Auch blumige Phrasen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Aussagen der Verantwortlichen eines gemeinsam haben: Die Rede ist von notwendigen Investitionen, der Wichtigkeit des Projektes und dem Interesse aller einen Fortbestand des medizinischen Versorgungsangebots im Campus zu gewährleisten.
Stünde dieser nicht in Frage, gäbe es wohl eine geräuschlose Fortführung der bestehenden Verträge. Wer den Deckel schlussendlich bezahlt, lassen aber alle Beteiligten offen. Aus gutem Grund: Hauptmotivation für die Gründung der Bürgerstiftung war seinerzeit der Weiterbetrieb des ehemaligen Krankenhauses. Unter diesem Aushängeschild wurde erfolgreich um Spenden geworben und auch viele Aktionen darüber hinaus finanziert, wie zum Beispiel der mit 10.000 Euro dotierte Bürgerpreis.
Sollte der Gesundheitscampus die Türen schließen, gäbe es für die Stiftung kaum eine weitere Existenzberechtigung. Eine andere Nutzung des Komplexes scheint kaum denkbar. Dass das Gebäude des St.-Marien-Krankenhauses stark renovierungsbedürftig ist, war bereits bei der Schließung der Einrichtung bekannt.
Mit dem Verkauf entledigten sich die Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis seinerzeit auch dieses Problems. Wenn nun die Betreibergesellschaft die Renovierungen nicht zahlen kann, oder will, ist es grundsätzlich legitim den Pachtvertrag regulär auslaufen zu lassen.
Den schwarzen Peter hätte dann wiederum die Bürgerstiftung, wohlweislich übrigens nicht die Stadt Balve, die seinerzeit ja theoretisch auch als Käufer hätte auftreten können, was aber eben ein hohes finanzielles Risiko darstellte, das man bewusst vermied. Ob man nun in Zeiten massiv sinkender Einnahmen in die Bresche springt und damit wichtige und fest geplante andere Investitionen hinten anstellt, werden die nächsten Monate zeigen. Die Entscheidung dazu ist aus Sicht der Stadt freiwillig.
Wünschenswert wäre, dass sich Eigentümer und Pächter dahingehend einigen, dass ein Fortbestand des Campus gewährleistet ist, ohne das kommunale Gelder eingesetzt werden – auch mit Blick auf bereits geflossene Förderungen und die Entwicklung des Parkplatzes am Campus, den die Stadt Balve im Zuge ihres Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes bereits plant und anteilig finanziert.
Daniel Pütz
Kommentar: Wo Rauch ist ist auch Feuer



