht, so bleibe ich in der Übergangszeit in Balve. Wo der zukünftige Leiter wohnen wird, ist noch nicht entschieden.
Die heutigen Pastoralverbünde werden nicht als Strukturen fortgeführt.
Die Kirchengemeinden werden schrittweise zusammengeführt – erste Fusionen sind ab 2028 vorgesehen. Es soll wenige Lernräume geben, die von Paderborn ausgesucht werden, wo erste Schritte bereits früher erfolgen. Das wird im Juli 2026 entschieden.
Das kirchliche Leben vor Ort (Gottesdienste , Gruppen, Vereine, Kirchorte) soll weiter bestehen, aber stärker in lokalen Verantwortungsstrukturen organisiert werden. Es wird ein Pastorales Zentrum im Seelsorgeraum geben sowie mehrere „verlässliche Orte“.
3. Ab wann soll die neue Struktur umgesetzt werden? Wird es einen harten Schnitt, oder wird es einen Übergangszeitraum geben, damit sich die katholischen Christen an die neuen Gegebenheiten gewöhnen können?
Die Reform erfolgt in den Seelsorgeräumen, die nicht Lernorte sind, in folgenden Schritten:
Am 1. Advent 2026:
Offizieller Start der neuen Seelsorgeräume
Die bisherigen Pastoralen Räume werden neu zugeordnet.
Die gewählten Mitglieder der Gremien (KV und Gemeinderat) bleiben im Amt und gestalten die Neugründung des Seelsorgeraumes aktiv mit.
Es wird in dieser Zeit eine Übergangsleitung mit einem Team und ein Übergangsgesetz geben.
Von 2026 bis 2027: „Ankerzeit“ (Übergangsphase)
Die Ankerzeit ist ein bewusst eingerichteter Zeitraum, in dem:
• Haupt‑ und Ehrenamtliche sich im neuen Seelsorgeraum kennenlernen
• geistliche Angebote den Übergang begleiten
• Fragen, Erfahrungen und Unsicherheiten gesammelt und besprochen werden
• erste gemeinsame Schritte in der neuen Struktur ausprobiert werden
Sie ist eine Brücke zwischen bisheriger und neuer Struktur.
Ab 2028:
• Beginn der Pfarreigründungen (Fusionen)
• Festlegung der endgültigen Leitungsstrukturen
• Einsatz des Leitungstrios
Es gibt also keinen harten Schnitt, sondern einen klar geregelten Übergang über mehrere Jahre.
Weitere Informationen zum Thema gibt es auf der Homepage des Erzbistums Paderborn unter „www.bistumsprozess.de“.




